Aspremont-Linden, ein adeliges, in Belgien ansässiges Geschlecht, welches seinen Namen von dem gleichnamigen Städtchen in der belg. Provinz Limburg führt und ein Zweig des Hauses Este zu sein Imin Dasselbe teilte sich fruh in die beiden Linien von Aspremont und von Linden. Die erstere stiftete Gobert III., dessen Enkel Gobert V. durch Ludwig den Heiligen zum Herzog erhoben wurde; seine Nachkommen nannten sich Fürsten und Grafen von A., Amblise und Dun. Seit dem 14. Jahrh. waren ihre Besitzungen im heutigen Belgien und Holland sehr umfangreich. Theodori 1.wels VI., Graf von A., Vicomte von Dormale, welcher im 16. Jahrh. lebte, hatte von seiner Gemahlin, Marie von Eldern, zwei Söhne, Robert und Hermann, die abermals Stifter zweier Linien, einer ältern und einer jüngern, wurden. Die letztere, deren Glieder sich seit 1623 erloch von Reckheim, seit 1676 von A. nannten, erlosch 19. Sept. 1819 mit dem Tode des Grafen Johann Gobert im Mannsstamme; die ältere, die 1610 in den Reichsfreiherren⸗ und 16. März 1676 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde, blüht 90 jetzt unter dem Namen A. Ferdinand Gobert, Graf A., geb. 1643 zu Reckheim in Westfalen, trat erst in kurbayrische, dann in kaiserl. Dienste und kommandierte als kaiserl. Feldmarschalllieutenant 1686 bei dem Sturme auf Ofen. Zum Kommandanten von Esseg 1687 ernannt, blockierte er 1689 Großwardein und Bader in und um Belgrad, als Prinz Ludwig von Baden nach cad von Musta den Oberbefehl. Als 1690 Belgrad von Mustafa Köprili belagert wurde, mußte er 8. Okt. 1690 die Stadt übergeben. 1 dessen wurde er zu Wien einige Ren gefangen gesetzt. A. starb auf seinem Gute Reckheim 1. Febr. 1708. — Ferdinand Karl, Graf A. und Linden, geb. 17. Sept. 1689, trat in österr. Kriegsdienste, zeichnete sich 1734 und 1735 in der Rheinarmee, seit 1743 in talien vielfach aus und war auch, 1754 zum thätig. Er starb * Aug. 1772 zu Wien als kaiserl. Feldmarschall. — Frangois de la Mothe Villebert, Vicomte d'A., trat 1650 6 gleicher Zeit mit Vauban in franz. Kriegsdienste und widmete sich vorzüglich dem Belagerungskriege und dem H Er nahm 1653 Bordeaux, Bourg und Libourne; 1655 belagerte er Stenai, Landrecy, Condé, St.⸗Guillain, entsetzte Arras und wurde vor Condé, Valenciennes und Gravelines verwundet. Unter Turenne kämpfte er 1658 als Marechal-de-Camp gegen die Draay, und leitete dann 1672 die Angriffe auf Orsay, Rheinbergen, Nimwegen und eroberte die Schanze auf dem Bommelerwaerd. Auch entschied er 1677 in Spanien den Sieg bei Espouilles in Catalonien. Durch seine Befestigungswerke, namentlich zu Toulon, wo ihn 27. Juni 1678 der Tod überraschte, hat A. sich neben Vauban in der Geschichte der Kriegsbaukunst einen Namen erworben.