Base, f. vom griech. P6s, lat. basis, frz., engl. und ital. base, span. basa. Im allgemeinen das, worauf etwas ruht, die Grundlage. Insbesondere: J. (Baukunst) auch Basis, Fuß, ital. iimbasamento, lat. spirae, f. pl., Grundlage eines Bauwerkes, bes. die äußere Markirung derselben durch Gliederungen; namentlich die Grundlage eines einzelnen Trägers, also zunächst der Säulenfuß, der untere vorspringende Theil einer Säule, welcher nach Vitruv einen halben Säulendurchmesser od. einen Modul zur Höhe erhält; doch findet man vielfache Abweichungen von dieser Regel, auch stellt man die Säulen, bes. die dorischen, oft ohne B. auf die Plinthe. Schon bei den antiken Säulenordnungen gestalteten sich die Bin sehr verschieden; die mittelalterlichen Stile aber leiteten die Form ihrer Säulenfüße fast alle aus der „attischen Base“ (s.d.) ab, modifizirten sie aber sehr mannigfach. All diesen Ummodelungen liegen folgende Sätze zu Grunde: Bei Säulen, Pilastern und Kämpferpfeilern mit weit ausladendem Kapitäl bildet die B. den für das optische Gleichgewicht unentbehrlichen Gegensatz zu diesen Kapitälen, kann aber auch oft durch einen einfachen Würfel, durch einen fortlaufenden Säulenstuhl oder durch Stufen ersetzt werden; doch muß alles dies mit großer Vorsicht geschehen; nur einige wenige Säulenformationen sowie die Gestaltungen von Pilastern mit sehr schwach ausladendem Kapitäl oder von Lisenen etc. widersprechen gerade der Anwendung von Bin. Fehlerhaft ist es, die Fußgesimse von Säulen und Pilastern ohne Abänderung des Profils an flachen Wandflächen über dem Sockel fortlaufen zu lassen; wendet man aber sehr lange Pilaster mit wenig ausladenden Kapitälen, Lisenen oder steigende Rundstäbe an den Ecken an, so kann man zwar diesen, obgleich sie eigentlich nicht einzelne Träger, sondern nur Wandverstärkungen sind, dennoch basenartige Fußgesimse geben, läßt aber dann gern diese Profilirung als Sockelsims an der glatten Mauerfläche fortlaufen, damit sie nicht als eigentliche Bin wirken. Die Form der Profilirung selbst soll im allgemeinen ausdrücken, daß hier der Träger (sei es nun Säule, Pfeiler, Pilaster od. dgl. mehr) auf seiner Unterlage sicher aufsitzt, daß also hier die abwärts wirkende Last des Trägers, vereinigt mit der durch den Träger fortgepflanzten Last des auf demselben Getragenen, im Gleichgewicht ist mit der aufwärts wirkenden Kraft des Unterbaues. Der Umstand, ob das Getragene über dem Schaft wägerecht liegt oder schräg oder lothrecht auftrifft, wird also auf die Gestalt der B. nur ganz geringen, indirekten Einfluß haben können; wohl aber wird sich diese Gestalt direkt modifiziren müssen, je nachdem der Schaft aus aufrecht gestellten oder aus über einander gebauten Steinen besteht, je nachdem er die Form einer einheitlichen Säule, einer Zusammenstellung von Säulen oder eines gemauerten Pfeilers hat, sowie auch je nachdem die Unterlage nach allen Seiten hin sich im Verhältnis zur Schaftbreite sehr bedeutend ausdehnt od. je nachdem diese Ausdehnung nur nach gewissen Richtungen hin stattfindet, und zwar hier wieder nach der Begrenzung dieser Ausdehnung. So wird die B. einer auf einem Postament stehenden Säule anders ausfallen müssen als die einer auf einem fortlaufenden Stylobat stehenden Säule, anders wieder die B. einer auf einem Kragstein stehenden Säule etc. Alles dies muß dem streng