Belltal (bibl.), ein hebr. Wort, Nichtswürdigkeit, Verderben » bedeutend, erscheint 2 Kor. 6, 15 huchtew als Name des Teufels, der personifizierten ichtswürdigkeit, des Verderbers. Belidor (Bernard Forest de), franz. Ingenieur, geb. 1697 in Catalonien, studierte die Mathematik und ward dann in Dmnt an der neuerrichteten Artillerieschule zu Lafere als Professor angestellt. Als Adiutant wohnte B. 1742 dem Feldzuge in Bayern bei, rückte schnell zum Oberstlieutenant vor und war 1744 mit dem Prinzen von Conti in Italien, 1745 in den Niederlanden, wo er wegen seiner Verdienste bei der Eroberung von Charleroi zum Oberst befördert ward. Nachdem er 1758 Direktor des Arsenals und bald darauf Brigadier und Generalinspektor der Minierer geworden, starb er zu *½ 8. Sept. 1761. Seine Architecture hyauliques (4 Bde., Par. 1737—51) wird in der Geschichte dieser Wisn immer eine glänzende Stelle einnehmen. Unter seinen übrigen Schriften sind „Le bombardier frangçais (Par. 1731) und Traité des fortificationso (2 Bde., Par. 1735) die bedeutendsten. eb. 31. Juli 1817 zu Paris, studierte am College be France und 566 der Ccole des langues orientales wurde 1813 Dolmetsch beim franz. Konsulat in Erzerum, kam 1846 in gleicher Ei landtse nach Kairo und 1852 als interimistischer Gesandt Rromt sekretär nach Konstantinopel, wo er 1868 zum franz. Generalkonsul ernannt wurde. Seine Forschungen betressen besonders die Sprachen der Araber, Perser und Tarten, sowie die Geschichte und N„ des Orients. Außer vielen Aufsätzen im Journ asiatiques schrieb er Histoire de Péglise latine de Constantinoples (Par, 1872). ‚ Belisar (slaw. Belitzar, d. i. der weiße Fürst), ein ausgezeichneter 0½ dem der Kaiser Justinian I. einen großen Teil des Glanzes seiner Regierung verdankte, von unbekannter Herkunft, geb. um 505 n. Chr. vielleicht in Dardanien. Er diente ansangs in Justinians persönlicher Leibwache, und ward nach seinen ersten Waffenthaten gegen die Perser zum Feldherrn des Ostens (529 oder 530) erhoben. Als solcher bekämpfte er önig Kosru I. mit glänzendem Erfolge, bis ein halber Mißerfolg B.s bei Kallinikon den stets mißtrauischen Kaiser bestimmte, B. gegen Ende des J. 531 nach Byzanz u berufen. Hier rettete er gleich nach seiner Rückehr dem Kalser Thron und Leben. Die Bevölkerung Konstantinopels, durch Justinians Erpressungen und Härten erbittert und durch religiösen Hader aufgeregt, erhob sich 532 in einem fur tbaren Aufstande, dem sog. n . Schon war, na dem fur einen Augenblick alle Elemente des Volks sich gegen Justinian vereinigt, ein Gegenkaiser gewählt, als B. am 19. Jan. 532 mit einer Schar eruler und mit seiner got. Leibwache in die Rennahn, wo die Empörer versammelt waren, eindrang und die mten Uieß. Ht indem er 30000 Byzantiner niederhauen ließ. Hierauf wurde B. vom Kaiser nach Afrika gegen die Vandalen gesandt. Im J. 53g landete er mit nur 20000 Mann in Afrika und nahm nach zwei Schlachten den König Gelimer gefangen. In Konstantinopel ward ihm dafür die Ehre eines Triumphes zuteil. Im J. 535 setzte B. dann nach Sicilien über, eroberte in schnellem Siegeszuge im Sommer 536 Unteritalien, nahm Neael mit Sturm und gewann 10. Dez. 536 auch Rom durch Einverständnis mit den Einwohnern. u 40 um den Goten im freien Felde die pitze zu bieten, ließ er sich hier von diesen einschließen und verteidigte die Jabr reiche Stadt mit geringer Mannschaft ein Jahr lang, bis die Goten selbst die Belagerung