FeedBewufßitsein
AllerleiBrockhaus 1882

Bewufßitsein in der Sprache der Psychologie und der Philosophie der verhältnismäßig vieldeutige Ausdruck für diejenige Grundthatsache des geistigen Lebens, vermöge deren die Inhaltsbestimmungen und die Prozesse diese eig in der Form der Vorstellung auftreten. Diese eigentümliche, auf nichts weiter zurückführbare und deshalb keiner Definition fähige Form kann nun entweder einem an sich unbewußten seelischen Zustande, resp. Vorgange begleitend hinzutreten oder 1 kann der betreffenden seelischen Funktion selbst so wöglich sein, daß dieselbe nur in bewußter Form mögli ist. Das erstere ist da der Fall, wo der u Ge Desen Erregungszustand, in welchen das seelische Wesen durch sinnliche Reize versetzt worden ist, als Empfindung, als Gefühl oder als Trieb zum B. kommen; das letztere liegt überall da vor, wo zwei oder mehrere solcher Elemente sich innerhalb des seelischen Lebens zu neuen Gebilden vereinigen, und dabei ist es das charakteristische Wesen des B.s, diese gegebenen Elemente gleichzeitig und in demselben, unteilbaren Akte von einander zu unterscheiden und mit einander in Beziehung zu setzen. Diese hem unterscheidende und bindende Funktion ist dem B. so wesentlich, daß auch alle jene einfachen Elemente die zunächst nur He 0 zum B. kommen, soglei mit andern in hung gesetzt und dadurch vielbew umgebildet werden, wie das in der Lehre von en Empfindungen (s. 0.) und Trieben (s. d.) im besondern untersucht werden muß. Jedes fertige, seelische Gebilde kann nun die Form des B. wieder verlieren und in den unbewußten Zustand zurücklo wi wenn dann die Form des B. neu hinzutritt, o wird dieser Prozeß als Reproduktion oder Erinnerung Den Prozeß, nach welchem die Inhaltsbestimmungen des seelischen Lebens sich derartig im B. ablösen, nennt man Ideenassociation (. d.). Die Notwendigkeit dieser Ablösung aber beruht darauf, daß im menschlichen B. nur eine beschränkte elt von Inhaltsbestimmungen gleichzeitig —1 t oder, was dasselbe bedeutet, auf einander bezogen werden können. Diese Thatsache — — die Enge des B. Dieselbe ist je nach Rasse, ildungszustand u. s. w. bei den verschiedenen Menschen en M⸗ nach Alter, Disposition u. s. w. bei demselben enschen zu verschiedenen Zeiten in-H nerhalb gewisser Grenzen variabel. Alle diese Vorhenge vollziehen sich, soweit man schließen darf, bei em Tiere in einer analog gesetzlichen Weise wie sr beim Menschen; immer tritt das begleitende B. zugleich in den Prozeß des beziehenden B.s ein, und man nennt diesen Vorgang die Apperception. Beim Menschen aber steigert si derselbe von einem ge-2 wissen Alter an durch das Auftreten des Selbstbewußtseins als desjenigen ½ Apperceptionsprozesses, vermöge dessen die Inhaltsbestimmungen und bie Funktionen des seelischen Lebens auf das Ich als ihren Träger und Besitzer bezogen werden. Das Selbstbewußtsein verhält sich zum B. f daß ohne vorhergehendes B. kein Selbst ewußtein möglich ist, daß ein des Selbstbewußtseins einmal 09 gewordenes Wesen nn jeden Inhalt seines Lebens auf das Selbst beziehen kann, aber es nicht fortwährend wirklich thut. So ahabeno wir viele Inhaltsbestimmungen im B., ohne uns dabei unser selbst bewußt zu sein, aber doch so, daß wir rin Augenblick uns unser selbst bewußt werden önnen. Diese verwickelten Verhältnisse und die mannigfachen Abhängigkeiten, in welchen sich das B. bei normalen wie bei pathologischen Zuständen von dem leiblichen Organismus befindet, sind in neuerer n von vielen Seiten in fruchtbarer Weise untersucht worden; aber eine zusammenfassende und die hlende des B.s für allgemeinste Anerkennung feststellende Arbeit darüber steht noch aus. 1 Lehrbuch der Psychologie (s. d.) gibt in seiner Weise darüber Aufschluß. Bex G Beh), Flecken im Bezirk Aigle des Kantons Waadt, am vengon, unweit des Rhöne, mit (1880) 3921 meist prot. EC. In der Nähe be4 sich die ansehnlichen Salzwerke von Bevieux, ie jährlich 20 — 30000 Ctr. Salz liefern. Die Sole und Mutterlauge von B., die Schwefeltherme des nahen Lavey, das milde Klima (mittlere Jahrestemperatur 9,9 C.), die malerische und geschützte Lage, sowie die neuerdings vervielfältigten Kureinrichtungen haben B. auch als Bade- und Taehkofe l in Aufnahme gebracht. Auf dem Frie al befindet sich ein erratischer Block als Grabmal des Naturforschers und Salinenvorstehers von Charpentier. Durch die rechtsuferige Rhönebahn steht B. in Verbindung mit den Städten des Genfersees und des untern Wallis; nach Sitten führt außerdem ein Saumweg über den Pas de Cheville (2036 m) am Fuße des Diablerets; nach dem Alpenthale der Ormonts der Col de la Croix (1739 m). Vgl. Rambert, XBB. et ses environs o (Lausanne 1871); Lebert, B. als Kurorte (Berl. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 936Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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