Baustein, m., franz. pièrre f. à batir, engl. buildingstoné. Unter den Baumaterialien (s. d.) spielen eine große und sehr wichtige Rolle die Bausteine. Man kann nur in sehr wenigen Fällen ganz ohne Steine bauen, bes. da, wo Grundfeuchtigkeit od. die Nothwendigkeiteiner Feuerungsanlage gegen einen ganz hölzernen Bau streitet. Da man nun aber nicht in allen Gegenden von der Natur mit Bausteinen versehen wird, so ist man hier und da gezwungen, sich aus natürlichen Stoffen solche zu bereiten, und daher theilt man die Bausteine im allgemeinen fast überall ein in natürliche und künstliche. A. Natürliche oder gewachsene Vausteine, d. h. solche Gesteinsarten, die man zum Bauen verwenden kann, wie sie die Natur liefert. Mit mehr od. weniger wissenschaftlicher Strenge theilt man sie auf verschiedene Weise ein, u. zwar entweder nach ihrer Entstehungsweise, ihrem Alter, ihren Gemengtheilen, ihrer Struktur etc. Diese Eintheilungen alle hier aufführen, hieße die Grenzen eines Lexikon überschreiten. Wir begnügen uns mit Folgendem: J. Eintheilung nach Alter und Entstehungsweise. 1. Grund- oder Urgebirge. Dahin gehören Granit, Syenit, Hornblendegestein, Serpentinfels, Gabbro, Granulit, Quarzfels, Hornfels, Diorit, Porphyr, Urkalk' oder Marmor, Gneis, Glimmerschiefer, Urthonschiefer, Hornblendeschiefer, Dioritschiefer rce. 2. Flötz- oder Sedimentgebirge. Dieselben zerfallen in folgende Gruppen: a) paläozoische Gruppe, zu der der Uebergangsthonschiefer u. die Grauwacke gehören; b) Steinkohlengruppe: alter rother Sandstein, Bergkalk, Kohlensandstein, Schieferthon; c) Zechsteingruppe oder permisches System: Todtliegendes, Thonstein etc.; d) Triasgruppe: bunter Sandstein, Muschelkalk und Keuper; e) Juragruppe; f) Kreidegruppe: Quadersandstein, Plänerkalk, Kreidekalk u. Kreide; g) Molassegruppe, umfaßt den Molassesandstein, den Grobkalk, Nummulitenkalk, Süßwasserkalk, Kieselkalk; h) Diluvialgruppe, liefert den Süßwasserkalk; i) Alluvialgruppe: erratische Blöcke. 3. Vulkanische Gebirge, Trappgebirge. Dahin gehören: Basalt, Dolerit, Klingstein, Trachyt, Lava u. vulkanische Trümmergesteine. II. Eintheilung nach ihrer Bildungsform. 1. Einfache krystallinische Gesteine: Kalksteine, Dolomit, Gipsgesteine, Quarzarten, Serpentin, Hornblendegesteine rce. 2. Zusammengesetzte krystallinische Gesteine: Granit, Syenit, Granulit, Gabbro, Diorit, Diabas, Dolerit, Gneis, Glimmerschiefer, Porphyrgestein, Melaphyr, Basalt, Phonolith, Trachyt, Lava, Thonschiefer. 3. Mechanisch gemengte Gesteine: Breccien, Konglomerate, Tuffe, Todtliegendes, Nagelflue, Sandsteine etc. Näheres über Eigenschaften, Zusammensetzungen etc. der Gesteine s. in den die einzelnen Steine behandelnden Artikeln sowie in d. Art. Formation. III. Die Eigenschaften eines Steines erkennt man durch Prüfen desselben auf Härte, Gestalt, Zusammenhalt, Spaltbarkeit, Farbe, Glanz, Bruch, Durchsichtigkeit, Strich, Abfärben, Anhängen an der Zunge, Geruch u. spezifisches Gewicht. Die Eigenschaften, welche einen Stein als guten Baustein erkennen lassen, sind je nach der beabsichtigten Verwendung desselben verschieden, ja es wird sogar die Art ihrer Verwendung durch ihre Beschaffenheit bedingt. Daher ist es unerläßlich nothwendig für jeden Baumeister, sowohl die erforderlichen Eigenschaften eines guten Bausteins als die Mittel zu kennen, durch die er das Vorhandensein od. Fehlen dieser Eigenschaften in den zu prüfenden Steinen erkennen kann. Bei der Auswahl der natürlichen Bausteine ist daher Folgendes besonders zu berücksichtigen: 1. Festigkeit. Da bei den meisten