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ErdkundeBrockhaus 1882

Barby, Stadt und ehemals Hauptort einer Grafschaft, am linken Elbufer unweit unterhalb der Saalemündung, im Kreise Kalbe des preuß. Regierungsbezirks Magdeburg gelegen, an der Staatsbahn Berlin-Blankenheim, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat zwei evang. Kirchen und ein Schloß, in das 1855 ein (1823 zu Magdeburg gegründetes) Schullehrerseminar verlegt wurde, und 1 (1880) 5540 C., zu welchen 9000 236 E. der Domäne B. hinzukommen, welche befonders Landwirtfäh tion, Bierbrauerei und besonders Landwirtschaft ! treiben. Letztere war, wie verschiedene andere Industrien, früher größtenteils im Betrieb der hier 1749 gegründeten Herrnhuterkolo nie, die das Amt B. in Erbpacht genommen, im Schloß ein Pädagogium, auch Druckerei und Verlagshandlung hatte, aber diese Anstalten 1809 nach Niesky in der Oberlausitz verlegte. B. wurde 1635 von den Schweden unter Baner erstürmt. In der Stadt liegt das Rittergut B. (ein Klosterhof) und 10 km entfernt die Herrnuterkolonie Gnadau. Das schon im 11. Jahrh. im Vasallenverhältnis zu der Abtei Quedlinburg auftretende, nachmals selbständige, dann Kursachsens uand erhe unterworfene und 1497 in den Grafenstand erhobene Geschlecht der edeln Herren von B. starb im Mannesstamme 1659 mit dem Grafen August Ludwig aus. Die Besitzungen bestanden damals aus der eigentlichen Grafschaft B. und den nach und nach erworbenen Amtern Rosenburg, Walternienburg (seit 1238), Mühlingen (seit 1318) und Egeln (seit 1410). Doch war letzteres eit 1417 dem Erzstift Magdeburg verpfändet. egen der verschiedenen 10 zwar o, 95 wurden die Besitzungen verteilt, und zwar so, daß Walter-Cfter d und Mühlingen an Anhalt, B. an den Stifter der Linie Sachsen-Weißenfels, August, Herog von Sachsen-Halle, Rosenburg und Egeln an das Domstift ½½½½ fielen. Nach dem Tode Augusts 1680 fiel das Stift Magdeburg nebst Halle laut Bestimmung des Westfälischen Friedens an Brandenburg, die Grafschaft B. aber erhielt sein dritter Sohn Heinrich, der 1689 zur reform. Kirche überging und die Linie Sachsen-Barby stiftete. Ihm Eaber sein Sohn Georg Albrecht, welcher 1739 ohne Erben starb, + — B. an Weißenfels zurückfiel, und dann 1746, als mit Johann Adolß II. auch der weißenfelser Zweig erlosch, nebst Weißenfels an Kursachsen zurückkam. Mit diesem blieb es bis 1807 vereinigt, wo es an das neue Königreich Westfalen abgetreten werden mußte. Nach der Auflösung desselben kam es 1815 an die Gesh

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 472Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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