FeedBäckerbein
HeilkundeBrockhaus 1882

Bäckerbein (Knickbein, X-Bein, genu valgum) nennt man diejenige Verkrümmung des Knies, bei welcher das Knie nach innen, der Fuß nach außen gewandt ist, sodaß sich am Knie ein mehr oder weniger hochgradiger, nach außen offener Winkel findet. Zeigt sich das Übel, wie gewöhnlich, an beiden Beinen, o stellen dieselben beim Geradestehen die Figur eines X dar. Die Difformität entsteht entweder bei Kindern im 2. bis Z. Lebensjahre infolge von Englischer Krankheit (Rachitis) „oder erst Mobm dem 10. und 20. Lebensiahre infolge zu großer Anstrengung der Beine bei relativ schwachem Körper, so namentlich bei Bäcker⸗ und Tischlerlehrlingen, bei Schlossern, Kellnern. Das übel ist nicht nur eine häßliche Verunstaltung, sondern vermindert auch die Kraft und Ausdauer der Beine. Eine Heilung 0 bei geringern Graden des B. möglich durch ort opadische Apparate und Gipsverbände, bei Dherf Graden durch eine in der Durchtrennung des O erschenkelknochens oder des Schienbeins bestehende, nicht besonders ehrdron Operation. — l Seltener kommt die umgekehrte Verkrümmung vor, e bei welcher das Knie einen nach innen offenen Winkel bildet, und welche als Säbelbein, O-Bein, genu varum bezeichnet wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 330Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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