FeedBaza (Basti der Römer)
ErdkundeBrockhaus 1882

Baza (Basti der Römer), Stadt (Ciudad) von (1877) 12992 E. in der span. Provinz Granada (Andalusien) unweit des Flusses B., liegt 870 m über dem Meere zwischen der metallreichen Sierra de B. und der isolierten, glockenförmigen Sierra de Javaleon, in einer von Obstbäumen ichtbedeckten 9 am Westrande der öden Gipssteppe Hoya de B. Der Ort hat eine rößtenteils aus Höhlen bestehende Vorstadt, eine schöne Alameda (Promenadeh, mehrere stattliche Kirchen und Klöster, Heude gebaut und war zur Maurenzeit eine große, blühende und reiche Handelsstadt (Basatha) von 50000 E./ nächst Malaga und Almeria das edelste Juwel in der Krone von Granada. Im 570 wurde sie vom Westgotenkönig Leuwigild den Byzantinern und 711 von den Mauren den Goten entrissen. In der Gotenzeit war sie Bischofssitz. Die Mauren verloren sie erst 9. Dez. 1489 nach siebenmonatlicher heldenmütiger Verteidigung an die Christen unter persönlicher Führung Isabellas. Am 10. Aug. 1810 siegten auf der Ebene von B. die Franzosen unter Soult über 20000 Spanier, die nach Murcia eworfen wurden. Die oft nach B. benannten hei-Quellen sind die bei dem nahen Städtchen Zujar (Villa von 3683 CE.), am ße der Sierra de avaleon (1500 mehoch), befindlichen Quellen von enzalema. Es sind salinisch⸗-erdige, sehr gasreiche Schwefelthermen von 335 R. azaine (Frangois Achille), franz. Marschall, geb. 13. Febr. 1811 zu Versailles, wo sein Vater als pensionierter PIdte lebte, trat 1831 als Freiwilliger in das 37. inienregiment, kam zur Fremdenlegion nach Algerien und wurde 1833 Unterlieutenant. In Algier zeichnete sich B. mehrfach aus, besonders 1835 während der Expedition an der Makta, wobei er schwer verwundet wurde. Noch in demselben Jahre ging er als Lieutenant mit der ganen franz. Fremdenlegion in den Dienst der Königinegentin von Spanien über und kämpfte hier drei Jahre lang gegen die Karlisten. Nachdem 27. Juni 1837 die Fn in der Schlacht von Barbastro bei Pamplona fast vernichtet worden, kehrte B. nach Frankreich zurück und trat ins 4. Linienregiment, mit dem er sich vor Milianah auszeichnete. B. wurde hierauf in den Bureaux arabes verwendet, stieg 1844 zum Stabsoffizier auf und er-Ben 1845 das Offizierkreuz der Chrenleglon. Bei eginn des Krimkriegs 1854 wurde er Brigadegeneral, führte als 0 cher die beiden Fremdenregimenter vor Sewastopol und wurde nach dem Falle der Festung Platzkommandant derselben. Am 22. Sept. 1855 wurde er Divisionsgeneral und befehligte die Expedition gegen die kleine Festune Kinburn. Im Italienischen Kriege von 1859 übernahm B. den Befehl uber eine Division des 1. Armeekorps (Baraguay d'Hilliers), erstürmte 8. Juni Melegnano und nahm 24. Juni fvon Solfermo Anteil am Sturme auf den Kirchhof von Solferino. Die mexik. Expedition von 1862 —64 verschaffte B. wirklichen militärischen Ruf und ließ die Eigenschaften seines Charakters: Energie, Schlauheit, Ehrgeiz und rücksichtslose Ei ensucht, stärter hervortreten. Anfänglich war B. ommandant von Veracruz, dann führte er die 1. Division unter General Fenen Am 7. Mai 1863 schlug er den juaristischen eneral Comonfort bei San-Lorenzo und bewirkte dadurch 18. Mai die Übergabe Pueblas. Hierauf marschierte er nach Mexiko und