aufhoben. Zwistigkeiten, die zwischen ihm und Narses, der im Juni 538 ein Hilfsheer nach Italien geführt hatte, ausbrachen, verhinderten jedoch beide Feldherren, das vorschnell zu Justinian übergetretene Mailand zu entsetzen, das darum 5 Anfang 539 von Vraias, dem Neffen des Gotenkönigs Vitiges, erobert und zerstört ward. B. hatte nicht nur mit unzureichenden Truppen gegen die Goten, sondern auch egen brauhte er am kaiserl. Hofe zu kämpfen. Zwar rachte er es dahin, daß Narses abberufen wurde; aber bar uln hatte inzwischen mit dem Kaiser unmittelbar Unterhandlungen angeknüpft, und es kam ein für Justinian ungünstiger Vertra zu Stande, dessen Ausführung B. auf eigene Gesahr hin aufschob. Die in Ravenna (539) hartbedrängten Goten boten ihm in solcher Lage die Herrschaft Über Italien an. B. ging scheinbar darauf ein, bemächtigte sich zu Anfang des J. 540 der Stadt und nahm sie fen den Kaiser in Besitz. Noch ehe er jedoch die eindlichen Scharen in Oberitalien besiegen konnte, ward er von Justinian abberufen und kehrte, den Vitiges und die . Goten sowie den königl. Schatz mit sich führend, nach Konstantinopel zurück. Hierauf zog er 541 gegen die Perser, die Antiochia erobert hatten und Jerusalem bedrohten. Doch auch von diesem Kriege ward er von dem mißtrauischen Justinian Ende 542 zurückberufen. Als die Goten unter Totilas sich Italiens von neuem be-Obwont r wurde er 544 wieder gegen diese esandt, obwohl mit unzulänglicher Macht Dennoch wußte er sich fünf Jahre lang gegen dieselben zu halten, ja es gelang ihm sogar sich 547 Roms zu bemächtigen. Da ihm trot aller Bitten der Kaiser keine Hilfe sandte, verlangte er Ende 548 seine Zurückberufung, und Narses ward sein Nachfolger. Nach 10jä riger Ruhe sollte B. noch einmal der Retter des Reichs werden. Das wilde Volk der kutigurischen Hunnen und viele Slawen hatten die gefrorene Donau überschritten und bedrohten im März 559 Tuth die Hauptstadt, wo ein panisane Schrecken entstand. Der alte r err raffte nell aus einigen Veteranen, Palastgarden „Bürgern und flüchtigem Landvolke ein Heer zusammen und schlug den Feind vollständig. ITelnehn Verdienste wurde B. im Dez. 562 der Tei nahme an einer Verschwörung beschuldigt und seiner Würden und der Freiheit beraubt. Zwar erlangte er, nachdem er seine Unschuld erwiesen, im Juli 563 seine Freiheit wieder, starb aber bald darauf 13. März 565. Die Geschichte B.s hat sein Zeitgenosse und Sekretär Prokop geschrieben; doch enthalten dessen Schriften 35 Feictert und lassen manchem Zweifel Raum. B.s Heicttez steht unangefochten. Dichter haben die Geschichte B.s später vielfach entstellt. So sollen ihm nach Marmontel die Augen ausgestochen worden sein und er *— den Straßen von Konstantinopel sein Brot erbettelt haben. 2* Tzetzes, einem Schriftsteller des 12. ahrh., so B. sogar, als ihn Justinian ins Gefangnis hatte setzen lassen sar anheuem hatte er nur sechs Monate Gewahrsam in seinem eigenen Palast zu erdulden), einen Beutel herabgelassen und die Vorüberbundie angesprochen haben: Gebt dem Belisar, en die Tugend erhoben, der Neid unterdrückt at, einen Obolus.v schich edenkt dieser Umstände kein Life of B. (Lond. 1829) hat die Blendung und das Bettlertum B.s nicht überzeugend nachzuweisen vermocht. Ein ausgezeichnetes Gemälde des blinden B. lieferte der franz. Maler Gerard (gestochen von Desnoyers). B.s Geschichte wurde von C. von Schenk zu einem Trauerspiel, von Donizetti zu einer Oper benutzt. ů