Atrium, n., lat., frz. aitre, m. (auch étre, estre, geschrieben), engl. atrium, Hof. Das Wort wollen Einige in höchst unwahrscheinlicher Weise vom Namen der Stadt Atria oder Hatria in Etrurien, Andere von ater, schwarz, ableiten, indem sie sagen, es sei das ursprüngliche Centrum des Hauses, der Herdraum, hier gewesen. Da dies sich aber nicht mit dem Einlassen des Regenwassers, das bei allen Atrien stattfand, verträgt, so bleibt nur die dritte Etymologie übrig, von S½νοσν (unter nicht ganz im Klaren, es scheint jedoch, als ob über der Eindeckung (Einwölbung) rings um das Oberlicht noch eine Reihe Zimmer gelegen habe, vielleicht mit Fenstern nach dem Oberlichtzu, welches so eine Art Tambour bildete. 2. A. hießen auch die Vorhöfe der altchristlichen Basiliken; diese Atrien waren oft mit Säulenhallen umgeben, und stets stand in der Mitte des Atrium ein Brunnen zu der durch den Ritus vorgeschriebenen Reinigung vor dem Eintritt in die Kirche; s. d. Art. Basilika u. Paradis. Die Sitte erhielt sich ziemlich lange; die ältesten Atrien dieser Art gehören zu St. Paolo fuori und St. Clemente in Rom, zu dem Dom von Novara, Triest und Capua vecchia 2c., die jüngsten bei St. Ambrogio in Mailand, bei den Domen v. Amalfi, Salermo, Parenzo, Aachen, Essen, an der Klosterkirche von Lorch, Limburg a. d. Hardt und Paulinzelle. 3. Die Benennung A. wurde bei den Römern auch auf Hallen angewendet, so gabes in Rom ein a. auctionarium, Auktionshalle, a. sutorium, Schuhverkaufshalle, a. sauciolum, der Richtplatz. 4. A. in der Bedeutung Begräbnisplatz, welches im Mittelalter vorkommt, bezieht sich wohl auf den unter 2 erwähnten Hof, der auch als Begräbnisplatz diente. „Attache, frz., f., I. kleine Klammer, Haspen, Krampe, Ose. — 2. (Glas) Hafte, Hefthaken, Bleihafte, Umleg, Windeisenring. — 3. (Mühlenb.) Achse der Windmühle, Hausbaum. — 4. Bindedraht beim Setzen v. Kachelöfen.