Ausfuhrzölle wurden im Mittelalter, wie die Eingangszolle lediglich im fiskalischen Interesse erhoben; man glaubte, daß dieselben hauptsächlich vom Auslande etragen würden. Mit dem Aufkommen der merkantilistischen Prinzipien trat immer mehr die Tendenz hervor, nur Rohstoffe und Lebensmittel, soweit deren Ausfuhr nicht verboten war, mit A. zu belasten, die Fabrikate dagegen freizulassen. In diesem Sinne ging namentlich Colbert bei der Aufstellung des Tarifs von 1664 vor, aber aus finanziellen Gründen war er +* nicht im Stande, die A. auf Fabrikate gänzlich abzuschaffen. 98 der ersten Hälfte des 19. ahrh. waren A. uc ostuff in den Tarifen der meisten Staaten (au in dem des Zollvereins) noch ziemlich IPaaich zu finden. Erst durch die an den franz.⸗engl. Handelsvertrag anknüpfende Reform wurden sie fast gänzlich beseitigt. Der Zollverein erhob seit 1865 nur noch einen kleinen A. von Lumpen und andern Abfällen zur Papierfabrikation und dieser letzte Rest ist seit 1. Okt. 1873 ebenfalls ciullhterten In den weniger entwickelten oder halbcivilisierten Staaten, namentlich solchen, die überwiegend Passivhandel (s. Aktivhandel) treiben oder ur ewisse Produkte (wie China für Thee, Peru für Guano, Brasilien für nopolhald u. s. w.) eine Art von natürlichem Monopol haben, spielen die A. als Finanzquelle noch jetzt eine bedeutende Rolle.