Steinen die Elastizität (s. d.) ziemlich gering ist, also dem Brechen kein merkliches Einbiegen vorausgeht, so ist hier unter rückwirkender Festigkeit (s. d.) derjenige Widerstand zu verstehen, den der Stein einer Kraft oder Last entgegensetzt, die rechtwinklig gegen die unterstützte Lagerfläche wirkt. Dabei ist jedoch zu bemerken, daß die meisten Steine schon durch die Hälfte derjenigen Belastung, durch welche sie zerdrückt werden, Risse bekommen, daher man sie nur mit dem dritten Theil dieser Belastung beschweren darf. Der Widerstand richtet sich nun nicht allein nach der Härte und dem Zusammenhalt der Massentheile, sondern auch nach dem Gefüge der Steine, so daß z. B. ein Stein von geringerer Härte, aber regelmäßigem ebenen Gefüge eine größere Last zu tragen vermag als ein Stein von größerer Härte, aber muscheligem od. sonst unregelmäßigem Gefüge. Aus ähnlichem Grund würde es nicht gut sein, wäre der eine Theil eines und desselben B.es weicher als der andere. 2. Härte. Zu harte Steine, die sich nur mit Mühe bearbeiten lassen, wie der Basalt, sind eben so wenig gute Bi.e wie die zu weichen. Zum Prüfen der Härte dient u. A. das Einritzen mit Ecken und Kanten anderer, härterer Steine von bestimmten, bekannten Härtegraden. Man bedient sich folgender Reihe: am härtesten Diamant, dann Saphir, Topas, Quarz, Feldspat, Apatit, Flußspat, Kalkspat, Gipsspat, Talk. Alle anderen Steinarten fallen dazwischen. Außerdem kann man die Steine auch direkt auf ihre Festigkeit prüfen, indem man sie einer steigenden Belastung oder Schlägen aussetzt, bis sie brechen. Manche Steine, in denen die Bruchfeuchte noch vorhanden, gehen durch Austrocknung aus dem milden Zustand in einen festeren über. Spröde Steine springen bei der Bearbeitung leicht aus. 3. Gefüge. Ueber die verschiedenen Formen des Gefüges s. d. betr. Art. Im allgemeinen ist, je feiner das Gefüge, um so härter der Stein. Beim Versetzen eines Steines ist in Bezug auf das Gefüge namentlich zu berücksichtigen, ob dasselbe massiv, ganz, oder ob es schieferig u. geschichtet ist. Ein Stein letzterer Gattung kann am meisten tragen, wenn seine Schichtung senkrecht zur Direktionslinie des Druckes steht. 4. Dauer im Wasser, in der Luft, Sonne, im Frost (Wetterbeständigkeit), im Trocknen sowie im Feuer (Feuerbeständigkeit). Das Wasser aus feuchter oder kalter Luft saugen die Steine entweder auf od. es schlägt sich an ihrer Oberfläche nieder. Enthalten nun die Steine im Wasser lösliche Theile, so werden diese aufgelöst; sind es lösliche Salze, so wittern sie bei Verdunstung des Wassers an der Oberfläche aus. Durchschnittlich saugen schlechte Wärmeleiter mehr Wasser auf als gute. Da nun das Wasser meist Kohlensäure, zuweilen auch Kieselsäure enthält, so wird dadurch seine zerstörende Einwirkung auch auf Bestandtheile der Steine ausgedehnt, die in reinem Wasser unlöslich sind. Bei niederer Temperatur (Frost) kommen hierzu noch die Ausdehnung des gefrierenden Wassers, in manchen Fällen auch noch im Innern der Steine vorgehende chemische Prozesse, z. B. Mauerfraß etc.; s. d. betr. Art. Die durch alle diese Momente herbeigeführte Zerstörung nennt man Verwitterung (s. d.). Die Wetterbeständigkeit hängt aber nicht blos von den oben genannten Einflüssen, sondern auch von dem Gefüge der Steine und ihrer Dichtigkeit ab. Da nun bei so verschiedenartigen Ursachen viele Steine in hohem Grad wetterbeständig und dabei gar nicht feuerbeständig sind, bei anderen aber der umgekehrte Fall eintritt, so hat sich die Auswahl der Steine nach den Einflüssen zu richten, denen