Basquill, n., franz. erémonne, f., engl. basquill, nach Einigen aus dem franz. Wort bascule (s. d.), n. A. aus passe-quille entstanden, Schwengelverschluß, Zugstange, Ziehstange, Riegel mit dem Zug; (Schloss.) ein jetzt häufig angewendeter Fensterverschluß, welcher besser als jeder andere die Flügelrahmen vor dem Werfen schützt. In der Hauptsache ist der Basquill-Verschluß, frz. serrure f. 2 bascule, engl. basquill-lock, ein Riegelverschluß, bei welchem beide Riegel, der obere und untere, gleichzeitig mittels eines Hebels geschoben werden. Man hat zwei Hauptarten: J. Basquill mit zwei getrennten Riegeln, welche durch die Hebelvorrichtung in entgegengesetzter Richtung so bewegt werden, daß, wenn z. B. geöffnet werden soll, der untere Riegel hinauf-, der obere herabgezogen wird. Die Konstruktion selbst kann verschieden sein. 1. Basquill mit Schwanenhälsen ist in Fig. 449 bis 451 in ½ der natürlichen Größe gegeben, u. zwarzeigt Fig. 450 eine Vorderansicht und 451 eine Seitenansicht des Verschlusses in geöffnetem Zustand. In Fig. 449 sind die Stellungen der beiden Riegelenden (Schwanenhälse), bei A in geöffnetem Zustand, bei Bin geschlossenem Zustand dargestellt. Die ganze Vorrichtung wird auf die Mitte des vorderen Höhestabs des zuerst aufgehenden Fensterflügels Ogesetzt; der Schenkel 8des zweiten Flügels Fig. 449. Fig. 450. Fig. 451. Fig ist mit einem Schließhaken versehen, in welchen das Ruder GHals hebende Falle sich einlegt, wenn das Fenster verschlossen wird. Das Ruder sitzt auf einer Scheibe , welche sich um einen in die Befestigungsplatte e genieteten Stift / drehen läßt, u. wird durch die davor geschraubte Mutter 9 gehalten Da, wo das Ruder über den Stift gesteckt wird, ist derselbe viereckig gefeilt, so daß durch die Drehung des Ruders zugleich die Scheibe AHgedreht wird. Diese Scheibe enthält zwei Stifte (s. Fig. 449) zunächst ihrer Peripherie, sind. Wenn das Ruder aufwärts steht, wie in Fig. 450 u. 451, dann legen sich die Riegelenden (Schwanenhälse) /⸗ I so zusammen, wie dies Fig. 449 4 zeigt. Wird nun das Ruder um einen rechten Winkel herabgedrückt und in den Schließhakeneingelegt, so schiebt es durch die gleichzeitig bewegte Stiftscheibe Abeide Basquillriegel abwärts u. Haufwärts. Die Riegel erhalten dann die Stellung wie in B Fig. 449, wobei die Riegelköpfe in zwei am oberen und unteren Ende der Fensterflügel, an den Futterrahmen oder das Losholz befestigte Schließhaken treten, so daß die Flügel an drei Punkten, oben, unten u. in der Mitte (durch d. Ruder),gehalten werden. In der Regel werden die Riegelköpfe stärker gemacht als d. Riegelschäfte u.starkabgeschrägt, so daßsie, wenn sich auch die Holzflügel etwas verzogen haben sollten, doch in die Schließhaken eingreifen u. die Flügel in die Falze des Futterrahmens eindrücken. Es ist einleuchtend, daß bei den hier den Riegeln gegebenen Bewegungen die Enden derselben am Drehpunkt nicht nur eine auf- und abgehende, sondern auch eine theilweis kreisförmige Bewegung beschreiben; es müssen deshalb die Führungshülsen 7 seitlich so viel Spielraum lassen, daß die Riegel dieser Bewegung folgen können. Dabei wird aber der Anstrich der Schlagleiste leiden, auch die Führung unsicher sein, u. es ist daher besser, die Löcher der Schwanenhälse, in welche die Stifte der drehbaren Scheibe eingreifen, etwas länglich zu machen, zu welchem Behuf allerdings die Schwanenhälse selbst etwas breiter sein müssen. 