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AllerleiBau-Lexikon 1881

Bank, f. Im allgemeinen jede stufenartige Erhöhung, deren Höhe und Breite ziemlich gleich sind, von der Länge aber bedeutend übertroffen werden. I. Bank, f., als Sitz, frz. banc, m., engl. bench, bank, Sitzbank. a) Für vollständige körperliche Ruhe bei geistiger Beschäftigung, 3. B. in Theatern, Hörsälen etc., muß sie Fig. 423. stets mit Lehne versehen sein. Die bequem⸗ Bandzange. sten Dimensionen für Holz-u.Steinbänke, bei denen man immer auf das Auflegen eines Kissens rechnen muß, sind für Erwachsene 40—45em. Sitzhöhe, 45 bis 50 Cm. Sitztiefe und 50 — 70 em. Lehnhöhe. Für Kinder sind die Mäße entsprechend zu verkleinern (s. umstehende Tabelle); doch ist auch hier, also bei Schulbänken, die Lehne nie wegzulassen, da man niemand ungetheilte geistige Aufmerksamkeit zumuthen kann, wenn dem Körper nicht vollständige Ruhe verschafft wird. Wenn man nicht auf das Auflegen eines Kissens rechnet, so muß man das Profil der Bank möglichst der Form des Körpers eines darauf sitzenden Menschen anpassen. Neuerdings sind vielfache Verbesserungen an den Schulbänken zum Vorschlag gebracht worden; s.d. Art. Schulbank. b) Bank für ununterbrochenes Arbeiten mit den Händen, wobei Unterbrechungen der Arbeit durch Anhören von Vorträgen etc. ausgeschlossen sind. Auch diese kommen für Schulen etc. dann in Betracht, wenn z. B. besondere Säle für den Zeichenunterricht etc. vorhanden sind. Es muß dann die Sitzhöhe gegen das nach a bestimmte Normalmäß erhöht werden u. zwar, wenn der Körper die Anstrengungen des Ruhigsitzens ohne Belästigung ertragen soll, um so mehr, je mehr die Dauer des Sitzens zunimmt. In dem Mäße, als die Höhe zunimmt, kann die Breite der Sitzfläche abnehmen, bis endlich, bei hohem Sitz mit möglichst gestreckter Körperstellung, in welcher die Kniee fast gerade ausgestreckt sind, eine Sitzfläche von 19 cm. Breite vollkommen hinreicht, um den hinteren Körpertheil zu unterstützen. Auch die Rückenlehne wird in dem Mäß entbehrlicher, als der Sitz höher wird und kann bei hohen Sitzen ganz fehlen, da der Körper bei so aufrechter Stellung der Unterstützung weniger bedarf, auch bei kontinuirlicher Händearbeit immer nach vorn gebeugt ist. e) Für bequeme Ruhelage des Körpers bei geistiger und körperlicher Unthätigkeit, Ruhebank; dahin gehören Sofas; Ruhebetten etc. Man verlangt hierbei eine mehr liegende als aufrechte Stellung, und es ist daher die nach a ermittelte Sitzhöhe zu erniedrigen und die Sitzbreite zu vermehren. Die Rücklehne darf durchaus nicht fehlen, und sie muß um so schrägere Stellung zur Sitzfläche haben u. um so länger sein, je niedriger der Sitz wird, so daß der ganze Rücken und der Kopf Unterstützung findet. Die Rückenlehne darf nicht gerade, sondern muß so geschweift sein, wie die natürliche Rückenlinie des Menschen verlangt. Nähere Angaben sowie Zeichnungen von Bänken sein den Art. Gartenbank, Kirchenstuhl, Schulbank, Hörsal etc. Ns.) Tabelle zu Bestimmnug der mittleren Bankhöhen und tiefen, sowie der Minimal-Lehnenhöhe, nach der Größe der Person, in Größe der Person. Sitzhöhe. Sitztiefe. Lehnenhöhe. 100 25 27½7 36 110 28 31 38 120 30,5 34 40 130 33 36,8 42 140 36 40 44 150 39 43,3 47 160 42 46,5 50 170 44 48j8 54 180 46 51 58 II. Künstliche Terrainerhöhung. 