FeedBalmoral-Castle
GeschichteBrockhaus 1882

Balmoral-Castle, die schott. Sommerresidenz [der Königin von England, liegt in einem Bergthale der Grafschaft Aberbeen, 282 müber dem Meere. Die Herrschaft B. gehörte früher dem Haupte des Clan Farquharson und ging von demselben an den Grafen von Fife über, der sie 1836 an Sir Robert Gordon, Bruder Lord Aberdeens, auf 38 Jahre als Jagdrevier verpachtete. Nach dem Tode Gordons wurde 1848 der Pachtvertrag von dem Prinzen Albert übernömmen, welcher 1852 die Herrschaft durch Kauf 1 sich brachte. Letzterer ließ unter Aufsicht des Architekten William Smith aus Aberdeen ein kastellartiges Gebäude aufführen, in welchem er seitdem alljährlich mit der Königin und ihren Kindern den Spätsommer verlebte. Das Schloß ist von Granit im altschott.⸗got. Stil erbaut und steht am Rande des Flusses Dee, welcher hier, sich um die Bergkette des Craig-an-Gowan ziehend, eine große Halbinsel bildet. Von einem 32 mehohen Turme 9 man eine prachtvolle Ausicht auf die Hochlande. Die Herrschaft B. hat ein Areal von etwa 40000 ha, welchen Prinz Albert durch fernere Ankäufe noch bedeutende Strecken Landes hinzufügte, die in einen Wildpark von etwa 12000 ha Flächenraum verwandelt wurden, und enthält die Ruinen der Burg Knock und den Loch Muick. Unweit B. erhebt sich die Bergkuppe Ben-Abourd, in deren Nähe die Königin Victoria ihrem verstorbenen Gemahl 1863 ein Denkmal errichtet hat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 408Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6