Abensberg, Stadt im Bezirksamt Kelheim des bayr. Regierungsbezirks Niederbayern, an der Abens, einem rechten Nebenflusse der Donau, und an der Linie Ingolstadt-Regensburg der Bayrischen Staatsbahn, ist der Sitz eines Amtsgerichts, hat ein altes Schloß einst Residenz der Grafen von A.), ein 1871 restauriertes Mineralbad mit schönem Garten, eriebigen Hopfenbau, Wollspinnerei, einen Eisenanre eine Eisengießerei und eine Fabrik für euerspritzen und zählt 1885 E. Man hält A. für das Abusina Castra oder Abusinum der Römer und bemerkt daselbst noch die Spuren eines röm. Laers. A. ist Geburtsort des bayr. Geschichtschreibers hurmayr (s. d.), der sich danach Aventinus nannte und dessen Denkmal hier 12. Okt. 1861 enthüllt wurde. Bei A. schlug 20. April 1809 Napoleon den linken Flügel der österr. Armee des Erzherzogs Karl unter Er + Ludwig und General Hiller. ö benteuer, ein Wort der deutschen Schriftsprache, welches aus der franz. Form axenture (einer Ableitung vom mittellat. advenire für das klassische evenire) umgebildet ist, mit der höfischen Kunstpoesie des Mittelalters nach Deutschland kam und seit dem Ende des 12. Jahrh. in der mittel4r Wort 1 Form aventiure (femin.) erscheint. as Wort bezeichnet zunächst ein Ereignis überhaupt, dann aber insbesondere lurs, wenen Auswunderbares, zauberhaftes Ereignis, dessen Ausang ungewiß ist. Der Begriff des A. in diesem Einne entwickelt sich mit dem Rittertum und der ritterlichen Epik jener Zeit. Während in den epischen Dichtungen des 11. und 12. Jahrh. die Ritter vorzugsweise als fromme Glaubenshelden erscheinen, welche ihre A. in den Kämpfen mit den Saraenen im Morgenlande und den Mauren in Spanien suchen, bestreben sich seit dem Ende des 12. t die ritterlichen Dichter, die Helden ihrer Poesien durch Verbindung mit Feen unsterblich, durch die Hilfe von Zauberern unüberwindlich und durch Wunderthaten in der Art des Alexander der Orientalen interessant zu machen, wobei Riesen und Zwerge, Zauberhörner und Magnetberge eine Rolle spielen. Unter dem Einflusse, welchen die Darstellung der ritterlichen A. in der Litteratur des spätern Mittelalters gewann, wurde die Muse des Ritterabenteuers wie der ritterlichen Dichter als Frau Aventiurev personifiziert. Ein weibliches Wesen von göttlicher Schönheit, kann sie sich durch einen Ring, den sie ansteckt, unsichtbar machen, zieht so durch alle Lande und erscheint bisweilen dem Dichter, dem sie die zuverlässigsten Aufschlüsse über alles gibt, was er zu wissen verlangt. Was er von ihr erfahren hat, macht er dann in seiner Dichtung oder Märe, die deshalb auch selbst häufig Aventiure oder A. genannt wird, bekannt. Vgl. J. Grimm, «Frau Aventiurev (Berl. 1842). Mit dem Rittertum verschwand das A. aus dem Leben; doch blieb es bis auf neuere Zeit herab in der romantisch-epischen Poesie als Bezeichnung für die Darstellung von Ereignissen, bei welcher sich der Dichter des Wunderbaren, der Geister, Elfen, Feen u. s. w., als Maschinerie bedient. Auch nennt man A. die einzelnen Abschnitte größerer erzählender Dichtungen dieser Art. In der Sprache des gewöhnlichen Lebens bedeutet jetzt A. vorzugsweise ein auffallendes Ereignis, das mit Herkommen und Sitte nicht in Einklang steht. Aben teuer lich heißt das, was über das Herkömmliche Hiens eht und seine Entstehung mehr einer zügellosen Phantasie und blindem Thatendurst als einer vernünftigen und besonnenen überlegung verdankt. Wie der Begriff des A., so erfuhr auch der des Abenteurers im Laufe der Jahrhunderte mancherlei Wandlungen. Solange noch die schwärmerische Begierde nach A. für das Rittertum das Charakteristische war, galt Abenteurer oder (frz.) Aventurier als allgemeiner und ehrenvoller Name für alle Ritter, die auf A. auszogen. Nachdem das Rittertum zu einem polit. und sozialen Stande geworden, galten solche Ritter für Abenteurer, welche der bloßen Ehre halber von einem Turniere zum andern zogen. Es war dies jedoch immer noch ein Ehrenname, den berß Kaiser Maximilian nicht verschmähte. Als aber schließlich die Turniere zu bloßen chevaleresken Spielen, Ringelrennen, Karussellen u. dgl. ausgeartet, nannte man diejenigen, welche zu solchem gefahrlosen Wettstreit herausforderten, Rantenedores (frz. Mainteneurs), diejenigen hingegen, welche den Kampf annahmen, das A. bestehen wollten, Aventureros (frz. Aventuriers), Abenteurer. Dergleichen Abenteurer finden sich unter der Ritterschaft noch bis ins 18. Jahrh. herab. Unterdessen war jedoch der Name Aventurier oder Abenteurer schon längst auf eine Klasse von Personen aller Stände übertragen worden, die in unstätem Leben von einem Lande zum andern zogen und sich auf ungewöhnlichen Wegen einen Namen oder ein Vermögen zu erwerben trachteten. Die Entdeckung Amerikas und die Auffindung der neuen Handelswege nach Ostindien konnten der Entwickelung einer Richtung auf das Abenteuerliche in diesem Sinne nur günstig sein. Abgesehen von den Konquistadoren (0. d.) des 16. Jahrh., welche sich der Waffengewalt bedienten, entwickelte sich eine Gruppe von Kaufleuten, die Aventuriers, welche, bei Mangel an eigenen Mitteln, Kapitale erborgten und Waren dafür kauften, die an fernen Küsten mit reichem Gewinn verwertet wurden. (S. Gro 5javenturhandel.) Hieran reihen sich die militärischen, polit. und diplomat. Abenteurer des 17. und 18. Jahrh., wie Baron Ripperda, Graf Bonneval, Baron von Neuhof, Cloots, von der Trenck u. . w. Eine andere Klasse bilden die Abenteurer, welche namentlich im 18. seune v als Alchemisten, Geheimbündler, Magnetiseure u. s. w. den Aberglauben und die Leichtgläubigkeit der Großen ausbeuteten, wie Cagliostro, Graf Saint-Germain und viele andere. Casanova kann als Repräsentant derjenigen Klasse von Abenteurern gelten, die durch Spiel, Liebesintriguen, Duelle, ges ellschaftliche Talente und persönliche Bekanntschaften in der großen Welt Mittel für Lebensgenuß oder Ansehen „ gewinnen trachten. An diese Abenteurer schließt sich dann das nta, . b moderne Glücksrittertum.