Feedbrennen
TechnikBau-Lexikon 1881

brennen, akt. 3., 1. Branntwein b., frz. distiller, engl. 10 distil, s. d. Art. Brennerei. —2. Durch Einbrennen mit glühendem Eisen zeichnen, bezeichnen. — 3. Pfähle oder Balken brenntman, um sie gegen das Verfaulen zu schützen, s. abbrennen. — J. Ziegehbrennen, frz. cuiré delabrique, engl. to burn, to bake bricks, s. Ziegelfabrikation. — 5. Kalk b., frz. cuire la chaux, engl. to burn lime. — 6. Metall b., frz. caleiner, griller, engl. to caleine, to roast, es nochmals und zwar so lange schmelzen, bis alle Schlacken entfernt sind; s. auch d. Art. rösten u. zubrennen. — 7. B. des Fensterbleies, s. v. w. löthen. — 8. B. des Lehms, Zubereitung desselben zu einem Düngemittel für sandige Aecker, indem man von Lehm u. Torf oder Steinkohlen an Orten, wo dergleichen im Ueberfluß sind, Kugeln bildet, diese auf einander häuft u. brennt. — 9. (Schiffb.) ein Schiff b., frz. chauffer un vaisseau, Jui donner lé feu, engl. to breamsa ship, dasselbe behufs der Ausbesserung und neuen Kalfaterns durch leichtes Feuer von dem alten Theer u. Pech reinigen. — 10. Planken b., frz. chaukler un bordage, engl. to bend by héeating, by boiling, d. i. sie durch Anwendung von Feuer bähen u. biegen, s. d. Art. Brennbock 2. — 11. Kohlen u. Kohks b., frz. carboniser, engl. toburn, tocarbonize, tochar. — 12. (Glasm.) das Boder Einbrennen der Farben des Glasmalers geschieht in einer sog. Muffel, in welche die Glastafeln theils gestellt, größtentheils aber auf in der Muffel befindlichen Platten mit Unterlage von Sand, Kalk oder Gips gelegt werden. Hier muß man sich vorsehen, daß kein Theil dieser Unterlagen auf die Farben stäubt, da Farben wie Blau, Purpur, Grün u. alle leichtflüssigen Farben sich mit diesem Staub verbinden u. entweder ganz verderben od. doch rauh, unklar u. fleckig werden. Auch muß beim Einbrennen die Muffel gegen Zuzug von Rauch vollständig geschützt sein, da jeder Rauch zerstörend auf alle hellen Farben einwirkt. Sind die zu brennenden Gläser in die Muffel gebracht, so ist dieselbe sorgfältig zu verschließen, und nun zündet man unter der Muffel das Feuer an, wobei als Brennmaterial je nach Beschaffenheit der Muffel Holzkohle, Holz, Steinkohle od. auch Gasflamme dient; die Hitze wird nur allmählich verstärkt u. so das Glas in der Muffel bis zu einer Farbe, welche den Uebergang von Roth- auf Weißglühhitze bildet, erhitzt, worauf man wieder sehr allmählich abkühlen läßt; wenn das Glas zu schnell abkühlt, springt es sehr leicht. Neuerdings brennt man auch Farben in den Strecköfen ein (Weiß), doch dieses Verfahren ist nur für große Glastafeln bei ganz großer Fabrikation u. starkem Absatz von Vortheilwegen der Kostspieligkeit eines solchen Ofens. Ist das Glas dem Brennofen entnommen, hat der Glasmaler die Farbe gut abgekühlt aus dem Feuer gebracht, u. haben sich die Farben gut u. fest mit dem Glas verschmolzen, so daß man nicht im Stande ist, die Farbe mit einem scharfen Messer wegzukratzen, dann kann man es seiner weiteren Bestimmung übergeben. 4. Scνhμπìñ.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 475Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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