logischen Gedankengang und dem Geschmack des Künstlers anheim gegeben werden. Alles das hat sich an den früheren Baustilen ebenso gesetzmäßig entwickelt wie die übrigen Stilformen. Die einzelnen Formen der B. sind daher in den die einzelnen Stile betr. Artikeln nachzusehen. II. (Chem.) frz. base, f., engl. base. So heißen diejenigen chemischen Verbindungen, welche die Fähigkeit haben, sich mit Säuren zu sogen. Salzen zu vereinigen. Man unterscheidet säurebildende u. salzbildende, ferner anorganische u. organische Bin. Zu den anorganischen Bin gehören z. B. die Metalloxyde, nach ihren Eigenschaften und denen der Metalle gewöhnlich in vier Gruppen getheilt: in liche Erden (Thonerde) und die Erzmetalloxyde (s. d.); ogl. auch d. Art. Alkalien. Die Metalloxyde sind chemische Verbindungen von Metall mit Sauerstoff in verschiedenen Verhältnissen. Die in Wasser löslichen B.nüben bes.starke Einwirkung auf einzelne Pflanzenfarben, sie färben z.B. die blauen Tinkturen von Veilchen, Dahlien u. Rittersporn grün, die gelbe Kurkumetinktur braun, die durch Säuren roth gewordene Lakmustinktur wieder blau rce. Die löslichen Bin sind ätzend oder kaustisch. Die organischen Bin im engern Sinne bilden eine Klasse von zusammengesetzten stickstoffhaltigen Körpern, welche die Eigenschaften basischer Metalloxyde besitzen, sich also mit Säuren zu Salzen verbinden können. Eine große Anzahl von organischen Bin findet sich fertig gebildet in Pflanzen vor, sie heißen vegetabilische od. Pflanzen-B.n. So enthalten z. B. Chinarinde, Opium etc. eine Anzahl B.n, welchen man die arzneiliche Wirksamkeit dankt. Vgl. d. Art. Alkaloid. III. (Bergb.) s. v. w. Dichtigkeit des Erzes u. infolge dessen Schwere desselben. IV. S. v. w. Widerlagslinie eines Gewölbes, Sohle eines Stollens etc. V. (Math.) 1. Bei Potenzen der Faktor, der mit sich selbst multiplizirt wird, z. B. bei 4 ist 4 die Basis der Potenz. 2. Bei Logarithmensystemen die Grundzahl, zu welcher die einzelnen Logarithmen als Potenzexponenten gebraucht werden sollen; ist z. B. log. 100 E 2, so ist 10 die Basis dieses Logarithmensystems, weil 102 100 ist. Für das gewöhnliche Logarithmensystem ist 10 die Basis, für die natürlichen oder Neper'schen ist es die Zahl 2,1828 .. . — Man findet die Basis eines Logarithmensystems in der Reihe der Zahlen als denjenigen Werth, dessen Logarithmus gleich Eins ist. 3. (Geom.) bei Dreiecken oder Parallelogrammen eine beliebige Seite, auf welche man eine Höhe oder Senkrechte gefällt hat. B. ist gleichbed. mit Grundlinie, z. B. in dem Satz (s. Dreieck): der Inhalt eines Dreiecks ist die Hälfte des Produkts aus B. und Höhe. 4. (Feldm.) Bes. bei Triangulationen, die Grundlinie, welche man genau der Länge nach gemessen hat, und von der aus mit Hülfe von reinen Winkelmessungen die anderen Seiten aller Dreiecke berechnet werden. Die Basis muß sehr genau gemessen werden; es werden dazu Stäbe von bestimmter Länge neben einander gelegt und genau Rücksicht auf die Temperatur genommen, da sich das Material der Stäbe in der Hitze ausdehnt und in der Kälte zusammenzieht. Mehr s. in Art. Triangulation. Bei größeren Messungen, z. B. von Ländern oder zur Gradbestimmung, wird zum Schluß der Arbeit eine zweite gerade Linie direkt gemessen, welche Verifikationsbasis gen. wird u. den Grad der Zuverlässigkeit für die ganze Vermessung bestimmt.