Holyrood, d. i. heiliges Kreuz, der alte Königspalast zu Edinburgh, hat seinen Namen von dem ihm gegenüberliegenden Kloster Holyrood-Abbey, das 1128 vom schott. König David I. gegründet und mit reichen Ländereien beschenkt wurde. Im 14. und 15. Jahrh. diente das Kloster den schott. Monarchen öfters zur Residenz, und die meisten von ihnen wurden in seinen Gewölben beigesetzt. Der eigentliche Palast ward jedoch erst w1528 von Jakob V. erbaut und blieb, nachdem das Kloster 1544 durch die Engländer bis auf das Schiff der Kirche niedergebrannt worden, der gewöhnliche Aufenthaltsort der Königin Maria Stuart und ihres Sohnes, Jakobs VI., bis derselbe als 4* kob I. 1603 den engl. Thron bestieg. Durch die Truppen Cromwells arg verwüstet, lagen Palast und Kloster größtenteils in Ruinen, bis unter der Regierung König Karls II. 1671 der Neubau des gegenwärtigen ½½ begann, bei welchem man den nordwestlichen, von König Jakob V. erbauten Teil in seiner ursprünglichen Gestalt erhielt. Der neue Palast ist nach der Zeichnung Sir William Bruces aus Stein in Form eines Vierecks aufgeführt, jede Seite ungefähr 73 m lang und die Fronte auf beiden Ecken mit starken Türmen versehen. In der Galerie auf der Nordseite desselben, welche 44 m lang, 7,8 mbreit und 5,5 m hoch ist, befinden sich die Bildnisse von 111 meistens fabelhaften schott. Königen, gemalt vom Niederländer de Witt. In dem alten Teile des Palastes ist das Zimmer der Königin Maria ganz in seiner damaligen Gestalt erhalten, mit allen von ihr gebrauchten Gerätschaften und einigen ihrer Stickereien. Auch findet man hier noch das Kabinett, in welchem 1566 im Beisein der Königin deren Günstling Rizzio durch die Verschworenen Darnleys, der mit ihnen durch eine Fallthür auf dem daranstoßenden Gange eingedrungen war, niedergestochen wurde. Das Zimmer der Königin bewohnten 1745 kurze Zeit der Prätendent Karl Eduard und gleich darauf nach der Schlacht bei Culloden der Herzog von Cumberland. Später war der Palast zweimal, 1795—99 und 1830—32, der Zufluchtsort der aus Frankreich vertriebenen Bourbons. Diese historisch merkwürdigen Räume sind namentlich aus Walter Scotts Schilderungen bekannt. Seit 1842, seitdem die Königin Victoria auf ihren Herbstreisen nach den Hochlanden hier abstieg, sind die Staatsgemächer zum Teil wieder in Stand gesetzt worden, aber sehr selten gebraucht.