Heiurich der Jüngere, Herzog von Braun-Wolfenbüttel, zweiter Sohn Heinrichs des Altern, geb. 10. Nov. 1489, folgte 1514 seinem Vater in der Regierung. Bald nach seinem Regierungsantritt kam er mit dem Bischof von Hildesheim in Fehde, die für ihn in der Schlacht bei Soltau (29. Juni 1519) unglücklich endigte. Durch die Gunst Kaiser Karls V. wurden jedoch nachmals ihm und seinem Vetter Erich fast sämtliche hildesheimische Stiftslande zugesprochen. Im Bauernkriege (1525) zog er dem Landgrafen Philipp von Hessen und dem Herzog Georg von Sachsen zu Hilfe und 1528 begab er sich auf Veranlassung Karls V. nach Italien mit 1000 wohlgerüsteten Reitern; allein das Heer wurde die Beute ansteckender Seuchen, und er selbst entkam mit genauer Not, als Knecht verkleidet. Inzwischen hatte die Reformation in seinem Erblande schnelle Fortschritte gemacht. H. blieb dagegen der alten Lehre und dem Kaiser ergeben. Am 16. Nov. 1537 gelang es ihm, seinen Bruder Wilhelm, den er durch eine 12jährige Gefangenschaft gebeugt hatte, zu einem Vertrage zu nötigen, wodurch das Recht der Erstgeburt und Alleinregierung im braunschw. Hause gesetzlich eingeführt wurde. Seinen unermüdlichen Bemühungen, die Katholiken gegen den vordringenden Protestantismus zu sammeln, gelang es 1537 die nürnberger kath. Liga zu stiften, deren Hauptmann er neben Ludwig von Bayern-Landshut wurde. Er bedrohte nun die von dem Kammergericht geächteten Städte Goslar und Braunschweig, welche die schmalkaldischen Bundesgenossen zu Hilfe riefen. H. wich vor ihrer Ubermacht zurück, und bald hatten sie nicht nur sein Erbland, sondern auch das feste Wolfenbüttel erobert. Nach längern Werbungen glückte es ihm, Sept. 1545 wieder in sein Land einzubrechen, aber in der Schlacht beim Kloster —— umzingelt, mußte er sich mit seinem ältesten ohne Victor an Philipp vonHessen ergeben. Als er nach der Schlacht bei Mühlberg (1547) wieder in Freiheit gesetzt wurde, sollte Braunschweig entgelten, was es zur Unterstützung seiner Feinde gethan. Doch während er 1550 die Stadt belagerte, fiel Graf Volrath von Mansfeld in die wolfenbütteler Länder ein, und H. sah sich genötigt, mit Braunschweig einen Vertrag abzuschließen, welcher alles beim alten beließ. Der Einbruch Markgraf Albrechts in Braunschweig 1553 bewog H. zum Bunde mit Kurfürst Moritz. Bei Sievershausen trafen 9. Juli 1553 die Heere aufeinander. H. und Moritz siegten; allein des erstern beide Söhne, Karl Victor und Philipp Magnus, blieben auf dem Platze, und sein Bundesgenosse wurde so verwundet, daß er bald nachher starb. Ein neuer Sieg über Albrecht verschafften H. auch das übergewicht über die Stadt Braunschweig, die sich nun unterwarf. Noch einmal traf H. den Feind unweit Steterburg und zwang ihn zur Flucht. H. starb 1568. Romanhaft ist H.s Liebe zu Eva von Trott, mit der er auf der Feste Staufenburg lebte und die ihm zehn Kinder gebar.