Architekturmalerei, f., frz. peinture architeécturale, engl. architécture-painting, diejenige Art der Malerei, welche perspektivische innere oder äußere Ansichten von ganzen Gebäuden oder Gebäudetheilen zum Hauptgegenstand ihrer Darstellung macht. Staffage und landschaftliche Umgebung braucht nicht nur nicht vermieden zu werden, sondern ist sogar nöthig zu Belebung solcher Bilder, aber man muß damit sehr mäßig verfahren, damit der dargestellte architektonische Gegenstand immer die Hauptsache bleibe. Ein Architekturmaler, als Darsteller lebloser Objekte, hat sich mehr als jeder andere Maler zu hüten, daß seinem Bild nicht die Seele fehle, die er demselben durch Beleuchtung, stilgemäße Behandlung etc. einhauchen kann; bedeutend erleichtert wird dies durch geschickte Wahl des Standpunktes. style, architrave, lat. architrabs, m., epistylium, supercilium, n., Unterbalken, Hauptbalken, Träger, heißt bei griechischen u. römischen Säulenordnungen der unterste Theil des Gebälkes; es war dies ein steinerner Balken, welcher unmittelbar auf den Kapitälen ruhte u. so die Säulen gewissermaßen zu einer Wand verband, in der er die Stelle eines Rahmstücks vertrat. Seine Höhe u. Breite bestimmten sich natürlich durch die Tragfähigkeit des Steines, mit Rücksicht auf seine Belastung und die Entfernung der Säulen von einander. Durchdiese Breite aber ward wiederum die Stärke der Säulen bestimmt, sowie die Gestalt des Kapitäls; dadurch nun wurde er zu einem bes. maßgebenden Theil d. Säulenordnungen, bei deren verschiedenen Arten er auch verschiedenartig gestaltet war. Auf den inneren Zellenmauern kommterbegreiflich in Wegfall, wie es denn auch ein grober Verstoß gegen die Logik ist, an langen, durch ein Gesims in antiker Formgebung bekrönten Fronten unter diesem Gesims einen Architrav hinzuführen, wenn man ihn nicht von Zeitzu Zeit durch Pilaster od. wenigstens Konsolen unterstützt. Ueber seine verschiedene Gestaltung s. d. Art. dorisch, ionisch etc.; hier sei nur erwähnt, daß dieselbe bes. folgenden Modifikationen unterliegt. Ein Architrav kann sein: 1. glatt, frz. a. lisse, engl. smooth a.; 2. abgeplattet, frz. a.Atrois faces, épistyle architravée, engl. bandeda., d. h. in 2oder3 Flächen getheilt, von denen jede obere gegen die darunter stehende etwas ausladet; s. architravirt; 3. unterbrochen, frz. a. Coupée, engl. interrupted a., geschieht bes., um Platz für die zwischen den Pilastern stehenden Bogen zu schaffen, ist aber fehlerhaft; 4. gestümmelt, frz. a. mutilée, wenn der Architrav zwar fortgeht, seine Abplattung aber theilweis weggelassen ist, um den Fries an diesen Stellen nach unten zu verbreitern und Raum für eine Inschrift etc. zu schaffen; ist ebenfalls fehlerhaft. arthitravirt, adj., frz. architravé, engl. architraved, besser abgeplattet, nennt man 1. Gewände, Thür-od. Fenstereinfassungen, Gurtsimse etc., wenn sie architravähnlich gestaltet sind; bes. häufig wird die Profilirung des ionischen Architravs dazu angewendet; s. d. Art. Thüre, Fensteretc. — 2. Gebälke, welche, obgleich im ganzen nach einer der antiken Säulenordnungen gebildet, keinen Fries haben. AIArchiträystiege, k., steinerne Wangentreppe; s. unter Treppe,