bernahm 1. Okt. 1863, nachdem Forey abberufen worden, den Oberbefehl über die franz. Armee. Zunächst suchte B. die Häupter der liberalen Partei, den General Donaldo und den Expräsidenten Comonfort an sich zu ziehen. Als später der Erzherzog Maximilian von Osterreich Kaiser von Mexiko geworden, arbeitete er dessen 2.1 entgegen. (S. Mexiko.) Auch vermählte sich B. mit einer reichen Mexikanerin, deren Familie zu den entschiedensten Haltais des neuen Kaiserreichs b1h di Sein Verhältnis zum Kaiser Maximilian blieb bis zum Abzuge der Dieser zosen ein zweideutiges und gespanntes, und dieser erbat deshalb wiederholt, doch erfolglos, von Napoleon III. die Abberufung des Generals. Als sich sah, Napoleon zur Räumung Merikos genötigt sah, hielten die franz. Streitkräfte unter B. nur nac die große Straße von Veracruz über Mexiko nach San-Luis 9120 5 und deren nächste Umgebung besetzt. Im Anfang des J. 1867 begann der Abzug der Franzosen; am 12. März schiffte sich B. mit dem Reste der Truppen zu Veracruz ein, nachdem er noch bis zuletzt die Maßnahmen des Kaisers Maximilian zu durchkreuzen gesucht hatte. Durch Dekret vom 5. Sept. 1864 war B. zum Marschall von Frankreich erhoben worden. Hiermit erhielt er zugleich die Mitgliedschaft im Senat; er befehligte das 3. Armeekorps (Rancy), von wo er 1869 als Oberbefehlshaber der Kaisergarde nach Paris berufen wurde. Beim Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs 1870 übernahm B. das Kommando des 3. Armeekorps der sog. Rheinarmee. Als nach den Schlachten von Wörth und Spicheren 6. Aug. 1870) die Heeresabteilung des Marschalls ac-Mahon von der bei Metz stehenden Armee abedrängt worden war, ernannte Napoleon den arschall B. zum Alernchnn B. das der Rheinarmee. Am 12. Aug. bernahm B. das Kommando und versammelte alle Korps bei Metz, wohin er auch den größten Teil des 6. Korps Marschall dber die von Chälons her heranzog. Er verfügte uber die Kaisergarde, das 2., 3., 4. Korps, eine Brigade des 5. und 3½ Divisionen des 6. Korps, sowie mehrere Divisionen Reiterei, zusammen gegen 225 000 Mann. B. erkannte die Unmöglichkeit, die Mosellinie zu halten, und wollte das Heer hinter die Maas führen, um sich mit der bei Chälons in der 8 Mae,Mab begriffenen Armee des Marschalls Mac-⸗Mahon zu vereinigen. Durch die Schlachten bei Colombey-Nouilly (14. Aug.) und Mars-la-Tour-Vionville (16. Aug.) verzögerte sich jedoch der Abmarsch des franz. Heeres, welches bei Gravelotte (18. Aug.) geschlagen und nach Metz hineingeworfen wurde. Ein Teil der deutschen Streitkräfte schloß die Rheinarmee B.s im Lager von Metz ein. B. versuchte mehrmals den ihn um-Aun ug eisernen Ring zu durchbrechen. Am 31. ug. machte er einen großen Ausfall in nordwestl. Richtung, den er die ganze Nacht und den fol enden Morgen h wurde fortsetzte (Schlacht von Roisseorne doch wurde er mit großem Verluste zurückgeworfen, auch kapitulierte 2. Sept. die Armee Mac-Mahons bei Sedan. Am 4. Sept. wurde in Paris die kaiserl. Herrschaft HLastnt Die Nachricht von diesen Ereignissen veranlaßte B. zunächst von größern Unternehmungen A stand zu nehmen. Da jedoch seit der Kapitulation von Sedan die letzte offnung auf Entsatz geschwunden war, überdies angel an Lebensmitteln, Krankheiten und allgemeine