sie wahrscheinlich ausgesetzt sein werden. Die Dauerhaftigkeit vieler Steine läßt sich auch durch geeignete Behandlung vor der Verwendung erhöhen. Wassersaugende Steine müssen vor dem Bearbeiten austrocknen, wie dies besonders bei Sandsteinen mit Grundfeuchte geschehen muß; widrigenfalls zerspringen sie durch die Ausdehnung der in ihnen aus dem Bruch noch enthaltenen Flüssigkeit im Frost (s. d.). Der Feuchtigkeitsgrad der Steine übt überhaupt einen großen Einfluß auf ihre Dauer und bestimmt Behandlung und Verwendung der Steine. An bruchfeuchten Steinen haftet auch der Mörtel nicht. Die durch Austrocknung sehr erhärtenden Steine müssen zeitig bearbeitet werden, weil die Bruchfeuchte sie mild erhält. Thonhaltige Steine sind selten wetterbeständig. Sehr poröse und infolge dessen das Wasser schnell aufsaugende Steine, sowie solche, die Ritze, Lebern, glimmerhaltige od. thonige Lagen haben, zeigen vielfach in beständig feuchtem Grund ziemlich große Dauerhaftigkeit; im Freien zerstört sie, wie schon bemerkt, leicht der Frost, und außerdem überziehen Flechten und Moos dieselben u. werden durch ihre Wurzelfasern ein neues Mittel der Zerstörung. Deshalb sind Winterproben — das Aussetzen der Witterung wenigstens während eines Winters — erforderlich, besonders bei Steinen aus neuen Brüchen. Sind die Brüche schon länger im Betrieb, so kann man ihre Wetterbeständigkeit am Zustand der blosgelegten Felswände erkennen, deren Bruchflächen bei wetterbeständigen Steinen lange scharfkantig bleiben. Die zerfrierbaren Steine zersetzen sich auf verschiedene Art; darüber gilt besonders Folgendes: a) In unregelmäßige, eckige Splitter zerfallen kalkhaltige, dichte Felssteine, auf deren Oberfläche man geradlinige, feine Streifen von grauer od. gelber Farbe wahrnimmt, die sich nach allen Richtungen hin durchkreuzen. bp) In dünnere oder dickere Blättchen zerfrieren thonhaltiger, spaltbarer Kalkstein (Kalkpläner), grober Schiefer und glimmerhaltiger Stein. c) In gröbere oder feinere Körner zerfällt der körnige Kalk, einige Granitarten u. einige Sandsteinarten. Prüfen kann man den Stein auf das Zerfrieren außer durch die erwähnte Winterprobe auch durch künstliche Erzeugung von hohen Kältegraden; s. d. Art. Kältemischungen. Die nach ihrer Verwendung dem Feuer ausgesetzten Steine dürfen wenig oder keinen Feldspat enthalten, weil sie sonst im Feuer leicht springen; andere Steingattungen verglasen oder verschlacken im Feuer, gewinnen also an Festigkeit. Im allgemeinen steht die Dauer nicht mit der Härte in gleichem, oft sogar in umgekehrtem Verhältnis; häufig kommt es dabei nur auf die äußeren Umstände an, deren Wechsel das ganze Verhalten ändern kann; bes. die Richtung, in der ein Druck od. Schub auf den Stein wirkt, trägt oft viel zur langsamen Zerstörung desselben bei, und es muß daher auch dies berücksichtigt werden. Schieferige, geschichtete Steine müssen im Schatten langsam ihre Bergfeuchtigkeit ausdünsten, um nicht aufzublättern, sich abzulösen, u. müssen dann so versetzt werden, daß die Schichtausgänge in den Häuptern den Lufteinwirkungen nicht ausgesetzt werden. Selbst Granit, Porphyr, Syenit etc. haben oft da, wo eine Schichtung durch Farbenwechsel sich zeigt, unmerklich feine Risse, die, im Witterungswechsel sich erweiternd, die Zerstörung des Steines veranlassen. 5. Preis, abhängig von der Menge und Nähe des Vorkommens, Beschaffenheit der Wege oder Schiffahrt, von der Leichtigkeit der Gewinnung (Förderung des Brechens etc.), der Bearbeitbarkeit und Bearbeitung bei Milde (in frischem Zustand) etc. 6. Befähigung zur Wärmeleitung; der verschiedene Grad dieser Befähigung ist ebenfalls wichtig, bes. bei Anlage der Wohnzimmer, Oefen etc. Darüb. s. d. Art. Wärme. 