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ErdkundeBrockhaus 1882

Berar oder adie Hyderabad angewiesenen Distriktes (the Haidarabad Assigned Districts), eine administrativ in eine östliche und eine westliche Hälfte geteilte Landschaft des nördl. Dekhan in Ostindien. Nördlich von Narbada und östlich von Nagpur, beides Divisionen H— der Präsidentschaft Bengalen gehörenden Abteilung der Centralprovinzen, südlich von dem Gebiete des Nizam von H derabab und westlich von dem Kollektorate Khandesc der Präsidentschaft Bombay begrenzt und von 20 15 bis 21e 40 nördl. Br. und 76˙ bis 78 2 östl. L. (von Greenwich) gelegen, nimmt B. mit 45870 qkm einen Teil der sich zwischen den nördl. Ghats und dem Satpuragebirge ausbreitenden, sich von 400—1000 m über die See erhebenden Hochebene ein. Von zahlreichen Nebenarmen des Purnah, eines Nebenflusses des Tapti, durchströmt, ist B. gut bewässert, fruchtbar und namentlich für die Kultur der Baumwollpflanze, welche nirgends in Ostindien besser gedeiht und so massenhaft als hier angebaut wird, ganz besonders geeignet. Die Bevölkerung, die sich 1881 auf 2670982 Seelen belief, besteht der Mehrzahl nach (86 Proz.) aus brahmanischen Hindu, einer nicht unbeträchtlichen Anzahl Gonds, Abstammlingen von der ältesten Bevölkerung dieser Gegend, und verhältnismäßig wenigen (7 Pro Mohammedanern. Im nördl. Teile ist die Sprache ein Gemisch aus Hindi, dem Gond Conversations-Lexikon. 13. Aufl. II. und dem Maharattischen. Das letztere wird au hauptsächlich in den Städten gesprochen, währe im Süden das Wond und im Osten das Uriija vorherrscht. Das Gond, welches keine Diront⸗ 2 besitzt, wird von jedem verstanden. Die östl. teilung enthält die drei Distrikte Amravati, Elitschu und Wun; die westliche die drei Distrikte Akola, uldana und Basim. Hauptstadt ist das am Purnah 5½%½% Elitschyvur, wo bis 1850 der Nabob von Clitschpur, ein Vasall des Nizam von Hyderabad, seinen Sitz hatte. Wichtiger als Elitschpur in merkantiler Beziehung und als Hauptstapelplatz für die in B. in 10 groder Menge erzeugte Baumwolle ist Amravati (engl. Oomrawutti) an dem von Bhosawal nach Nagpur führenden Dude der gro53 Eisenbahn zwischen Bombay und Allahabad. bildet gegenwärtig eine der Hauptabteilungen der Präsidentschaft Bengalen und wird im Namen des Generalgouverneurs von ½½ rn durch einen Oberkommissar, der zugleich Resident bei dem Nizam ist, verwaltet. Ges 60 In älterer Zeit (1347 — 1529) machte B. unter der mohammed. Herrscherfamilie Bhamani einen Teil des Reichs Dekhan aus, gelangte bas zur Reiche De keit, wurde aber 1590 von Akbar dem Reiche Delhi unterworfen. Bei dem Verfalle von Delhi nach dem Tode von Auren Zeyb 1707 kam B. an den Nizam von Hyderabad, wurde aber bald nachher von den 10 sch ausl besetzt. Als das Maharattenreich 1740 sich auflöste, entstand aus verschiedenen Teilen desselben, worunter auch B. war, unter der Dynastie Peposh. deren Gründer 1 der dr war, das Reich der öst Hν mit der Hauptstadt Nagpur. Daher wurde der Name Nagpur neben dem von B. fur dieses Reich gebräuchlich. Der dritte Fürst dieser Dynastie, 2 Mahare II., ließ sich 1803 mit dem Seindia der Maharatten in eine Koalition gegen die Engländer ein, infolge deren er bei den: Friedensschlusse vom 30. Dez. 1803 die Landschaft Cattack in Orissa an die Englisch-Ostindische Kompagnie, das eigentliche B. aber an den Koger von Hyderabad abtreten mußte. Sein Nachfolger Mabo Sahib enen d. sich mit dem Peischwa der Maharatten egen die Engländer und mußte, durch die letztern bestegt, diesen die Hälfte seines Gebietes abtreten. Letzteres fiel den Engländern zu, als der Radscha Ragodschi III. 11. Dez. 1853 ahne männliche Erben estorben war. Der größte Teil des frühern Reichs Nagpur, mit Ausnahme des eigentlichen B., gehört gegenwärtig zu den Centralprovinzen, einer der Hauptabteilungen der Präsidents huy engalen. Das eigentliche B., welches der rabab a von Nagpur 1803 an den Nizam von Hyderab ihur⸗ abtreten müssen, wurde nebst den Distrikten Raichur-Doab und Dharasco von letzterm 1853 den Engländernüberwiesen, um mit dem Ertrage dieser Landschaften s 315 seine bedeutende Schuld an letztere zu decken, als auch um dieselben hiervon das Truppenkontingent, das es Dabe stellen mußte, selbst unterhalten zu lassen. Daher der jetzige ofsizielle Name aangewiesene (assigned) Distriktey für B.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 785Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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