FeedBülow siteller Adam Heinr.
GeschichteBrockhaus 1882

Bülow siteller Adam Heinr., Freiherr von), Militärschriftsteller, Bruder des vorigen, geb. 1757 00 Falkenberg in der Altmark, erhielt seine Ausbilung in der Ecole Militaire zu Berlin, trat dann in die Kavallerie, nahm aber 1790 seinen Abschied und beteiligte sich in demselben Jahre unter dem österr. General Schönfeld an der Bekämpfung des Aufstandes in den Niederlanden. Hierauf ging er 1792 allein und 1795 mit einem seiner Brüder nach Amerika, wo er sein ganzes Vermögen verlor. Nachdem B. sodann in einem Werk über den «Freistaat von Nordamerika in seinem neuesten Zustande ⸗ (2 Bde., Berl. 1797) seinem Unmut über die dortigen Verhältnisse freien Lauf gelassen hatte, veröffentlichte er anonym die Schrift: „Geist des neuen Kriegssystemsp (Hamb. 1798, 3. verm. Aufl. 1835), welche großes Aufsehen erregte. Im J. 1799 ging er nach Berlin, suchte vergeblich im Generalstabe und im Departement der auswärtigen Angelegenheiten Anstellung und schrieb die Geschichte des andefn von 18005 (Berl. 1801). Nach mancherlei Hände n wandte er sich, in bittere Not geraten, nach London, versuchte dort vergeblich, eine u che Zeitschrift herauszugeben, und kam in das Schuldgefängnis, aus welchem ihn sein Bruder Friedrich Wilhelm, der nachmalige Graf von Dennewitz, mit großen as u befreite. Hierauf lebte B. zunächst in Versailles und Paris, bis er 1804 ausgewiesen wurde, kehrte dann nach Berlin zurück und veröffentlichte uische Oe des neuern Kriegso (Berl. 1805), „Kritische Geschichte des Prinzen Heinrich von Preußen (2 Bde., Berl. 1805), 4Neue Taktik der Neuern, wie sie sein solltes (2 Bde., Lpz. 1805). Auch gab er mit Berenhorst, Venturini, Voß und Retzow «Annalen des Kriegs v heraus. Seine mit beißender Satire geschriebene Geschichte des Feldzugs von 18055 (2 Bde., Berl. 1806) brachte ihn auf Reklamation des russ. Gesandten ins Gefängnis. Anfangs wurde er in der Hausvogtei zu Berlin, nach der Schlacht von Jena in olberg gefangen gehalten, von wo er 1807 zu Schiff nach 718 Bülow (Heinr., Freiherr von) Riga gebracht wurde. Hier soll er an Wunden infolge einer Schlägerei oder an einer Krankheit noch in demselben Jahre gestorben sein. B. war ein Mann von reichen Kenntnissen und glänzenden Anlagen und seine Schriften waren von großem Einfluß auf die Entwickelung der Kriegswissenschaft. Vgl. von Binzer, «Uber die militärischen Werke des Freiherrn von B.v (Kiel 1805).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 718Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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