FeedBatist (frz. batiste, engl. cambric)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Batist (frz. batiste, engl. cambric), nach einigen von dem ind. Wort Baftas (s. d.), nach andern von dem Namen des angeblichen Erfinders Baptiste Chambray, eines flandr. Leinwebers im 13. ahrh., herzuleiten; ein feiner, leinwandartiger toff von loserm Gewebe als Leinwand, bei welchem der Einschlag gewöhnlich noch etwas feiner als die Kette ist. Zu demselben wird nur der m Na- und schönste Flachs verwendet, der unter dem Namen Rameé bekannt ist und am besten im franz. Hennegau gedeiht. Nachdem dieser möglichst fein und gleichmäßig mit der bnu gesponnen ist, wird er ungebleicht auf gewöhnlichen Leirwedersusin verarbeitet. Das letztere pflegte früher in kühlen, euchten Räumen geschehen, um den Faden gechmeidig zu erhalten; neuerlich wird jedoch durch die Manipulation des Schlichtens das gleiche Resultat mit Vermeidung jeder ichnrb. e Wirkung erreicht. Das fertige Gewebe, welches einer gründlichen 4Sorten d unterworfen wird, stellt in seinen besten Sorten das kostbarste Erzeugnis der Flachsindustrie dar. Man unterscheidet klaren, halbklaren und dichten (holländischen) B.; eine verwandte Art ist die sog. Batistleinwand, welche durch stärkere Fäden und geringere Lockerheit den ÜUbergang zur gewöhnlichen Leinwand bildet. Seit Jahrhunderten wird die eigentliche Batistweberei in Frankreich und im heutigen Belgien betrieben. Die schönsten B. von außerordentlicher —.— und Weiße liefern noch heute die franz. tädte Arras, Bapaume, Cambrai, Lille, Péronne, St.⸗Quentin, Troyes, Valenciennes sowie die Provinz Brabant, besonders Nivelles; indes haben die echten B. durch die zunehmende Fabrikation ähnlicher Gewebe in Baumwolle sehr an Bedeutung verloren, während die Batistleinwand größern Absatz findet und außer in Frankreich und Belgien Sahse aud Be und Irland, Böhmen, Schlesien Sachsen und Westfalen Bielefeld) produziert wird. Der schottische B. (Batistmusselin), so genannt, weil die Fabrikation desselben von Schottland ausos⸗ ist ein — — batistartig gewebter Baumwolloff, jetzt vorzüglich in England, Frankreich, der toff, j Schweiz, in ohmen und im sächs. Vogtland erzeugt, der echte B. bal. ein schöneres uschen als selbst der echte B. hat, weniger haltbar, aber auch weit wohleiler als dieser, daher sehr beliebt ist und als Kleierstoff mit feinen Dessins bedruckt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 557Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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