1. (Kriegsb.) Barbette, Pritsche, frz. barbette, f., engl. bparbet, Erhöhung hinter einer Brustwehr, sowohl fortlaufend für Infanterie, s. d. Art. Banket 5, als auch nur theilweise, um mit den darauf gestellten Geschützen ohne oder nur durch flache Scharten über die Brustwehr hinwegzufeuern (über Bank feuern); eine solche Bank heißt auch Stückbank, Geschützbank; bonnetirte Geschützbänke sind solche, welche durch Erdaufwürfe auf der Krone der Brustwehr Deckung erhalten. Eine geschwänzte G.ist nach rückwärts verbreitert; man erreicht durch solche den Zweck, ein größeres Gesichtsfeld bestreichen zu können. P2.-V.] — 2. Erhöhter Fußweg neben dem Fahrweg der Kunststraßen; s. Straße. — 3. s. v. w. Terrasse, terrassenartiges Ufer etc. III. In ähnlicher Bedeutung wie Tisch, 1. franz. auch établi, engl. work-bench, bei vielen Handwerkern s. v. w. Arbeitstisch, so: Drehbank, Hobelbank etc. — 2. s. v. w. Ladentisch, daher überhaupt s. v. w. Verkaufsstätte, so: Brotbank, Fleischbank etc. Der Plural davon dient häufig, bes. in Sachsen, als Benennung für das Gebäude, darin der Verkauf ist, Fleischbänke s. v. w. Fleischhalle; s. d. u. d. Art. Bänke. — 3. Kontobank etc., ein Kreditinstitut, auch übertragen auf das demselben dienende Lokal; s. Bankgebäude. — 4. Das Bretim Bienenhaus, worauf die Bienenstöcke stehen. IV. Unterer Vorsprung an Mauern. 1. Im Deichbaure. s. v. w. Banket (s. d.). — 2. Der unterste Vorsprung eines Sockels. V. Bänke (Ziegl.) nennt man quer durch den Ziegelofen, d. h. von der vorderen nach der hinteren Wand laufende zwischen den Schürlöchern; sie dienen dazu, die Ziegel gegen allzu große Glut zu schützen. Die Zwischenräume zwischen diesen Bänken bilden die Schürherde. VI. Bank, Brücke, Steg nennt der Steinmetz das blos an einem Ende mit einem Fuß (Schenkel) versehene Eisen, auf welches er zu behauende Platten legt, während der Fuß in die Spitzbank oder ein anderes bewegliches Holzstück eingesteckt wird; s. d. Art. Haueisen. VII. Bank (Schiffsbank); bei flachbodigen Flußfahrzeugen heißen so die im Innern derselben quer über den Boden liegenden, vierkantig beschlagenen Hölzer, woran der Schiffsboden mittels hölzerner Nägel befestigt ist. Sie liegen in Entfernungen von ca. 75 em., sind in der Regel nicht höher als 10—20 em. und werden meist aus Eichenholz hergestellt. In Fig. 424 ist àc der Schiffsboden im Längenschnitt, bbb die Schiffsbänke im Querschnitt. VIII. Natürliche Bänke sind: 1. frz. banc, m., barre, f. engl. bank, bar, die Sandbänke, Untiefen, seichte Stellen im Meer etc. — 2. frz. banc, m., banche, f., engl. Pench, bed; Gesteinlagen, welche sich in horizontaler Ausdehnung erstrecken, dagegen in der Höhenrichtung (Mächtigkeit) viel beschränkter sind; kommen bes. bei Kalk- und Sandstein, Mergel re. vor. Die alleroberste, meist verwitterte Lage heißt Anbruchsbank, Firstbank, engl. first-bed, die oberste brauchbare, in der Regel härteste B. in einem Steinbruch heißt Himmelsbank, fr. banc du ciel, die unterste, letzte B. brauchbaren Steins, die Schlußbank, frz. kranc-banc, m., engl. end-bed. — 3. In der Torfstecherei senkrechte Torfwand, aus verschiedenen horizontalen Schichten oder Kolonnen bestehend.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 251Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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