Avogadros Gesetz, ein wichtiger Fundamentalsatz der Chemie, welcher lautet: Gleiche Volumina verschiedener Gase oder Dämpfe enthalten eine gleiche Zahl von Molekülen.v Dieser bereits 1811 (von Amadeo Avogadro, geb. 1776, 11 185⁵6 als — or der Physik in Turin) formulierte Satz ist für die Entwickelung der Chemie von größter Bedeutung geworden, insofern er gestattet, das Molekulargewicht sämtlicher in Gas oder Dampf zu verwandelnder Körper festzustellen. Es sei das Molekulargewicht eines Körpers m, sein spezifisches Gewicht in Dampfform d, so muß der Quotient 4 eine für alle Körper konstante Zahl sein. Die Beobachtung hat nun ergeben daß bei allen wohlbekannten und unzersetzt flüchtigen Körr. diese Konstante = 28,9 ist, wenn man bei der estimmung des Molekulargewichts vom Wasserwich als Einheit und bei der des spezifischen Gewichts von der atmosphärischen Luft als Einheit ausgeht, während die Konstante =2 wird, wenn man das Atentsche Gewicht vom Wasserstoff als Einheit ableitet. Bezeichnet man die Kon tante oder das allen Dämpfen gemeinsame Molekularvolum mit e, so ist andererseits m d.c. Da nun das spezifische Gewicht des Dampfes mit Leichtigkeit zu ermitteln ist, so ergibt sich aus diesem auch das unbekannte Molekulargewicht eines Körpers. Die Analyse bt0 z. B. für das und28 ergeben, daß dasselbe besteht aus Kohlenstoff und asserstoff, und zwar in dem Verhältnis, daß auf 2 mnach um atome 5 Wasserstoffatome kommen, demnach kann das Molekulargewicht durch die Formel C, He, aber sein. Welches dieser Molekulargewichte das richtige sei, ergibt sich nach dem Avogadroschen Gesetz sgzort, wenn man das pezissche Gewicht des Dampfes kennt. Dieses ist für das Athyl von rankland zu 2,4 (Luft als Einheit) ermittelt. Es ist demnach auch 2,04 428,9 58,956. Der Formel Hs entspricht das Molekulargewicht 29, der Formel C.Hio das Molekulargewicht 58, der Formel 0%His das Molekulargewicht 87. Die Formel C.III0 stimmt daher nahe mit der beobachteten Größe überein, daß diese das wahre Moleku argewicht repräsentieren muß.