FeedBeyschlag
ReligionBrockhaus 1882

Beyschlag (Joh. Heinr. Christoph Wilibald), prot. 1823, besuchte das dortige Gymnasium, studierte 840—44 v Bonn und Berlin Theologie, lebte darauf me wurde nach kurzem Dier und Anstaltspfarrer nach Trier berufen. ier wirkte er zugleich als Religionslehrer sowie als Begründer und Leiter einer höhern Töchterschule, und schrieb »Evang. Beiträge zu den alten und neuen Gesprächen (des Generals von Radowitz) über Staat und Kircher (Berl. 1852). Im J. 1856 als Hofprediger nach Karlsruhe berufen, nahm B. als Verteidiger des Kirchenregiments gegen die liberale Agitation an dem 1858 wegen Kirhenstren der neuen Agende ausbrechenden bad. enstreit lebhaften Anteil. Hier setzte er auch seinem Laelus Bruder Franz ein Denkmal in der Schrift: Aus dem Leben eines Frühvollendeten » (2 Tle., Berl. 1859; 5. Aufl., Halle 1879). Im J. 1860 wurde B. als Professor der praktischen Theologie an die Universität Halle berufen. In dieser Stellung schrieb er eine Reihe von Abhandlungen in den „Studien und Kritiken » und gab mehrere Predigtsammlungen heraus. Auf dem Kirchentag u 4ae: el 1864 hielt B. einen Dang. über die rage: Welchen Gewinn hat die evang. Kirche aus den neuesten Verhandlungen über das Leben Jesu 2⸗ (Berl. 1864). Zur Rechtfertigung der darin aus5 dir bi Leugnung der Gottheit Christi schrieb die «Christologie des Neuen Testaments⸗(Berl. 1866). Als seit 1873 die synodale Verfassung der altpreuß. B. wihuchs ins Leben gerufen ward, beründete B. mit mehrern halleschen Freunden und esonders mit dem Oberkonsistorialrat von der Goltz die große Mittelpartei, durch deren Unterstützung auf der außerordentlichen Generalsynode von 1875, der B. als Vertreter der halleschen Fakultät angehörte, das Verfassungswerk im Sinne der Regierung vollendet wurde. Nach der Synode gründete B. mit Wolters die 5 Schrrten nr Deutschevang. Blätter v. Von B.s Schriften sind noch zu nennen: «K. J. Nitzsch, eine Lichtgestalt der neuern an D. Albrecht Wolterso (Halle 1879), Zur deutschchristl. + Galle 1880), eine Sammlung eza + eigentlich de Beze, neben und nach Calvin Haupt der reform. Kirche zu Genf, geb. 24. Juni 1519 15 Vezelay, stammte aus einem alten burgund. Adelsgeschlecht, ward auf Betrieb seines Oheims, Claudius von Be e, Abt des Cistercienserklosters zu Froimont, 1528 dem deutschen Humanisten Melchior Wolmar zur Erziehung übergeben und von diesem nicht lech in die lat. und griech. Litteratur, sondern zugleich in die Grundsätze einer echt evang. Frömmigkeit eingeführt. Wolmar mußte 1534 als kirchlicher Neuerer Runten . verlassen, und B. bezog 1535 die Universität zu Orléans, um die Rechte zu studieren. 06 1539 ging B. nach Paris, um seine juristische Thätigkeit zu beginnen. m Besitz reicher Pfründen, zugleich durch die erausgabe Dut, Juvenilia als Humanist und ichter berühmt, sah sich B. am Eingang einer länzenden Laufbahn, als ihm in einer schweren ankheit die Erkenntnis des Heils in —. aufging. Er beschloß, alles hinter sich Kur ssen un sich ganz dem Dienst der reform. Kirche zu widmen. Im J. 1548 fes er in Genf ein und übernahm 1549 eine Professur der griech. Sprache an der Akademie zu Lausanne. Während der zehnjährigen Verwaltung dieses Amts schrieb B. gegen en berüchtigten Ketzerrichter Peter Lizet die vielgelesene Spottschrift Passavantiuso, miehrere dramatische Bearbeitungen alttestamentlicher Geschichten, von denen das «Sacrifice d'Abraham das wichtigste, und vor allem eine Ubersetzung der anten men, welche in den franz.