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ErdkundeBrockhaus 1882

Berkeley, Marktflecken in der engl. Grafschaft Gloucester, am rechten Ufer des Little Avon, 2,5 Km des Sever des letztern Mündung in das Astuarium des Severn, 5 km von der Bristol-Birmingham-Bahn entfernt, zählt (1881) 6004 E. B. liegt in einem schönen Thale, welches hauptsächlich aus fettem Weideland besteht, und führt rühmlichst bekannte Butter und Käse, den hier fabrizierten „Double Gloucesters, aus. Von Sharpneß-Point, nahe B., geht der Berkeley-Gloucester-Kanal aus, welcher für Schiffe bis zu 600 t schiffbar ist. Der Erfinder der Vaccination, der aus B. gebürtige Dr. Jenner, nz sen hier mal im J. 1796 die S ocken ein; sein Grabmal befindet sich in der 2 igen Pfarrkirche St. Mary. Das südöstlich der tadt gelegene Berkeley-Cast le bestand schon vor 1150, um welche Zeit es durch König Heinrich II. vergrößert wurde; dasselbe war der Schauplatz der Ermordung Eduards II. 1327. Im Bürgerkriege unter Kar 3 dlame es nach neuntägiger Belagerung durch Parlamentstruppen genommen. Verke (George), Bischof von Cloyne in Irland, berühmt durch sein System der spirituglistischen Philosophie, geb. 12. März 1684 zu Kilcrin bei Thomastown in Irland, besuchte die Universität Dublin, ward 1707 Mitglied des Trinity-College daselbst und unternahm 1713. und 1714 eine Reise nach Italien, das sowie Sicilien und Frankreich er später nochmals als Begleiter der Söhne des Bischofs von Clogher bereiste. Im J. 1721 wurde er Hofprediger des Statthalters in Dehant Herzogs von Grafton, und bald darauf echant von Derry. Nachdem er durch ein Vermächtnis der durch ihre Liebe zu Swift berühmten Vanessa Vanhomrigh in den Besitz eines bedeutenden Vermögens gelangt war, machte er den Vorschlag, auf den Bermudas-Inseln zur Bekehrung der Wilden Nordamerikas eine Lehranstalt zu errichten, ein Plan, der anfangs nicht nur in den angesehensten Kreisen, sondern auch im Parlament solche Unterstützung fand, daß B. 1728 seine Stelle nach Rhode-Island einschiffte, um die Sache in Gang zu bringen. Doch wie die Geldbewilligung des Parlaments blieben später auch die Substriptionen aus, und B. verlor bei dem Unternehmen einen beträchtlichen Teil seines Vermögens. Durch die Fürsprache der Königin Karoline 1734 zum Bischof von Cloyne ernannt, starb er 23. Jan. 1753 zu Orford. Er wird als ein fast in allen Fächern des menschlichen Wissens bewanderter Mann geschildert, dessen edler Charakter jedem, der ihn kannte, Verehrung einflößte. Seine philos. Ansichten entwickelten sich teils im Gegensatze zu dem in seiner Zeit herrschenden Realismus und Lockes Sensualismus und dem in der Konsequenz desselben liegenden Phänomenalismus. Das Wirkliche, behauptete er, ist nur der Geist; die Körperwelt ist nur ein Schein, der aus unsern Vorstellungen entspringt; das Unwillkürliche dieses Scheins hat seinen Grund in ursprünglichen Vorstellungen, welche von dem Geiste aller Geister, Gott selbst, bewirkt sind. Dieser Spiritualismus gab zu vielfachen Misverständnissen Anlaß und wurde weder von den Philosophen noch von den Theologen gebilligt. Seine berühmtesten philos. Schriften, in welchen er denselben vortrug, sind: Treatise on the principles of human knowledgeo (Lond. 1710), Three dialogues between Hylas and Philonous „ (Lond. 1713; deutsch, Lpz. 1781) und Aleiphron or the minute philosopher (Lond. 1732). Unter seinen physik. Schriften erregte das meiste Aufsehen KTheory of visiono (Lond. 1709; neue Ausg. mit Anmerkungen von Cowell, Lond. 1860), in der er zuerst genau die Betastungs⸗ und Gesichtseindrücke unterschied. Seine Workso erschienen später Wiiaßt. (2Bde., Lond. 1784; neu herausg. von Wright, 2 Bde., Lond. 1843, und von Fraser, 4 Bde., Lond. 1871). Vgl. Frederichs, liber B.s Ideglismusv (Berl. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 831Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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