Beecher (Henry Ward), bedeutender amerik. Kanzelredner, Sohn des vorigen, geb. 24. Me1813 zu Litchfield in Connecticut, ward 1837 Pre diger einer resbyterianergemeinde zu Lawrenceburg in Indiana, bekleidete seit 1839 dasselbe Amt in Indianapolis und kam 1847 als Pastor an die Plymouthkir zu Brooklyn gegenüber Neuyork, wo er Ralef. als Mitarbeiter und Mitredacteur der vielgelesenen Wochenschrift The Independento von 1851—63 eine rege und vielseitige litterarische Thätigkeit entwickelte. Unter den abolitionistischen d Agitatoren, welche während der funfziger Wöes wesentlich dazu beigetragen haben, das Volk des Nordens der Union zum Bewußtsein der Unverö scen Etar der Sklaverei mit wahrhaft demokratischen Staatseinrichtungen zu bringen, nimmt B. einen hohen Rang ein. Als Kanzelredner zeichnet er sich durch einen derben Realismus, scharfe Beobachtung der menschlichen Natur und Wärme der Empfindung aus. Im J. 1863 besuchte er England und trug dort durch seine Reden viel zur Umstimmung der öffentlichen Meinung bei, welche bis dahin überwiegend zu Gunsten der Konföderierten gewesen war. Von 1870 an gab er The Christian Union heraus. Außerdem hat er seine in Brooklyn gehaltenen Predigten unter dem Titel The Plymouth Pulpit„ (10 Bde., 1859—72) und verschiedene Werke pädagogischen und belletristischen Inhalts veröffentlicht. Infolge eines Skandalproesses, den er wegen Ehebruchs mit der Frau seines bum Tilton 4. Jan. bis 2. Juli 1875 in Brooln zu bestehen hatte, verlor er sehr an seinem An-Raler Seine ältere Schwester ist die Romanschrifttellerin Harriet Stowe (s. d.).