Baron (Michel), eigentlich Boyron, bedeutender franz. Schauspieler, geb. 8. Okt. 1653 zu Paris, der Sohn eines Lederhändlers, ging sehr jung zur Bühne und wurde unter Moliéres Leitung ein vortrefflicher Darsteller tragischer are wie komischer Rollen und der Liebling des pariser Publikums. Mit einer Pension von 3000 Livres verließ er 1691 die Bühne betrat aber dieselbe 1720 im Alter von Jahren aufs neue und fand selbst noch in jugendtlichen Rollen Beifall. B. starb 22. Dez. 1729 zu Paris. Von seinen eigenen Lustspielen Gesammelt unter dem Titel: KThéatre de M. Barono, 2 Bde., Par. 1736; 3 Bde., 1759) hat sich befonders homme à bonnes fortuneso (1686), in das er einen Teil seiner zahlreichen Liebesabenteuer verwebte, lange auf der Bühne gehalten. Barönet (engl. Abkürzungen: Bar., Bart. und . 73 in England das Mitglied einer von V ob I. 22. Mai 1611 gegründeten, zwischen Adel und Gentry eingeschobenen Ritterklasse. Die Neuheit des Prinzips bestand in der Rang und eines erblichen niedern Adels, welcher an Rang un Titel ber der Gentry stehen sollte, ohne jedoch die Privilegien des Adels (der chause d u teilen, indem er keinen Sitz im Oberhause haben, sondern gleich allen Rittern dem Stande der Gemeinen anehörig bleiben soll. Die B. rangieren vor den mei0 Eohnen der 9o der Ritterwürde, jedoch hinter en Söhnen der höhern Lords und hinter den Rittern des Hosenbandordens. Ihre Frauen, Söhne und Töchter genießen einen dem Range Der Gatten und Vaters entsprechenden Vortritt. Der Rang des B. wird durch das Wort Barönet (meist abgekürzt Bart.) hinter dem Namen, und der Titel (style) durch das Prädikat Sir vor dem Namen (und zwar vor dem Vornamen, nie vor dem Familiennamen allein) bezeichnet, also Sir Robert Peel (auch bloß Sir Robert), aber nie Sir Peel. Die Frau eines B. erhält den Titel Lady als Courtoistekitel. Die Veranlassung zur Stiftung dieser in England sonst unbekannten erblichen Ritterwürde beruhte auf dem lebhaften Wunsch des Königs Jakob I., der Provinz Ulster in Irland ausd dirsen Es sollten olonisten hinübergesandt und diesen dort Land und Mittel zur Ansiedelung gewährt werden. Um reiche Engländer zum Aufwenden bedeutender Summen zu bewegen, uch man die Sucht nach Rangerhöhung in Anspruch. Die neue Würde, zuerst nur einer Anzahl von 200 Personen zugedacht, wurde denjenigen Zuß Grundbesitzern angeboten, welche 30 Mann zu Fuß zur Kolonisation stellen oder die Summe von 1095 Pfd. St. für die Zwecke der Kolonisation boll w würden. Es wurden sogleich 75 B. ernannt voll ward die Zahl von 200 erst kurz vor Jakobs Tode. Der Orden sollte mit der Zeit wieder eingehen, indem das erste Statut verordnete, daß an Stelle einer aussterbenden Baronetie nie eine andere geschaffen werden solle. Sowohl von dieser Bestimmung als von der Beschränkung auf 200 ging man später ab, und die Könige von itels land betrachten ihr Recht, B. zu kréäieren (mittels Patentbriefs, welcher meist die Würde als vererbend in männlicher Linie erteilt), schon lange als ein unbeschränktes. Karl I. hat ũn 3 für Schotten zum wecke der Kolonisation von Neuschottland einen aronetorden (1625) Pelifte welcher jedoch seit dem Eintritt der schott. Union (1707) nicht — verliehen wird. Auch irische B. hat noch Jakob I. selbst kreiert, und zwar seit 1620; die irischen Kreierungen fanden jedoch ebenfalls ihr Ende in der Union mit England zu Anfang des 19. Jahrh. Die betehende Gesamtzahl der engl., schott. und irischen übersteigt 1106, unter welchen aber mehr als 15⁰ mnmwischen u der erblichen Pairswürde aufestiegen sind. Premier-B. von England sind jetzt die Bacon, die noch zu der ersten Kreation von 1611