⸗reform. Gottesdiensten allgemein gesungen wurden. Auch las er über den Brief an die Römer und die Briefe Petri und beteiligte sich an den kirchlichen durch Verteidigung der Calvinschen Prädestinationslehre Perdef Bolsee und der Verbrennung Servets; 1557 erief ihn das Vertrauen der Genfer, neben Farel, in eine Gesandtschaft, welche die großen Kantone der Schweiz und die evang. Fürsten Deutschlands bestimmen sollte, der franz. Regierung Vorstellungen u machen zu Gunsten der bedrohten Waldenser in B und der 12 5. um rüder in is. eide Reisen benutzte B., um in Deutschland für eine Union der en zu wirken. sor J. 1559 siedelte B. als Prediger und Professor der Theologie nach Genf uüber, und verließ die Stadt nur auf 22 Monate, als es den Anschein gewann, daß in Frankreich der Protestantismus den Sieg davontragen werde. Dem König Anton von Navarra entwickelte B. auf dem Schlosse Nerac die prot. Grundsätze, war auf den Religionsgesprächen zu Poissy (Aug. 1561) und zu St.⸗Germain (Jan. 1562) der S eiben der Reformierten und wirkte durch Rundschreiben und Reisen voll Eifer für die Sache der Hugenotten, bis durch das von Conde angenommene Pacifikationsedikt vom 12. Mä 1563 ihre Niederlage entschieden war. Darau kehrte B. nach Genf zurück und ward nach Calvins Tode 1564 dessen Nachfolger in der Leitung der Refvt Kirchen. Er leitete die Synoden der franz. eformierten zu 13 Aatee 1571 und zu Nimes 1572, wo er sich Morels Antrag auf Anderung der Kirchenzucht widersetzte und den Beschluß durchsetzte, daß im Abendmahl der Leib Christi seiner Subden des 2 empfangen werde, ging 1574 in Geschäften des Prinzen Condé an den pfälz. Hof und ma sich 1586 bei dem Religionsgespräch zu Mömpelard mit den württemb. Theologen, besonders mit N. Andreä. Das von den Jesuiten verbreitete widerlegte er in einem Gedicht voll + endlichen euers und wies die ½ des dren von ales, ihn zu bekehren, sowie die lockenden Anerbietungen des Papstes standhaft Föni Noch 1600 begrüßte er im genfer Gebiete den König Heinrich IV. Grundsätze Caluins, in dessen Rand. er der * urch entschiedenes Eingehen in die strengen Kirche kräftig und thätig vorstand, hatte B. sich zum Haupte seiner Partei emporgeschwungen und vierzig volle Jahre das hohe Ansehen eines Patriarchen genossen, ohne dessen Zustimmung kein wichtiger Schritt geschah. Um Einheit, Dauer und Festigkeit in seiner Kirche zu erhalten, opferte er seine Avins Meinungen den einmal seine vielnen Calvins auf und leistete ihr durch seine vielsenen Gelehrsamkeit, seinen eharrlichen Eifer, einen ½½ Geist, seine glänzende Beredsamteit und selbst durch den Eindruck seiner Persönlichkeit die wichtigsten Dienste. Er Rei und e ihre Lehren mit geübter Kunst, Bestimmtheit und genialem Feuer, oft auch mit eindringender Schärfe und Derbheit. Unter seinen vielen Schriften schätzt man noch jetzt die exegetischen und eine “Geschichte der Reformierten in eich von 1521—639, welche auf gründlichen Forschungen beruht, die aber, da ie ohne Namen erschienen ist, von vielen nicht für ein Werk erachtet wird. Sein Briefwechsel mit Calvin befindet sich in der Bibliothek Gotha. Vgl. Schlosser, Leben des Theod. de B. und des „ Bde., pz. 1843—51); Heppe, «Theod. B., Leben und ausgewählte Schriften » (Elberf. 1861).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 938Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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