7. Farbe. Bei beabsichtigter Verwendung zu Zierbautheilen hat großen Einfluß auf die Wahl zu Gunsten eines Steines seine schöne (schickliche, angemessene, reine lebhafte etc.) Farbe, bes. bei Werken der Bildhauer, des Steinmetzen etc. Dabei kommt es öfter auf Einfarbigkeit oder Buntheit, Höhe oder Tiefe des Farbentones, Lichte, Durchsichtigkeit, Glanz, Schiller etc. an. Außer den eben angeführten sind noch viele andere Umstände bei der Wahl oder dem Verwerfen einer B.-Sorte zu diesem oder jenem speziellen Zweck von Einfluß, welche hier aufzuzählen die Grenzen eines Wörterbuches überschreiten würde. IV. Nach dem Fundort, der Gewinnungsart etc. der natürlichen Steine theilt man dieselben wohl auch noch in Findlinge oder Feldsteine, auch Rollsteine, Klaubsteine, Lesesteine gen. — u. Bruchsteine, aus Brüchen gewonnen, ein, und letztere nach ihrer Form in: irreguläre Bruchsteine, auch schlechthin Bruchstein gen., die nach Kubikmeter, Werkstücke, Quadern, Grundstücke etc. gen., d. h. reguläre Bruchsteine, in der Regel nach der Anzahl verkauft — und .. Schotter oder Füllmaterial, auch Abraum, Gerölle etc.. gen., nach Kubikmeter, Schachtruthe oder Fuder verkauft.. Ueber jeden einzelnen der natürlichen Bausteine handelt ein besonderer Artikel. B. Rünstliche Bausteine sind steinartige Körper, welche aus einfachen Erdarten od. aus Gemenge von Mineralien-⸗ theilen etc. dadurch hergestellt werden, daß man dieselben zu einer plastischen od. flüssigen Masse verarbeitet, dann formt und hierauf entweder blos an der Luft trocknet oder im Feuer oder auch auf anderem Weg härtet. J. Künstliche Bausteine aus Thon. 1. Ungebrannte Ziegel, auch Luftziegel od. Lehmziegel gen.; s. d. betr. Art. sowie d. Art. Ziegel. 2. Lehmpatzen (s. d.). 3. Gebrannte Ziegel, Backsteine. Man unterscheidet in der Regel nach der Form Normalziegel od. Mauerziegel, Wölbziegel, Simsziegel, Falzziegel, Fußboden platten, Brunnen-, Deck-, Schmieg-, Hakensteine, Hohlziegel, Kehlziegel, First-, Grat-u.Paßziegel, Biberschwänze oder Dachtaschen, Krempziegel etc. Ueber die Gestalt und Größe, Vorzüge und Nachtheile sowie über die Bereitung derselben s. d. Art. Ziegelfabrikation, Dachdeckung sowie alle, die einzelnen Arten betreffenden Artikel. 4. Weiße Ziegel aus blaugrauem Thon gebrannt; s. d. Art. Thonziegel. 5. Terracotta, gebrannter Thon; s. d. Art. Terracotta, Thon und Töpferwären. Dazu gehören auch die aus weißem Thon gebrannten gelben massiven u. hohlen Ziegel; s. d. Art. Thonziegel. II. Künstliche Bausteine aus Thon, unter Beimengung anderer Materialien. 1. Schwammziegel. Um die Ziegel leichter zu machen, mengt man Kohlenklein, Grus von Braunkohlen, auch wohl Sägespäne oder Häcksel unter den Thon, je nach Bedarf bis zum dritten Theil der ganzen Masse; beim nachherigen Brennen werden diese brennbaren Theile verglüht. 2. Feuerfeste Ziegel; s. d. Art. Chamottestein. 