Barlaymont (Charles, Baron, dann Graf von), aus altyläm. Geschlecht, einer der verhaßtesten Minister Philipps II. von Spanien in den Niederlanden, war mit dem jüngern Granvella und Viglius in der «Consultav der Statthalterin Margarethe von Parma (s. d.), durch welche diese die Macht des Reichsrats zu lähmen suchte. Als die Fürstin dem Andrängen des Adels wich und eine populäre und tolerante rinihoh einschlug, trat B. als Anhänger des schroff katholischen und monarchischen Systems ben a kam aber mit dem Wiederaufnehmen desselben zu neuem Ansehen. Bei der überreichnng der Kompromißadresse April 1565 soll er gesagt haben: adie Regentin werde sich doch nicht von einer Bande von Bettlern (gueux) einschüchtern lasseno. Das Wort ward den Überbringern bei dem auf jenen Akt folgenden Mahl zugetragen und von ihnen zum Parteiwort emachl. Als Alba ins Land kam, erstieg B. die Höhe seines Einflusses. Mit Viglius, Vargas u. a. saß er in dem Rat der Unrahenz, dem ⸗Blutrato, wie ihn die Niederländer bezeichneten. B. erhielt 1eh in dem Staatsrat bis nach dem Tode von Requesens, wo er mit den übrigen Mitgliedern desselben von der oranischen Partei gefangen und eine Zeit lang festgehalten wurde. Die „Brüsseler Unionv, welche Don Juan d'Austria 1577 annahm, ward auch von ihm unterzeichnet; die neue kriegerische Wendung + ihn dann wieder auf der Seite des Statthalters fest. Er starb 1579.