Barrande (Joachim), einer der verdienstvollsten Paläontologen der neuern Zeit, geb. 1799 zu Saugues im Depart. Ober-Loire, studierte auf der Polytechnischen Schule zu Paris, war hierauf Erzieher des Grafen Chambord (Heinrichs V.) und lebte dann in Prag, mit der Haftrat S des silurischen Systems in Böhmen beschäftigt. Sein Hauptwerk ist das „Système silurien du centre de la Bohèmen (Tl. 1, die „Recherches paléontologiqueso enthaltend, Prag 1852 fg.), von welchem einzelne Abschnitte auch gesondert erschienen sind. von), eine der einflußreichsten Persönlichkeiten der ersten Französischen Revolution, geb. zu Foy in der Provence 30. Juni 1755, kam als Lieutenant im Regiment Languedoc nach Ostindien, wo er gegen die Engländer kämpfte, wandte sich nach ein Rermne (1783) nach Paris und vergeudete hier sein Vermögen. Im J. 1789 wurde er von dem revolutionären Strome erfaßt, als Deputierter des dritten Standes in die Generalstände Nach de und gesellte sich gleich den Extremen zu. Nach der Erstürmung der Tuilerien 10. Aug. 1792 erhielt er die Verwaltung des Depart. Var; später ging er als Kommissar der Armee nach )½ wo er die Generalverwaltung der Grafschaft izza übernahm. Zum Deputierten des Konvents erwählt, stimmte er für die Hinrichtung des Königs ohne Aufschub und Appellation; auch erklärte er 1 31. Mai 1793 gegen die Girondisten. Als er bei der Rückkehr zur Armee nach Italien in Erfahrung brachte, daß seine Kollegen, die Repräsentanten Bayle und Beauvais, in Toulon verhaftet seien und man einen Preis auf seinen Kopf gesetzt, eraler er mit den zu Nizza stehenden Truppen in aller Eile die Belagerung von Toulon, kommandierte dann unter Dugommier beim Dom Taut die Stadt eine Division und nahm nach dem Siege an allen den blutigen Maßregeln Anteil, die über den Süden bein Stur verhängt wurden. Am 9. Thermidor, beim Sturze Robespierres, der ihn als einen weniger Entschiedenen haßte, spielte B. eine Hauptrolle. Als die 00; Garde Henriots den Konvent bedrohte, wurde B. von der Versammlung zum Obergeneral ernannt; er zerstreute die Truppe Henriots, bemächtigte sich Robespierres und hielt so die Macht des Konvents aufrecht. Nachdem B. im Nov. 1794 erst Sekretär, dann Präsident des Konvents und Mitglied des Wohlfahrtsausschusses ewesen, zog er sich von den Männern zurück, Weiche das Schreckenssystem unterstützt hatten, trat aber mit Inten Ents chiedenheit gegen die Umtriebe der Royaisten wie gegen die Ausschreitungen der pariser ektionen auf. Am 13. Vendemiaire (5. Okt. 1795) wurde er vom Konvent gufs neue zum Obergeneral ernannt. Als solcher nahm er Bonaparte zu seinem Gehilfen an und brachte dessen Ernennung zum General der Armee des Innern zu Stande. Als hierrret das Direktorium gebildet und B. Mitglied der exekutiven Gewalt wurde, schlug er dem Direktorium seinen jungen Freund Bonaparte als Obergeneral der Armee in Italien vor und vermittelte auch dessen Heirat mit der Witwe von Beauharnais. Am 18. Fructidor (4. Sept. 1797) wurde er der dritten mal zur Rettung der Regierung mit er Diktatur bekleidet und blieb auch diesmal Sie9i Er eröffnete nun im Palast Luxembourg eine Reihe außerordentlich glänzender Feste und wußte sich zwei Jahre hindurch ein großes Ubergewicht im Direktorium und einen entschiedenen Einfluß auf die Nusehen de Angelegenheiten zu bewahren. Als das nsehen des Direktoriums immer mehr sank, verband er sich mit Sieyes, um die Katastrophe vom 30. Prairial des J. VII herbeizuführen, nach welcher er mit Sieyes die exekutive Gewalt thatsächlich allein in Händen behielt. V dieser Zeit, wie auch später, oll er mit Ludwig XVIII. ber die Herstellung des hrons zu den hab. der Bourbonen in Unterhandlung gestanden haben. Inzwischen leitete Sieyes im Einverständnisse mit Bonaparte die Revolution des 18. Brumaire ein, und B. mußte der Konsularregierung weichen. Er wählte sein Gut Grosbois zum Aufenthalte. Man be 1d te ihn, bald daß er die Jakobiner begünstige, bald daß er die Bourbonen zurückführen wolle, und Bonaparte, der ihn hun tete, trieb ihn trotz des frühern Verhältnisses urch allerlei Schikanen nach Brüssel. Seit 1805 durfte sich B. in Marseille, dann in Rom, später in Montpellier unter polizeilicher Aufsicht aufhalten. Nach der Rückkehr Ludwigs XVIII. kehrte er nach aris zurück, wo er auch während der Hundert Tage lieb, doch ohne allen Anteil an den Ereignissen. Später kaufte er in der Nähe von Paris das Land95 Chaillot und machte von dem großen Vermögen, Haus. Hier starb er 29. Jan. 1829. Seine Memoiren ließ die Regierung in Beschlag nehmen.