FeedAumale
GeschichteBrockhaus 1882

Aumale (Henri Eugene Philippe Louis d'Orléans, Herzog von), vierter Sohn des Königs Ludwig Philipp, geb. zu Paris 16. Jan. 1822, em-Iäe wie seine Brüder seine Schulbildung im Colege Henri IV. und trat 1839 mit Hauptmannsrang in die Armee. In den beiden folgenden Jahren ** er in Algerien an der Expedition gegen Medeah und den 3. 5 Bugeauds teil und stieg bis zum Obersten auf. Im Okt. 1842 zum Brigade-Diteitt befördert und mit dem Oberkommando im istrikt Medeah in Algerien betraut, zeigte er auf diesem Posten große Thätigkeit, ünh und Unerwas die uh⸗ Eine seiner glänzenden Waffenthaten war die 11 1843, wob der Smalah Abd-el-Kaders 16. Mai 1843, wobei 3600 Gefangene, 4 Fahnen sowie die Korrespondenz und der Schatz des Emirs in die Hände der Franzosen fielen, und für welche er zum Generallieutenant ernannt wurde, damals 22 J. alt. A. übernahm den Befehl in der Provinz Konstantine, leitete die Expeditionen nach Biskara und Ziban und nahm 1847 den Emir Abdel-Kader gefangen. Er war seit 27. Sept. 1847 Generalgouverneur von Algerien, als 1848 die Februarrevolution ausbrach. A. übergab sein Amt an den General Cavaignae, und schiffte sich, nachdem er in einer würdigen Ansprache von der Armee Abschied genommen hatte, 3. März nach England ein, wo er seitdem zurückgezogen meist in Claremont oder Twickenham lebte und sich hauptsächlich mit litterarischen und histor. Studien beschäftigte. Er schrieb: zwei in der Revne des Deux ondesv erschienene, mit Sachkenntnis abgefaßte militärische Abhandlungen, «Les Zouaveso und Les Chasseurs à piedo (Separatausgabe, Par. 1859); WLettre sur I'histoire de Frances (1861), eine scharfe Erwiderung auf eine von dem Prinzen Napoleon (s. d.) im Senat gehaltene und für die Orléanssche Familie ehrenrührige Rede; Les institutions militaires de la Frances (Brüff. 1867); endlich Histoires des Princes de Condér (2 Bde., Par. 1869), sein Hauptwerk und ein Denkmal zu 2n des Condeschen dre dessen letzter Abkömmling ihn zum Universalerben seiner —5 Hinterlassenschaft eingesetzt hatte. In der« toile Belges sind von A. 1865 und 1866 einige kritische Briefe über die Politik des Kaiserreichs unter dem Namen WVeraxv erschienen. Nach dem Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs machte der Herzog sowohl der kaiserl. als der provisorischen Regierung mehrfach das Anerbieten, ins Heer einzutreten, wurde jedoch von beiden Seiten abgewiesen. Obschon ein ministerielles Rundschreiben die Orléans am Eintritt in die versailler Rationalversammlung hindern sollte, wurde A. doch im Depart. Oise gewählt und trat 19. Dez. 1871 nebst dem Prinzen von Joinville ein. Am 30. Dez. 1871 wurde A. als Mitglied der Französischen Akademie aufgenommen und im —— 1873 zum Präsidenten des über den Marschall Bazaine 6. d.) eingesetzten Kriegs-Dandfu ernannt, leitete dann im Herbst die Verhandlungen dieses Gerichts in Versailles und übernahm nach enezalorrn des Prozesses (10. Dez. 1873) das Generalkommando des 7. Armeekorps ½½ 1878 wurde er Armeeinspecteur; seit 1880 ist er ohne aktives Kommando. Der Herzog von A. hat Gattin und Kinder überlebt. Aus seiner Che mit einer Tochter des Prinzen Leopold von Salerno (25. Nov. 1844) gingen zwei Söhne hervor: der Prinz von Condé, geb. 1845 zu Paris, gest. 1866 auf einer . zu Sydney, und der Herzog von Guise, geb. zu Twickenham 1854, gest. in Paris 1872. Die Herzogin +1 6. Dez. 1869 zu Twickenham und wurde zu Weybridge bei London in der Jamiliengruft der Orléans beigesetzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 227Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6