besetzen, akt. Z., 1. im gewöhnlichen Sinn, frz. fournir, garnir, engl. to garnish, z. B.ein Simsglied mit Blumen, Eiern etc., besetzen, s. d. Art. Glied und Gliederbesetung. — 2. Eine Böschung od. dgl. mit Sturmpfählen besetzen, frz. fraiser, engl. to fraise, s. d. Art. Sturmpfahl. — 3. (Pflast.) das Pflaster besetzen, frz. battre, dresser le pavé, engl. to béeat down, to beat smooth, to ram the pavement, das Pflaster durch Rammen mit dem Besetzschlägel ebnen. — 4. Besetzen, frz. eharger, bourrer, engl. to tamp, d. h. anfüllen, laden, der Bohrlöcher in Gruben oder Steinbrüchen ist es für die Gefahrlosigkeit der Schießarbeit unentbehrlich, Patronen anzuwenden. Dieselben bestehen gewöhnlich aus geleimtem Papier und sind für nasse Bohrlöcher durch Tränken mit Wachs, Pech oder Leinölfirniß wasserdicht herzustellen. Nachdem die Patrone in das Loch gebracht ist, wird dasselbe mit Besatz (s. d.) gefüllt, wobei viel Vorsicht anzuwenden ist, da durch die Kompression das Pulver sich entzünden kann. Auf das Pulver kommt ein Schießpfropfen, meist ein kleiner Holzeylinder von 2 em. Höhe, der mit einer Spur für die Nadel versehen ist, seltner nimmt man statt dessen Papierpfropfen, Waldmoos u. A. Auf den Schießpfropfen kommt das eigentliche Besatzmaterial. Das beste Material ist quarzfreier Lehm oder Letten, der zu Nudeln (Welgern) oder zu breiten dünnen Kuchen geformt ist; reiner Thon erhärtet zu sehr, fordert stärkeren Druck beim Besetzen und bindet weniger. — Um endlich die Zün dung einzubringen, wird mit Hülfe der Schießnadel ein Zündkanal gebildet, den man früher mit losem Pulver, jetzt mit dem sogenannten Zünder ausfüllt. Die Zünder sind Röhrchen aus 5 Schilf, Hollunder, Haselnuß,“ od. Halmstengel, die mit feinkörnigem Jagdpulver gefüllt werden, da sich dasselbe schnell entzündet und stark schlägt. — Sind diese Vorbereitungen beendet, so ist das Bohrloch besetzt und kann weggethan, d.i. angezündet werden; s. d. Art. Zünder und Sicherheitszünder. (87.)