FeedBerkhampstead (Great⸗)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Berkhampstead (Great⸗), Stadt in der engl. Grafschaft Hertford, 41, EKm im Nordwesten von London, am Bulborn, der zum Colne fließt, am Kanal und der Nordwestbahn, zählt (1881) 7103 C., welche Strohflechterei, Eisengießerei und Holzwarenindustrie betreiben. Erwähnenswert sind die schöne got. St. Peterskirche und die Ruinen eines in der engl. Geschichte bejrühmten Schlosses. Zu B. fand 697 ein Konzil statt; 1731 wurde hier der Dichter Cowper geboren. Berkhey (Joh. Lefrancq van), holländ. Naturforscher und Dichter, geb. zu Leiden 23. Jan. 1729, tudierte Medizin und Naturwissenschaften und ließ sich 1761 als praktischer Arzt zu Amsterdam nieder. Doch er diesen Beruf bald wieder auf, um auf einem Landhause bei Harlem und später zu Leervliet bei Leiden der Naturwissenschaft und der Dichtkunst zu leben. Er erhielt 1773 den Lehrstuhl der uaben inaman an der Universität zu Leiden und neben Allamand die Aufsicht über das naturhistor. Museum. In diese Zeit fällt sein Hauptwerk, die „Natuurlijke historie van Hollando (11 Hefte, Amsterd. 1769—79, mit Kupfern), welches höhern Wert hat als die «Natuurlijke historie van het rundvee in Hollando (6 1 sch Amsterd. 1805—11, mit Kupfern). auf bollär chrieb er mehrere verdienstliche, meist auf holländ. Verhältnisse bezügliche naturwissenschaftliche Abhandlungen. Er lebte darauf im Haag, dann bei seiner Familie zu Leiden, wo er 13. März 1812 starb. Von seinen zahlreichen Gedichten fand namentlich Het verheerlijkt Leyden⸗ (1774) großen Beifall. Vgl. Loosjes, De geest der geschriften van J. Lefrancꝗ van B.„ (Harl. 1813). 5 Malor pon (Job und Gerhard), zwei Brüder und Maler von Harlem. Der ältere, Job, wurde daselbst 1628 geboren, beobachtete früh und fleißig die Natur, besonders die Rheingegenden, und 1 sie mit vielem Geschick in landschaftlichen Darstellungen, dem Innern von Kirchen, Städteansichten und Porträts wieder. Auch gelangen ihm ländliche Feste im Geschmacke Teniers'. Er unterrichtete seinen weit jüngern Bruder Gerhard (geb. 1643), der ihm in treuer Freundschaft anhing und ihn auch nach Köln und Paab beg in den Dienst des Kurfürsten von der 300 begleitete. Die Brüder malten dort Hoffeste, Jagden, Lustpartien u. s. w., kamen sehr in Gunst und chauft nach einigen dnden mit Belohnungen über 1 0 in ihr Vaterland zurück. Der jüngere Bruder starb zuerst, 23. Nov. 1693. Er ist besanders als Architekturmaler in cah gekommen und kann als solcher ein guter Nachahmer von Jan van der Heyden genannt werden. Dresden besitzt von ihm die Ansicht des amsterdamer Stadthauses, das Louvre die Ansicht der Trajanssäule und die Lorettokirche von Rom. Job ertrank im Juni 1698 in einem Kanal.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 832Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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