Begierde nennt man ein lebhaftes, starkes Verlangen nach einem Gegenstande. Sie gehört zu den mit Gefühls⸗ und Phantasiethätigkeit im Zusammenhange stehenden Seelenerscheinungen, welche Triebe oder Strebungen hei Denn es wirken in ihr zusammen ein Gefühl des Mißbehagens an der vorhandenen Gegenwart mit einem Gefühle der Lust, welches ausgeht vom Phantasiebilde des be7½½ Gegenstandes und in dem Maße steigt, als ie Hoffnung seiner Erlangung wächst. Je nachdem der Ge ut von sinnlicher oder Übersinnlicher Natur ist, heißt die B. eine sinnliche (wie Eßbegierde, Geschlechtstrieb) oder eine geistige (wie Ruhmbegierde. Wißbegierde). Von dem bloßen Wunschen oder Sichsehnen unterscheidet sich die B. dadurch, daß sie die Erreichbarkeit des Begehrten voraussetzt und aus der bloßen Erwartung zu einem Willensimpulse überzugehen bereit ist. Sie thut dies in der That, wenn der Agcentt⸗ — eigene Kräfte zum Ziele zu kommen gedenkt und dazu Anstalten macht, dafür zu wirken.