FeedBaraguay d'Hilliers (Louis)
GeschichteBrockhaus 1882

Baraguay d'Hilliers (Louis), General des ersten franz. Kaiserreichs, geb. 13. Aug. 1764 zu Paris, stammte aus einer angesehenen Familie und war beim Ausbruche der Revolution Lieutenant. Nachdem er als Adjutant der Generale Crillon und Labourdonnaye fungiert, ging er als Oberst zur Rheinarmee und trat dann mit dem Range eines Brigadiers an die Spitze des Generalstabs Custines. In die Anklage seines Chefs verwickelt, wurde er zwar freigesprochen, aber erst nach dem Sturze der Schreckensherrschaft aus der Haft entlassen. B., von Bonaparte in der Armee von Italien wieder angestellt, nahm dann teil an allen Erfolgen der d dzüge von 1796 und 1797 und wurde hierauf der Erwediti und Kommandant von Venedig. Bei der Expedition nach Agypten besetzte er 1798 die Westküste der Insel Malta, worauf ihn Bonaarte mit den Trophäen nach Paris schickte, doch 0 B. unterwegs in engl. Gefangenschaft. B. ämpfte im Winterfeldzuge von 1799 unter Macdonald mit Glück in Graubünden, faher. 1805 die Reservekavallerie und erhielt 1808 abermals das Kommando in Venedig. Im Kriege von 1809 focht B. unter Vizekönig Eugen bei Raab und den Jahre dann den Oberbefehl in Tirol. Im folgenden Jahre befehligte er in Obercatalonien und siegte bei Figueras, führte im russ. Feldzuge von 1812 eine Divi1Hon genügte jedoch nicht den Anforderungen Napoeons und wurde sehr bald als Gouverneur nach Berlin geschickt, wo er schon 6. Jan. 1813 starb. B. gilt für den Verfaffer der Memoiren Custineso (Hamb. u. Frankf. 1794).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 465Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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