FeedAssimilation
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Assimilation heißt in der Gram matik eine Erscheinung, nach welcher zwei aufeinanderfolgende verschiedene Laute eines Wortes durch eine Modifikation der Aussprache eines oder beider einander ahnlicher werden. Die A. ist entweder rückwärtswirkend, wenn der zweite Laut sich den ersten ähnlich macht, z. B. lat. rec-tus (gerade) von regere (richten), wo die Tenuisnüt die Media g ebenfalls zur Tenuis (k) gemacht hat, oder vorwärtswirkend im umgekehrten Falle, z. B. mittelhochdeutsch Kemben, jetzt ckkämmeno. Die A. ist ferner entweder unvollständig, wenn die Laute zwar verändert werden, aber noch geschieden bleiben, wie in rectus, oder vollständig, wenn aus den ursprünglich verschiedenen Lauten zwei 4 also ein Doppellaut entsteht, z. B. ital. detto, ditto aus lat. dictus. Afsing (Ludmilla), deutsche Schriftstellerin, eine Nichte von K. A. Varnhagen von Ense (s. d.), geb. 22. Febr. 1821 in Hamburg als Tochter des auch als lyrischer Dichter bekannten Arztes Dr. D. A. Assing (geb. 12. Dez. 1787, Led. 25. April 1842) aus Königsberg. Nach dem Tode ihrer Eltern zo sie zu ihrem Oheim Varnhagen nach Berlin. Dur — machte sie die en von Wue Alexander von dumboldts, des Fürsten von Pückler-Muskau und vieler anderer ausgezeichneter Männer. Ihre ersten . Werke waren die Biographien „Gräfin Clisa von Ahlefeldto (Berl. 1857) und „Sophie von Laroche, die Freundin Wielandso (Berl. 1859). Im Besitz des litterarischen Nachlasses ihres Oheims und von ihm mit der Herausgabe desselben beauftragt, veröffentlichte sie nach dessen Tode zunächst den 8. und 9. Band von dessen »Denkwürdigkeiten) . 1859), welchen sie Briefe Alexander von Humoldts an Varahagen von Ense aus den J. 1827— 58e (I. bis 5. Aufl., Lpz. 1860) folgen ließ. Schon dieses Werk, welches großes Asthe erregt hatte 0 ihr herbe Anfeindungen zu. Noch mehr gescha ies infolge der Veröffentlichung der «Tagebücher von K. A. Varnhagen von Ensen (Bd. 1—6, — 1861—62; Bd. 1—4, 2. Aufl. 1863). Ende Mai 1862 wurde gegen sie in Berlin bezüglich des 3. und 4. Bandes jenes Werks ein Prozeß wegen Verletzung der Ehrfurcht gegen den König, Beleidigung der Königin u. s. w. eingeleitet, der 1863 ihre Verurteilung zu achtmonatlicher Gefängnisstrafe zur olge hatte. Eine wiederholte Anklage wegen einer 0 ähnlicher Vergehen in Bezug auf den 5. und 6. Band des Werks zog ihr 22. Febr. 1864 eine neue Verurteilung zu zweijähriger Gefängnisstrafe zu. Doch hatte — A. den drohenden Strafen dadurch entzogen, daß sie im Herbst 1861 nach Italien reiste und dauernden Aufenthalt in Florenz nahm. Hier verheiratete sie sich 13. Dez. 1874 mit dem ital. Lieutenant CEino Grimelli; doch wurde die Conversations-Lexikon. 13. Aufl. II. Ehe bald getrennt. Grimelli erschoß sich im Sept. 1878 zu Modena, Ludmilla A. ward Anfang 1880 ½* und in die Irrenanstalt (Manicomio „Bonifazio) zu Florenz gebracht, wo sie 25. März 1880 starb. ö In Italien veröffentlichte sie zunächst eine Übersetzung zweier Schriften von Piero Cironi aus dem Italienischen: Die nationale der in Italien von 1828 — 60 und «„Die Kunst der Rebellen» (Lpz. 1863); ferner: Tagebücher von K. A. Varnhagen von Ense (7. und 8. Bd., Zur. 1865; 9. bis 14. Bd., Hamb. 1868 — 70); 4 riefwechfel zwischen HBeice 90 und Oelsner» (3 Bde., Stuttg. 1865); „Briefe von Stägemann, Metternich u. s. w.» (Lpz. 1865); Vita di Piero Cironis (Prato 1865); La posizione sociale della donna (Mail. 1866); „Briefe von Chamisso, Gneisenau u. s. w.» (2 Bde., Lpz. 1867); (Piero Cironi, ein Beitrag zur Geschichte der Revolution in Italien » (Lpz. 1867); „Giuseppe Mazzinis Schriften. Aus dem Italienischeny (2 Bde., Den 1868); (Blätter aus der preuß. Geschichte (5 Bde., Lpz. 1868—69); „In memoria di Giovanni Grilenzonio (Genua 1868); 4«Biographische Porträtsv (Lpz. 1871); »Ausgewä lte Schriften von Varnhagen von Enses (19 Bde., 3. Aufl., Lpz. 1871— 76). Der Fürst von Pückler-Muskau hinterließ ihr seinen ganzen schriftlichen Nachlaß zur Ordnung und Herausgabe; sie veröffentlichte infolge dessen: Brie 0 und Tagebücher des Fürsten von Pückler-Muskau» (1. u. 2. Bd., Hamb. 1873; 3. bis 6. Bd., Berl. 1874); auf seinen Wunsch schrieb sie auch dessen Leben in: „Fürst Hermann von Pückler-Muskau. Eine Bioraphien (erste Hälfte, Hamb. 1873; zweite Hälfte, erl. 1874). Ferner gab sie aus dem Nachlasse Varnhagens noch heraus: «Tagebücher von F. von Gentz (4 Bde., Lpz. 1873—74), (Briefe von der Universität in die Heimaty (Lpz. 1874), Briefwechsel zwischen Varnhagen und Rahelv (6 Bde., Lpz. 1874 —75) und «Aus Rahels 940 enslebeno (Lpz. 1877). Varnhagens litterar. Nachlaß vermachte sie in ihrem XIgre N. der königl. Bibliothek zu Berlin. hre Mutter Rosa Maria A. war die Schwester von Varnhagen von * und 28. Mai 1783 zu Düsseldorf geboren. Der Ausbruch der Französischen Revolution trieb die Familie nach Straßburg, der Heimat der Mutter. Im J. 1796 begab füe die Familie nach Hamburg, wo Rosa Maria A. reunds ihres Verbindungen mit den Jugendgenossen ihres Bruders, namentlich mit Chamisso Neumann und Justinus Kerner, anknüpfte und si 1816 mit dem praktischen Arzt David Assur Assing vermählte, der sich Ian. 154 in Hamburg niederließ. Sie starb 22. Jan. 1840. Nach ihrem Tode veröffentlichte ihr Gatte: Rosa Marias poetischer

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 81Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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