2. Basquillverschluß mit Zahnstange, Fig. 452 — 456. Fig. 452 zeigt eine Vorder⸗„ Fig. 454 eine Seitenansicht des mittleren Beschlagtheils, welcher auf der Schlagleiste 4 des einen Fensterflügels B befestigt ist; QOist die Ansicht des Mittelrahmholzes oder Vorderhöhstabes vom linken Fensterflügel. Fig. 453 stellt den mittleren Beschlagtheil dar, wenn die Deckplatte des Gehäuses weggenommen ist. Fig. 455 u. 456 sind Seitenansichten der oberen und unteren Beschlagtheile. Die beiden Riegelg. 452. Fig. 453. Fig. 454. Fig. 456. schäfte, Fig. 453 4 u. d, sind an ihren Enden winkelförmig gebogen (gekröpft) u. gezahnt; ein Triebrad «, mittels des Handgriffs&drehbar, schiebt die Riegel auf und ab. Die ganze Vorrichtung ist in einem Kästchen? eingeschlossen, welches auf der Schlagleiste, also sichtbar, aufgeschraubt wird. Oeffnungen im Umschweif dieses Kästchens geben den Riegeln zugleich die nöthige Führung. Um auch in der Mitte der Rahmen einen Verschluß zu bewirken, ist der eine Riegel mit einem Ansatz e versehen, welcher aus dem Basquillgehäuse seitwärts durch einen entspr. Schlitz austritt und sich hinter den am zweiten Fensterrahmen befestigten Schließhaken 7anlegt. In unseren Figuren ist der Beschlag in verschlossenem Zustand gezeichnet. Soll geöffnet werden, so dreht man den Handgriff von der Linken zur Rechten um, wodurch die obere Riegelstange herab- und die untere Stange 5 hinaufgezogen wird. Die Köpfe der Riegel, Fig. 455 und 456, treten dann aus den Schließbügeln 9 und , indem zugleich, da sich der untere Riegel aufwärts bewegt, die Nase e aus dem Schließkolben / heraussteigt, und so der mittlere Verschluß gelöst wird. Anstatt des Griffs d hat man auch Hängegriffe angewendet. Man versieht dann den Griff da, wo er aus dem Gehäuse hervortritt, mit einem Scharnier, so daß derselbe herabhängt, wenn das Fen ster geschlossen ist; willmanöffnen, so dreht man den Griff bügel aufwärts, bis er eine zur Fensterfläche winkelrecht Stellung einnimmt, dann aber seitwärts herum. Solch Bügelgriffe werden oft reich ornamentirt, bronzirt, ver silbert oder vergoldet, sind aber unbequem zu handhabe und gehen im Scharnier leicht entzwei. 3. Eingelassenes Basquill mit Zahnstang und Keildreher, Fig. 457—461, unterscheidet sich be dadurch von denen sub 1 und 2, daß der ganze Beschlag bis auf den Drehknopf, durch die Schlagleiste des Fen sterflügels völlig verdeckt wird, wodurch man zugleie erreicht, daß die Schließbügel 9, Fig. 457, nicht so hoc zu sein brauchen wie bei dem sichtbaren B., Fig. 455, 456 Fig. 461 ist eine Ansicht, Fig. 458 ein Grundriß der beide mittleren Flügelrahmstücke, mit dem Verschluß selbst; Fig 459 die Ansicht des Verschlusses, nach Wegnahme de Schlagleiste. Das Basquillgehäuse wird ganz in die Vor Fig. 462. Fig. 463. Fig. 464. derhöhe des zuerst aufgehenden Fensterflügels eingelassen; desgleichen muß die Vorderhöhe mit Nuthen versehen sein, welche die Riegel aufnehmen. Nach Befestigung des Beschlags wird die Schlagleiste angeschraubt wodurch ersterer vollständig verdeckt wird. Für den Mittelverschluß ist der Drehdorn amit einer Zunge versehen u so in einen Keildreher verwandelt, der sich beim Verschließen in ein Schließblech einlegt, welches im Falz des zweiten Flügelrahmens angeschraubt wird. Fig. 460 giebt eine Seitenansicht des Basquillriegels, u. Fig. 457eine Vorderansicht des unteren Riegelkopfs, nebst seinem Schließbügel 9. Diese Be sehen eleganter aus als die sub 1u. 2 beschriebenen, leiden nicht so durch Staub u. Unreinlichkeit