Bogenverband, m., frz. assemblage des ares, engl. arch-bond; der Verband für Hausteinbögen ist sehr verschieden u. wird das Nöthigste darüber in d. Art. Mauerbogen, Steinschnitt u. Verband beigebracht werden. Was nun die Ausführung der Mauerbögen aus Backsteinen betrifft, so werden dazu entweder die gewöhnlichen Mauersteine mit parallelen Lagerflächen verwendet, oder es werden Steine nach dem der Wölblinie entsprechenden Fugenschnitt mit keilförmigen Lagerflächen dazu besonders geformt. Der Verband eines Mauerbogens von bestimmter Stärke und Länge ist von der Form der Wölbsteine unabhängig. Mag der Bogen seiner Stärke nach aus einer od. aus mehreren über einander gesprengten Mauerungen bestehen, so müssen die Lagerfugen durch die ganze Tiefe jedes einzelnen Bogens ohne Wuterbrechung hindurchgehen, so daß sie in der Bogenstim centrale, in der Bogenlaibung 9—— mit der Achse der Wölbung parallele Linien bilden. Die Stoßfugen zweier auf einander liegender Wölbschichten dürfen weder in derBogenstirn, noch in der Bogenlaibung, noch im Innern des Wölbkörpers auf einander treffen, müssen vielmehr von Schicht zu Schicht überdeckt sein. Bei dem Verband für Mauerbögen ist die Anwendung kleiner Steinstücke zu vermeiden u. aus diesem Grund eine eindes mit abwechselnden Läufer- u. Binderschichten anzuordnen. Bei dem Mauern von Bögen aus gewöhnlichen Backsteinen müssen die Steine entweder am untern Ende keilförmig zugehauen oder am obern Ende mit keilförmigen Steinsplittern so unterfüttert werden, daß die obere Lagerfläche genau der Richtung des Fugenschnittes entspricht. Das Zuhauen der Steine ist zeitraubend und kostspielig, und das Unterfüttern der Steine am Bogenrücken hat den Nachtheil, daß beim Ausrüsten der Bögen die Fugen der nicht nach ihrer ganzen Länge gleichmäßig unterstützten Steine sich hauptsächlich nach der inneren Laibung öffnen, und hiernach die Verbindung der Steine mit dem Mörtel, worauf die Festigkeit des Bogens hauptsächlich beruht, geradezu aufgehoben wird. Beträgt die Stärke eines Backsteinbogens nicht mehr als die Länge eines Steins, so ist die keilförmige Gestalt der Lagerfugen zwischen den Steinen in der Regel so unbedeutend, daß ein stärkeres Auftragen von Mörtel gegen den Rücken des Bogens ausreicht, die obere Lagerfläche der Steine in die Richtung des Fugenschnittes zu bringen, und es wird das Schwinden des stärker aufgetragenen Mörtels dadurch ohne Nachtheil für die Tragfähigkeit des Bogens, daß beim Ausrüsten die oberen Fugen sich mehr schließen, ohne daß an der untern Laibung die Fugen sich öffnen müßten. Da mit der Stärke der Bögen die Erweiterung der Lagerfugen nach oben zunimmt, und dies um so mehr, je kleiner der Krümmungshalbmesser ist, so ist anzurathen, Bögen von mehr als 1½ Stein Stärke aus mehreren ohne Zusammenhang über einander gewölbten Ringen bestehen zu lassen, s. Fig. 768 und 769. Der erste Bogen von geringstem Durchmesser wird nach erfolgtem Schließen ausgerüstet, so daß er für die darüber gesprengten Bögen als eine Unterrüstung betrachtet werden kann, welche keine nachtheilige Senkung mehr befürchten läßt. Bei dem Verfahren der Engländer jedoch, Mauerbögen, ja selbst Gewölbe von großer Stärke aus über einander gemauerten Ringen, welche nur ½ Stein Stärke haben, herzustellen, kann die Einrüstung erst nach dem Schluß des letzten Bogenringes herausgenommen oder muß nach und nach gesenkt werden, weil die einzelnen Ringe für sich zu schwach sind, um m sich nicht nach dem Wegnehmen der Rüstung zu senken und seitlich auszubauchen. Bei den Römern waren diese ringförmig über einander gewölbten isolirten Mauerbögen beinahe allgemein üblich. Das Mauern der Bögen muß von beiden Widerlagern aus gleichzeitig und an jedem Fußende des Bogens mit derselben Schicht des in zwei Schichten abwechselnden Verbandes begonnen, und auf beiden Seiten immer in gleichen Höhen bis zu dem auf den Lehrbögen bezeichneten Scheitel fortgesetztwerden. Der Bogen darf in dem Scheitel keine Fuge haben, sondern muß durch einen Stein, welcher durch eine Senkrechte im Scheitel halbirt und Schlußstein oder Bogenschluß genannt wird, im Scheitel endigen. 8.) Vogenweite, f., Zogenspannung, Bogenöffunng, k., Bogenlichte, u., frz. Poussée, f., engl. spam, widthof am arch, die Entfernung der Aufstandspunkte des Bogens von einander, also auch das Entfernungsmäß der Pfeiler von einander. Vogenziegelofen, m. (Ziegelb.) Dies sind die gewöhnlichsten Oefen, deren man sich zum Brennen der Dachziegel mit Holzfeuerung bedient. Sie Au sich nin von anderen Ziegelbrennöfen, daß bei denselben das Feuerungsmaterialin der ganzen Ausdehnung des Ofens unter die eingesetzten Lehmziegel gebracht wird. Dergl. Oefen fassen 30—100000 Stück Flachziegel, doch nehmen die größeren im Verhältnis mehr Brennmaterial in Anspruch; der innere Raum ist mitziemlich dicht aneinander gestellten Bögen überspannt, auf welchen die Steine regelrecht aufgeschichtet werden, so daß das Feuer durch die Oeffnungen zwischen denselben durchströmen kann. Solche Oefen erhalten massive Umfangsmauern, außerdem auch noch eine mit Strebepfeilern versehene leichtere Außenmauer; der Zwischenraum beider Mauern ist mit Erde ausgefüllt; zum Aufenthalt der Brenner dient ein Anbau, welcher zugleich die Mündungen umfaßt. Um das Feuer zu vermehren od. zu schwächen, können die Feuerungsthüren geöffnet od. geschlossen werden. Die anderen Thüren, welche man Sandthüren nennt u. durch welche man aus- u. einsetzt, werden, wenn der Ofen gefüllt ist, vermauert und Vogenzirkel, m., frz. compas m. à quart dée cercle, engl. wing-compassés, Pl., ein in den verschiedensten Zirkel, dessen einer Schenkel an der inneren Seite eine ge—