Athapaskische Völker ist die Gesamtbezeichnung, unter der neuere Ethnologen und Lin uben. welche die weiten Gebiete der Westhälfte des brit. Nordamerika zwischen Churchill und oberm Saskatschewan im S., der Hudsonsbai im O., dem Felsengebirge im W. und dem von Eskimos bevölkerten Küstensaum des Arktischen Oceans im N. als Fischer und Jäger durchschweifen und in Bezug auf physische Beschaffenheit, Sitte und Sprache eine große Ähnlichkeit b en. Die wichtigste unter diesen Völkerschaften (welche sich selbst Tinneh, d. i. Menschen, nennen) sind die Chepewyans. Dieselben betrachten die Gegenden zwischen dem Großen Sklavensee, dem Athapascasee und dem Missinippi uehen uls als ihre ursprünglichen Jagdreviere und stehen als Hunters (Jäger) der Hudsonsbai-Kom-Suvz namentlich mit deren Forts am Großen Sklavensee und Athapascasee in Verkehr. Die Chepewyans bilden den zahlreichsten Stamm der ganen athapaskischen Familie. Zu letzterer gehören serner ie Dogribs oder Hundsrippenindianer, auch Sklaven —0. genannt, im O. des Mackenzie und im N. des Großen Sklavensees, nach dem Martinsee und dem Kupferminenfluß n die Hasenindianer (Hare Indians) im N. des Sklavensees am Mackenzie abwärts; die Kupferindianer (auch Birkenrindenmänner) im O. des Fichlluß; zwischen Kupferminen⸗ und Großem Fischfluß; die ed-Knives oder Gelbmesserindianer im O. der Dogribs und im NO. des Großen Sklavensees. Während diese Stämme in Bezug auf Sitte, Lebensweise und Sprache nur Louchen nterschiede zeigen, haben die Digothi oder Loucheux am Unterlauf des Mackenzie bis an das Eismeer manches Abweichende und zeigen Ahnlichkeit mit den benachbarten Eskimos. Etwas ferner stehen die unter sich nahe verwandten Biberindianer (Beaver 2*½ und die Bergindianer oder Strongbows (wohl identisch mit den Sicani oder Sicannies), von denen erstere unter 56—59 nördl. Br. am Friedensfluß (Peace-River), letztere südlich davon am Felsengebirge wohnen. Endlich zählen 1 zu den Athapaskischen Völkern die Sarlers oder Sussies, die zwischen den Quellen der Flüsse Athapasca und Saskatschewan jagen: die Tahkali (Tacullies) oder Carriers, die im W. des Felsengebirgs bis zum Küstengebirge unter 52½—56 streifen und somit die einheimische Bevölterung eines Teils von Britisch-Columbia bilden, und die Kutschin, die in den Gebieten westlich des untern Mackenzie zwischen 130 und 150 westl. L. (von Greenwich) bis zum 65. nördl. Br. hausen. Nach den in neuester Zeit von Buschmann angestellten Forschungen bilden alle diese Völker zusammen nur den einen Ast eines räumlich ungemein verbreiteten, jedoch in sich teilweise sehr zersprengten Völker⸗ und 96s Athapastif welcher unter der Bezeichnung des Athapaskischen ölker- und Eprachstammes in die moderne Ethnographie und Linguistik ein relln worden ist. Derselbe gliedert sich in drei Abteilungen, von denen engern Sinne umfaßt, während eine zweite durch die unter Duathic Stämmen eingesprengten Völkerreste in Qualhioqua, Tlatskanai, Umpqua und Hupah im Staate Oregon und in dem Territorium Washington gebildet wird; die dritte Abteilung umfaßt die Apachen (s. d.) mit den Navajos (Apaches de navajo) in den südlichsten Teilen der Vereinigten Staaten und den angrenzenden Gebieten Mexikos In einem entferntern zu den Athapasken stehen die Kinai-Völker in äußersten Nordwesten „Der Athapaskische Sprachstamm (Berl. 1856) und „Die Verwandtscha kischen Sprachen»( erl 1863); Waitz, Die Anthropologie der Naturvölker (Bd. 3 u. 4, Lpz. 1862 — 64), und Die (Epz. 1865); Friedr. Müller, Allgemeine Ethnographiev (2. Aufl., Wien 1879).