Hilflosigkeit der Truppen die Lage zu einer verzweifelten machten, so blieb B. nichts übrig, als 27. Okt. 1870 mit 173000 Mann und dem gesamten Kriegsmaterial sich dem Prinzen Friedrich Karl zu ergeben. (S. Metz.) Auf Grund der Kapitulation ging er mit seiner ganzen Armee in Kriegsgefan enschaft nach Deutschland; er selbst wurde zu erhoben, derselbe habe seine usfälle nicht mit geöriger Energie ausgeführt, weil er die Armee dem Bederberseiin Kaisertum in Hoffnung auf dessen Wiederherstellung habe erhalten wollen. Ein Maniest Gambettas, des Kri ½½ der provisorien Regierung, beschuldigte B. ogar offen des errats. Diese Anklagen waren nicht gere tfertigt, vielmehr hat es 16 erausgestellt, daß B. durch die gußerordentlichen Schwierigkeiten der polit. und militärischen Lage vor eine Aufgabe gestellt war, deren Lösung über seine Fähigkeiten ging, und daß die jede Unterstützung gelaffen hat. Nach Abschluß des Prähminarfuiedens, der ihm seine Freiheit wiederab, siedelte B. mit seiner Familie ruch Genf über; päter kehrte er na den, reich zurück, wurde zunächst unbelästigt gelassen, im Mai 1872 aber des Verrats angeklagt und Versan Am 6. Okt. 1873 begannen die öffentlichen Ver andlungen des Kriegsgerichts unter Vorsit des Herzogs von Aumale. Bei diesem Prozesse fungierte General de la Rivière als öffentlicher nkläger, während der berühmteste dvokat ohnes d 8, Lachaud, mit Unterstützung seines Sohnes die Vertei igung führte. Es wurden 272 Zeugen (129 Militärs, worunter 2 Marschälle und 17 Generale, dann 134 männliche und 9weibliche Civilpersonen) vorgeladen, deren Aussagen indes den objektiven Thatbestand der Anklage nicht feststellten. Am 10. Dez. wurde B. mit Stimmeneinhelligkeit zum Tode und zur Degradation u. s. w. verurteilt, indessen 12. Dez. vom Präsidenten der Republik, Marschall Mac-Mahon, unter Bestätigung der Degradation zu 20jähriger Festungsaft begnadigt und von der Inth ublichen Art der ollstreckung der Degradation entbunden. B. wurde 26. Dez. 1873 in das 71 der Insel Ste. Marguerite bei Cannes gebra t, begleitet von seinem treuergebenen Adjutanten berst Villette, welcher auch die Untersuchungshaft mit ihm geteilt hatte. In der Nacht vom 9. zum 10. Aug. 1874 gelang es jedoch der Gemahlin B.s, mit Unterstützung eines Haft mexik. Verwandten, den Marschall aus der aft zu efreien und an Bord eines genues. Dampfers zu bringen. B. reiste durch die I über Köln na Belgien, wo er zunächst blieb. Anfang 1875 verlegte er seinen Wobnsiz nach Madrid und 8. sich seitdem von jeder polit. Thätigkeit fern. schrieb: Rapport sommaire sur 168 opérations de P'armée du Rhin du 13 Aoüt au 29 Octobre 18705 (Berl. 1870; deutsch von Mels, Berl. 1870), Bataille de Rezonville, le 16 Aout 1870. Rapport du maréchal (Brüss. 1870 „4L'armée du Rhin depuis le 12 Aout jusqu'au 29 Octobre tulation von Metzr (Darmst. u. Opz. 1873); Lefaure, Procès du maréchal B. Audiences du premier conseil de guerre ete. (Par. 1874); La Brugere, „Laffaire B., compte-rendu officiels (Par. kavals Der Prozeß B.y (Berl. 1874): Der Neue Pitaval-Neue Serie, Bd. 9, pz. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 645Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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