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BaukunstBau-Lexikon 1881

Bohlendach, n., frz. comble m. à planches courbées, ist ein solches, dessen Konstruktion hauptsächlich aus Bohlenunen, so sind beiten der i donstruktion Unterbrechu t gemachten geringer Di ktion werden Moller 182 iten Bogen-Kirche zu D ch Vernage⸗ Die Bohlen 0—772. Zu Art. Bohlendach. n der Weise der obere Th enstücke, auf rippen haber den Flächen rippen unter eine solche derrippen um., bei erst- gehenden 31 isatz in der durch Querg ifnahme der bunden. Die ängenriegel hindert durch uf die Weise taillées, bb, nen Pfostendick sind u. d velcher die der ganzen Bogenrippe zukommende zu tragen hat. Wegen der durch das Ausarinneren und äußeren Bogenlinien bewirkten ung der Längefasern werden die Bohlen mögdabei aber, wegen der durch öfteres In- und dergreifen bewirkten größeren Steifigkeit, von icke angewendet. Die nach diesem System von 22—27 ausgeführte Kuppel der katholischen Darmstadt hat einen Durchmesser von 33 ½ un. wippen gehen dabei nicht alle auf die ganze Fig. 772. heil nur aus drei Bohlen besteht. Die Zwischenmeine durchgehende Breite von drei Bohlen. . 772 ist die Längenverbindung der Bohlenv sich ersichtlich. & sind durchlaufende Binind Bist eine der nur auf ½ der Höhe durchwischenrippen. Zunächst werden die Rippen gurte ce, frz. Iiernes f. Pl. transversales, verie Bewegung der Rippen nach außen wird verch die Ringe oder Gurtbänder, frz. liernes en- „welches aus Eichenholz, 10 em. hoch, 2½ em. die Kuppel auf ähnliche Art umgeben, wie die Reifen eines Fasses. Das Ablösen der einzelnen Bohlen, aus denen die Rippe besteht, von einander wird zwar zuerst, biszum Aufrichten, durch Nägel, dann aberwirksamer durch die Keile dd verhütet, welche aus trockenem Eichenholz gefertigt u. von denen die einfachen 2½ em. dick, die doppelten an den Stoßfugen der Bohlen 1½ em., beide aber 9em. breit sind. Das Aufspalten der einzelnen Bohlen, aus denen die Rippen der Kuppel bestehen, wird dadurch verhindert, daß unmittelbar an den durch die Gurtbänder bh ugehenden! Keilen 50 em. lange Schrauben ée Fig. 772 von rundem, 1em. starkem, gezogenem Eisendraht angebracht sind, welche die inneren u. äußeren Gurtbänder verbinden u. so die dazwischen liegenden Bohlenrippen zusammenpressen.“ Desl'Orme bestimmte die Dimension der Bohlen bei 7,% m. Durchmesser auf 21em. Breite u. 2 cm. Stärke; bei 11½½ m. Durchmesser auf 27 „em. Breite u. 4 em. Stärke; bei 19,% m. Durchmesser auf 35 em. Breite u. 5 em. Stärke. Am meisten zu befürchten ist das Setzen oder Senken der Bohlenrippen, da dieselben aus vielen einzelnen und kurzen Stücken bestehen u. auch bei der sorgfältigsten Bearbeitung nicht alle Stoßfugen mit gleicher Genauigkeit 2⁵½ schließen. Um die Nachtheile der — Ungleichheit des Setzens zu vermeiden, sind die Gurtbänder beb mit ihrer halben Holzdicke in den 3 5 Rippen eingelegt, dergestalt, daß sie mit der hohen Seite tragen. Jede Senkung einer einzelnen x Rippe theilt sich auf diese Art den nebenstehenden Rippen mit, kann aber weder nach oben noch nach VI unten fortwirken, sondern bleibt 34 zwischen den nächsten oberen und Wi unteren horizontalen Gurtbän— 12 dern eingeschlossen. Diese Kon— —— struktion hat sich nach dem Los⸗ Fig. 774. schlagen der Unterstützungsgerüste auch nicht um eine Linie gesenkt u. bis heute unverändert erhalten. Ein neu aufgestelltes Bohlenkonstruktionssystem, welches von dem französischen Ingenieur Emy im J. 1825 bekannt gemacht wurde u. nach dem Erfinder das Emy'sche genannt wird, weicht von dem Delorme'schen wesentlich dadurch ab, daß die Bohlen von möglichst großer Länge genommen und nicht auf die hohe Kante gestellt, sondern auf ihre flache Seite über einander gelegt, dann gekrümmt und unter sich durch umgelegte Eisenbänder u. durchgehende Schrauben verbunden werden. Fig. 773 stellt ein von Emy ausgeführtes Sprengwerk dar, welches eine Spannweite von 23 m. hat, den Dachstuhl einer Reitbahn zu Libourne bei Bordeaux. Die Bogen bilden bei diesem System nicht die Decke des Raumes als Gewölbe, sondern sind nur der Hauptbestandtheil eines gesprengten Dachbinders. Die Bohlenrippen für sich allein würden bei dem Bestreben der Bohlen, in ihre natürliche Lage zurückzukehren, ihre Form verändern. Um sie in ihrer Form zu erhalten, gehen von senkrechten Wandpfosten, Widerlagssäulen, frz. jambes de force, und von den Bundstreben, frz. arbalétriers, des über der Bogenrippe befindlichen Dachstuhles aus Doppelzangen, frz. moises normales, nach dem Mittelpunkt des Bogens gerichtet, über denselben hinweg, welche durch Ueberschneidung und durchgehende Schrauben den Bogen in der richtigen Krümmung erhalten, zugleich aber auch die Belastung gleichmäßig auf den Bogen vertheilen. Die Widerlagssäulen sind doppelt, sitzen mit dem Bogen auf einer gemeinsamen Schwelle, nehmen vom Fuß an den Bogen nach Fig. 774 zur Hälfte seiner Stärke auf und sind mit dem Bogen am Fuß durch ein umgelegtes Eisenband verbunden, welches mittels einer auf der Rückseite durch eine vortretendeVerkröpfung gehenden Schraube fest angezogen werden kann. Zur Längenverspannung sind über dem Bogen mehrere Längenriegel, jedesmal deren zwei, welche durch Schrauben unter sich u. mit den Doppelzangen verbunden sind, angebracht. Der Bogen besteht hier aus fünf auf einander gelegten Bohlen von 13 em. Breite und 5½ em. Dicke, ist zwischen jeder Doppelzange mit einem verschraubten Eisenband umschlossen und, in gleichen Abständen zwischen den Eisenbändern und den Zangen, in der Mitte auf die Hochkante zusammengeschraubt. Man kann Bohlendächer begreiflicherweise noch auf mancherlei andere Artkonstruiren. Daß dieselben sehr — Fig. 773. anderseits aber doch nur ein gegen Solidität u. Wahrheit verstoßender Nothbehelf. Ms.)

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 439Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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