3. Farbige Ziegel. Man versichere sich einer sich weiß brennenden Thonerde (am besten eignet sich dazu der blaugraue Thon) u. kann dann durch Zusatz anderer Materialien vor dem Brennen verschiedene Farbennuancen, die meist erst beim Brennen sichtbar werden, erlangen. Durch Zusatz von Bleierz gewinnt man Gelb. Ein Zusatz von 12 — 15 Proz. des Gewichts an Braunstein giebt Schwarz oder Dunkelbraun. Durch Zusatz von Eisenthon bis zum Lehm erhält man rothe Schattirungen, deren Lebhaftigkeit sich steigern läßt durch Beimengung von dunklem Ocher od.englisch Roth; Zusatz von Eisenthon mit Braunstein ergiebt rothbräunliche, mit schuppigem Graphit graubräunliche Abwechslungen. Durch Zusatz von blosem schuppigen Graphit zu dem blaugrauen Thon erhält man Grau. Blaue und grüne Schattirungen sind zwar durch Zusatz von Smalte, aber schwer, zu erreichen und kostspielig. Sehr schön, aber auch noch kostspieliger, ist das durch Zusatz von Kobalt hervorgebrachte Blau. III. Künstliche Bausteine aus Kalk etc. 1. Man setzt zu 2Gewichtstheilen trocken gelöschten hydraulischen Kalks, den man mit Wasser zu Brei angerührt hat, 5 Gewichtstheile Kies u.1 Gewichtstheil Steinkohlenasche oder ausgelaugte Holzasche zu und macht die Masse durch Zurühren von Wasser gießbar; dann gießt man sie in Formen und läßt sie trocknen. 2. 5Gewichtstheile Kalk, 10 Gewichtstheile gemahlener Muscheln und 3 Gewichtstheile gemahlener Torfasche, wie oben behandelt; s. übrigens d. Art. Kalksandquader. 3. 7Raumth. Sand, Grus u. Gerölle, 3Th. gewöhnlichen fetten ungebrannten Thons, 1 Th. frisch gebrannten, ungelöschten Kalks oder 8 Th. Sand, Grus oder dergl., 1 Th. gebrannter und zerpochter Lehmerde, 1 Th. gekleinter Steinkohlenschlacke, 1½ Th. fetten oder hydraulischen, nichtzerfallenen Kalks wird gemengt, fein zermahlen, dann mit etwas Cement versetzt, trocken geformt und gepreßt. Siehe auch d. Art. Kalksandziegel. IV. Künstliche Bausteine aus Gips etc. Nach Stöckigs Verfahren („Gewerbeblatt aus Württemberg“).2 Raumtheile Steine oder Ziegel in großen Stücken werden in einen Formkasten mit ½¼¾ Raumth. kleineren Steinbrocken gepackt, in dem man vorher 1⅛ Raumth. Gips eingegossen hat. Besser noch ist es, die Steine nebst dem Brocken noch in die Form einzupacken, den Gips trocken einzuschütten, das Ganze zu schütteln und dann Wasser einzugießen. V. Künstliche Bausteine aus Rückständen der Sodafabrikation. Die Rückstände vom Auslaugen der rohen Soda, welche viel Schwefelcalcium enthalten, werden in gleichen Theilen mit den eisenoxydreichen Rückständen der in Schwefelsäurefabriken verbrannten Schwefelkiese gemengt, gemahlen und geformt; sie werden schnell so hart wie Backsteine und in feuchter Luft noch härter; die Farbe ist rothbraun; besser ist es, sie in die Form einzupressen; vollkommen getrocknet nehmen sie Wasserglasanstrich an. Verbessert wird das Gemenge noch, wenn man ihm ½0 trocken gelöschten Kalt zusetzt. VI. Hohofenschlacken. Diese geben, beim Ausfließen in Formen gegossen, Quadern, die zwar eine ziemlich ungleichmäßige Oberfläche zeigen, aber sehr fest und namentlich in feuchtem Grund sehr dauerhaft sind. Kalkmörtel u. Kalkputz haftet schlecht daran, Gips besser. VII. Cementsteine, s. unter d. Art. Cement. VIII. Steine aus Straßenabraum, s. Chausseestaub. IX. Chamottesteine. Man mischt 1Th.feingebrannte Porzellanerde mit 2Theilen Chamottemehl; s.übr. d. Art. Chamotte. X. Vulkanischen Baustein nennt Schröder in Kreuznach einen von ihm erfundenen künstlichen B., der aus Steinkohlenasche und Schlacke bereitet wird, ähnlich wie man schon längst bei Neuwied und Koblenz aus vulkanischer Asche (Bimssand) Biee bereitete. Außer den hier angeführten giebt es noch viele künstliche B.e, und namentlich in der jüngsten Gegenwart mehrt sich die Zahl der Vorschläge und Erfindungen auf diesem Gebiet in erstaunenswerther Weise; zum Theil werden dieselben in besonderen Artikeln behandelt (vergl. die Artikel Steinmasse, Annalith, Wasserglas und viele andere), zum Theil auch sind sie noch nicht genügend erprobt, um hier Aufnahme finden zu können. Ms.