Augapfel, s. unter Auge, S. 197. Angé, nach der griech. Sage eine Tochter des Königs Aleos in Tegea, wurde dort im Heiligtum der Athene von Hercules Mutter des Telephos (s.d.). Als ihr Vater dies erfuhr, ward die Mutter nach einigen mit dem Kinde dem Nauplios übergeben, der sie ins Meer werfen sollte. Nach andern wurde das Kind allein auf dem Partheniongebirge ausgesetzt. Als Grund dafür wird entweder die Entweihung des Heiligtums der Athene oder ein Ausspruch des Orakels angegeben, daß ein Sohn der A. die Söhne des Aleos töten werde. A. ward aber gerettet und kam zum König der Mysier, Teuthras, der sie zur Gattin nahm. Nach der einen Darstellung wurde sie mit dem Kinde in einem Kasten ins Meer ausgesetzt und trieb in diesem nach Mysien. Nach andern wuchs ihr Kind A dem Partheniongebirge auf, wo es eine Hindin säugte und Hirten es auffanben und erzogen. Hygin erzählt, daß Telephos, um seine Mutter aufzusuchen, nach ½⁷ gekommen sei, wo er den Teuthras von der Gefahr, sein Reich zu verlieren, befreite. Dafür versprach ihm Theutras die Hand seiner Pflegetochter A. und das Reich. A. aber, des Hercules eingedenk, weigerte ch, des Telephos Gattin zu werden und zückte im rautgemach das Schwert —— Telephos. Ein Drache schützte aber diesen, der nun seinerseits A. mit dem Schwerte bedrohte. In der Not rief A. den Hercules, ihren Gatten, an und daraus erkannte Telephos die Mutter und stand von der That ab. Aschylus, Sophokles und Euripides haben diese Sagen in (verlorenen) Tragödien behandelt. anelübt es von einzelnen Scenen bildliche Darstelungen, von denen namentlich die aus dem kleinern Fries von dem großen Altar zu Pergamon (s. d.) zu erwähnen sind. Ursprünglich sind A. und Telephos Lichtgottheiten gewesen. Auge. Das menschliche A. ist wohl das vollkommenste optische Instrument, das überhaupt erdacht werden kann. Das nahezu kugelige Organ Augenodd genannt) 9— in der knöchernen ugenhöhle (s. Tafel: Auge des Menschen, ig. 3), die eine liegende unregelmäßig vierseitige yramide bildet, mit der Basis nach vorn undaußen, mit der Spitze nach hinten und innen gerichtet. Diese Se ist von einem sehr lockern und sehr fettreichen e 0f t ancchlie welcher für das A. ein weiches, üÜberall gut anschließendes Lager bildet, das den Augapfel mit Ausnahme seines vordern sichtbaren Dritteils umschließt und die Bäuche und Sehnen der Augenmuskeln in ihrer 2 Auge Lage erhält. Der Augapfel selbst (s. Tafel: Auge des Menschen, 04 1) hat einen Durchmesser von etwa 24 mm und besitzt als äußerste Hülle eine weiße undurchsichtige, wie Leder oder dünnes Horn biegsame Haut, die as Weihe in die harte Haut (Tunica selera), das Weiße im Auge genannt. Auf der Vorderfeite wird dieselbe dnner und auf einem kleinen kreisförmigen Teile der dichtn wie ein Uhrglas, um den Durchgang der Lichtstrahlen zu ermöglichen; dabei aber sie von 6 fester Beschaffenheit, daß sie selbst kräftigen äJußern Einwirkungen widersteht. Dieser Teil führt den Namen durch⸗ (cornea) und ist stärker gewölbt als der übrige Teil des Augapfels. Hinter der Hornhaut befinden sich ein ebenes, kreisförmiges und gefärbtes Häutchen, die Die Wolbung der oder Iris, welche gleich5 die Wölbung der Hornhaut von dem übrigen eile des A. abtrennt. R0 der Mitte ist das kreisförmige Scheibchen durchbohrt, und diese gleichfalls runde Offnung führt den Namen Stern des A. (pupilla); betrachtet man die offnung von vorn, so ist sie schwarz, und 1 5n wird sie das Schwarze im A. genannt. Die Farbe des A. wird durch die der Iris bedingt. Zwei Muskeln, die in das Iris-Euchtn eingelagert sind, bewirken, daß bei heller Beeuchtung die Pupille lleiner wird und sich bei Beschattung wiederum erweitert und so unwillkürlich die Größe des ins A. fallenden Strahlenkegels reguliert. Hinter der Iris und der „ befindet sich ein durchsichtiger Körper von der Gestalt einer kleinen, doppelt erhabenen Linse, daher die Krystalllinse aekrgen Die übrige Höhlung ist erfüllt von einer lebrigen Flüssigkeit, die durchsichtigem Eiweiß oder geschmolzenem Glase ähnlich ist und daher auch Glaskörper, Glasfeuchtigkeit numor vitreus) genannt wird. Ein anderes durchsichtiges Mittel, die wässerige Feuchtigkeit uumor aqueus), findet sich zwischen der Linse und der Hornhaut. Die Panne innere Seite der Lederhaut ist mit einer zarten räunlichroten Haut, der Aderhaut (chorioidea), überkleidet. Durch diese dunkle Umkleidung, die den künstlichen Apparat einer Camera obscura (s. d.) ähnlich macht, wird eine Undeutlichkeit des Bildes, die unfehlbar aus den vielen Zurückwerfungen der Lichtstrahlen im Innern des A. hervorgehen würde, verhindert. Zwischen der Aderhaut und der gläsernen Feuchtigkeit liegt endlich eine feine, zarte, weiße Haut, die Netzhaut ½˙ eine Ausbreitung des Sehnerven, der auf der Rückwand in das A. etwas von der Seite eintritt, mit dem Gehirn in Verbindung steht und die Brücke bildet, über welche die Eindrücke der Außenwelt zur Wahrnehmung des Geistes überehen. Die Netzhaut besieht aus neun verschiedenen Schichten, von denen die innerste (fauf beistehender Fig. 1) von den aussern des Sehnerven, die äußerste von palissadenartig dicht nebeneinander stehenden äußerst feinen Stäbchen (b) und Zapfen (a) gebildet wird. Die Stäbchen und Zapfen sind als die eigentlichen Endorgane des Sehnerven, als die lichtpercipierenden Elemente des A. zu betrachten, und bilden mit ihren Fuß: · enden ein zierliches Mosaik, unter welchem eine Schicht ö farbstoffhaltiger dunkler Zellen sich ausbreitet. Die asern und Nervenzellen. Am Augapfel setzen sich i sechs Augenmuskeln an, welche den Augapfel bewegen. Außerdem gehören zum A. noch gewisse Schutz⸗ und Hilfsorgane, die Augenlider und