u. geben in den Endverschlüssen größere Sicherheit, weil, wie erwähnt, die Schließbügel Fig. 457/ nicht so weit vorstehen als die sub gu. 7. in Fig. 455u. 456, u. deshalb fester sitzen. ff-schläge haben den Vortheil vor den mit zwei Triebstangen, )tedaß die durch die volle Höhe des Fensterflügels gehende Riehefügelstange das mittlere Flügelrahmholz gerade erhält und r⸗ dadurch zum vollständigeren Verschluß beiträgt. Ferner en kann hier, indem das Getriebe mit seiner Achse parallel zur Fensterfläche gebracht wird, das Gehäuse bedeutend schmägesler als bei den anderen Basquillverschlüssen und daher es. Schlagleisten und Rahmhölzer schwächer gemacht werden. g, Wir geben in Fig. 462—467 einen solchen Beschlag, n⸗ wie er v. Direktions-Ingenieur Hügel entworfen u. in der ch „Zeitschrift des Vereins zur Ausbildung der Gewerbe“ in ch München mitgetheilt ward. Fig. 465zeigt d. Seitenansicht, 6. 464 die Vorderansicht des mittleren Beschlagtheils mit dem en Ruder, Fig. 463 die Seitenansicht nach Wegnahme des g. Seitenblechs, und Fig. 462 die Vorderansicht des Basquiller kastens, nach Wegnahme des Ruders und Schließhakens. r-Der Kasten besteht aus dem Unterblech ,‚ Fig. 463, wo— Fig. 465. Fig. 466. „ rauf die Seitenbleche h5 genietet sind, und ist mittels des — hinteren Bleches e in das Rahmholz des zuerst aufgeheni-den Flügels eingelassen und verschraubt. Die Triebstange t,. QJerhält in der Mitte fünf Zähne, durch welche sie mittels (⸗des am Ruder ebefestigten Triebrades bewegt wird. Die— 1. ses dreht sich in den Seitenlappen Y5 des Kastens. Unsere „ Zeichnung stellt den Beschlag in geschlossenem Zustand dar. nBeim Oeffnen zieht man das Ruder vom Rahmholz ab e herunter; dadurch wird die Triebstange in die Höhe ge— — schoben. Für den mittleren Verschluß ist an der Trieb— Istänge die seitliche Nase 5angebracht, welche sich in den an „ das Rahmholz des zuzweit aufgehenden Flügels geschraubnten Schließhaken 9 einlegt und so an dieser Stelle beide „Rahmhölzer zusammenhält. n In Fig. 466 und 467 ist der obere Schließhaken , wel— 1. scher an den Weitstab des Fensterfutters angeschraubt wird, dargestellt. Dbei Fig. 466 zeigt die Vorderansicht, Eden Grundriß desselben. Zwischen 2 Haken V, welche mit einander durch das Blech l, worauf sie eingesetzt und genietet werden, sowie durch das Querstück (bei E) verbunden sind, geht die oben verstärkte Triebstange &Hdurch, und ihr oberes Querstück legt sich auf dieselben beim Verschluß. Das untere Riegelende und der untere Schließkolben kann wie in Fig. 456 konstruirt werden. Gegen das Biegen der Triebstange und zur Führung derselben dienen zwei zunächst den Schließhaken an den Enden angebrachte verdeckte Schieber oder gewöhnliche, außen sichtbare Führungshülsen. Die Zahl dieser Schieber od. Führungshülsen richtet sich nach der Höhe der Fenster. Einfachere, beseingelassene, verdeckte Beschläge dieser Art können von Schmiedeeisen, die reicheren, besonders wenn sie frei liegen, sichtbar sind, von Messing oder Bronzeguß gemacht werden. Die Triebstange besteht dann mindestens aus polirtem Eisen. Doch thut man auch hier besser, die ganze Vorrichtung unter die Schlagleiste zu versenken, so daß blos Griffe und Riegelenden sichtbar sind. Diese lassen sich in gefälligen Formen dem jeweiligen Baustil anpassen. Der Mäßstab für unsere Figuren ist etwa ½ der wirklichen Größe. Die genaue Größe und Stärke richtet sich natürlich nach Höhe u. Schwere des Fensters, der Thüre etc.