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BaukunstBau-Lexikon 1881

Bock, n., I. (Symbol.) frz. Poue, m., engl. buck, Ziegenbock u. Widder waren bei den Israeliten Sinnbild der Unreinheit oder Sündhaftigkeit. Böcke der Welt sind die Machthaber u. Anführer, welche ihre Macht mißbrauchen; vergl. Asasel. Bei den Griechen war der B. Sinnbild der durch Trunkenheit erzeugten Geilheit, daher dem Bacchus u. Pan geweiht. Ueber die Bedeutung des Bis sowie seiner Theile in der christlichen Kunst s. d. Art. Symbolik, sowie d. Art. B. in M. M. a. W. II. (Zimmerk.) 1. frz. armature f. en soupente, engl. truss, B., Sprengbock, Hängebock, auch Joch genannt, Holzverbindung, welche entweder für sich oder in Verbindung mit anderen Hölzern dazu dient, einen auf od. unter ihr liegenden Balken zu tragen; s. d. Art. Hängewerk. — 2. frz. ferme rampante, engl. sloping truss, verkehrt liegender Stuhl, auch liegende Rispe genannt, die Unterstützung und Längenverbindung bei flachen Satteldächern, bes. aber bei Pultdächern, wo sie aus dem ziemlich rechtwinklig gegen die Sparren gelegten Bocksäulen, mit einem horizontal auf dieselben aufgezapften langen Holz (Bockpfette, Bockrahmen) besteht, dem einseitigen Druck der Sparren entgegenwirken u. zu gleicher Zeit eine Längenverbindung herstellen soll; dergl. Böcke können 34 ½ m. aus einander stehen u. bilden eine verkehrt liegende Stuhlwand; s. übr. d. Art. Dachkonstruktion. — 3. frz. ane, m., tréteau, chevalet, m., engl. horse, jack, treéstle, easle, ital. scaletta, ein hölzernes Gestell, um etwas zu tragen, z. B. die Rüstböcke der Maurer und Zimmerleute, die Stützen der Gerinne zum Aufschlagwasser etc.; besteht in der Regel aus einem mit vier Beinen (Bockbeinen) versehenen Holz, Bockrahm, Bockholm. — 4. Bei Wölbungen das Gerüst, worauf die Lehrbogen aufsitzen. — 5. B. einer Brücke, frz. chevalet, engl. trestle, s. d. Art. Brücke; er besteht aus Bocksäule und dem Bockholm. III. (Mühlenb.) 1. das Gestell, auf welchem die Bockmühle (s. d. 1.) ruht. — 2. die Unterlagen der das Aufschlagwasser zuführenden hölzernen Rinnen. IV. (Masch.) 1. frz. chévre, f., engin, m., engl. gin, engine, auch Geiß genannt, ein Hebezeug (s. d.). — 2. Kettenscheibe an Kastenkunstwerken und Püschelwerken. — 3. frz. hérisson, m., engl. spéeech, erhabener Theil der Radnaben, worein die Speichen gesteckt werden. — 4. Am Göpel Hölzer an beiden Seiten der Trift, woran die Pferde gespannt werden. V. (Berg-u. Hüttenw.) 1. frz. ane, m., engl. horse, Gerüst zum Tragen der Stange an Feldkünsten; es werden Stämme in die Erde gegraben, oben durch Holmen oder Querhölzer (Bockholmen) verbunden. — 2. frz. cabre, f., ein mit einem hölzernen Kreuz versehenes Stück Holz, um Räder oder ein Sieb zu tragen. — 3. Ein Stück Holz, worauf das Treibholz liegt; s. b in Fig. 167 und 168 im Art. Anfall 3. — 4. Ein Gewölbe unter dem Messingschmelzofen, mit Windlöchern. — 5. Ein eisernes Werkzeug mit 2 Haken zum Umrühren der Röste im Brennofen. VI. (Wasser-u. Schiffb.) 1. der große Klotzeiner Rammmaschine; s. Rammbär. — 2. Eisbock, Wasserbock, s. d. Art. Eisbrecher. — 3. Balken, mit dem ein Hafen oder Fluß gesperrt wird; vergl. Blokade. — 4. Ein in das Wasser geschlagener Pfahl, um Schiffe daran zu befestigen. — 5. Langes, schmales, plattes Fahrzeug, welches gezogen wird, in Bremen gebräuchlich. VII. (Tapetenmacher und Färber) frz. baudet, m., ein mit 4 Füßen versehener Baum, worauf die gefärbten Stoffe oder Papier, welches geleimt ist, gelegt werden, damit der Leim oder die Farbe abläuft. VIII. (Kriegsb.) 1. frz. chandelier, m., s. v. w. Faschinenbank. — 2.s. v. w. Aries, Sturmbock, Widder (s. d.).

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 426Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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