FeedBerwick (spr. Berrick, Berwickshire)
ErdkundeBrockhaus 1882

Berwick (spr. Berrick, Berwickshire), Grafschaft in Schottland, von der Nordsee und den Grafschaften Haddington mrh den dn Selkirk und Roxburgh begrenzt und durch den Tweed von England Rorthumberland) geschieden, umfaßt 1202,52 qlm eines im S. ebenen, im N. und NW. durch im Sayrs Law 534 maufsteigende, sonst kaum 360 m hohe Zweige der Lammermoorberge erfüllten Landes, das in den Bergdistrikten unfru tbaren, in den südöstl. Ebenen hingegen neben eidestrecken einen überwiegend guten, zum Ackerbau geeigneten Boden ussche Der Sandstein herrscht in der gan60 Grafschaft vor, die in südöstl. Richtung den eader, Blackadder, Whiteadder zum Tweed und den Eye unmittelbar dem felsige und hohe, fast unzugängliche Küsten bildenden Meere sendet. Das Klima ist zwar rauh, doch trocken und daher dem Landbau Inert welcher in den Thälern der Bergdistrikte, auf urbar gemachtem Moorgrund und in den geeigneten Teilen der Ebenen auf meist kleinern, aber sehr wertvollen Besitzungen betrieben wird. Vortre 16 Rindviehzucht, unterstützt durch die Bergtriften, Schaf⸗ und Schweinezucht, Ackerbau und der Handel mit den Landeserzeugnissen sind die Hauptnahrungsquelle der Bevölkerung, die sich (1881) auf 35383 Köpfe beläuft. Hauptstadt erw ames Fitzjames, Herzog von), ausgezeichneter Feldherr Ludwigs VIV. von Frankreich, geb. 21. Aug. 1670, war der natürliche Sohn des Herzogs von York, des nachmaligen Königs Jakob II., und der Arabella Churchill, der Schwe-Im des Herzogs von Marlborough, und führte anangs den Namen Fitzjames. Seine Erziehung erhielt er in Frankreich, und die ersten Kriegsdienste that er unter dem Herzog Karl von Lothringen gegen die Türken in Ungarn. Im J. 1687 nach England zurückgekehrt, mbte⸗ B. von seinem Vater den Herzogstitel und mußte, als 1688 der Prinz von Oranien landete, mit jenem nach Frankreich entfliehen. Von hier aus beteiligte er sich an der Expedition Jakobs nach Irland, bei der er verwundet wurde, trat dann in franz. Dienste, focht 1691 und 1692 unter Luxembourg in Flandern, später unter Villeroi, und wurde von Ludwig XIV. um Generallieutenant erhoben und naturalisiert. Im Spanischen Erbfolgekriege führte er 1704 die franz.⸗span. Armee 8f der Pyrenäischen Halbinsel, mußte aber schon im folgenden Jahre zurückkehren und das Kommando in Languedoc gegen die Camisarden übernehmen, die er mit großer Härte behandelte. Noch 1705 wurde er Kommandeur der franz. Truppen in Savoyen und eroberte 4. Jan. 1706 Nizza. Hierauf zum Marschall ernannt, befehligte er wieder in Spanien, wo er 25. April 1707 die Schlacht von Almanza gewann, welche die bourbo-Phit errschaft auf dem span. Throne begründete. Philipp V. erhob ihn dafür zum Herzog von Liria und Xerica. Zu Anfang 1708 befehligte B. am Rhein und folgte dann dem Prinzen Eugen nach Flandern, wo er 1 mit dem Heere unter Vendöme vereinigte. Infolge von Zwistigkeiten mit letzterm übernahm er 12 8 wieder das Kommando in Savoyen und deckte Provence und Dauphinée. Im J. 1714 war er in Spanien und vollzog hier den letzten Akt des Erbfolgekriegs durch die Einnahme von Barcelona 11. Sept. 1714. Bis dahin der Gehilfe Philipps V., führte er 1718 die franz. Armee über die Pyrenäen, um im Namen der Quadrupleallianz Spanien in die Grenzen des Utrechter Friedens zurückzuzwingen. Nach einer langen Unthätigkeit übernahm er noch einmal 1733, beim Ausbruche des * n. Erbfolgekriegs, den Oberbefehl am Rhein. achdem er Kehl genommen, belagerte er 1734 Philippsburg, wo er 12. Juni durch eine Kanonenkugel seinen Tod fand. B. war ein besonnener, maßvoller, dabei sehr energischer Charakter und be-Au alle Eigenschaften eines tüchtigen Feldherrn. us der Ehe mit seiner ersten Gemahlin, Tochter des Grafen Clanricarde, stammen die Herzöge von Liria in Spanien. Im J. 1699 vermählte er sich um zweiten male mit Miß Bulkeley, durch die er Vater des ersten Herzogs von Fitzjames wurde. Die „Mémoires du Maréchal de B.5 (2 Tle., Haag 1737—38) sind nicht von ihm; doch veröffentlichte später der Herzog von Fitzjames B.s eigenhändige „Mémoires (2 Tle., Par. 1778). Vgl. KThe life of James Fitz-James, duke of B.v (Lond. 1838). Berwick-on-Tweed (spr. Berrick-on-Twed), Borough, Municipal⸗ und 3a 270 See⸗ und Hafenstadt der engl. Grafschaft orthumberland, innerhalb der schott. Grafschaft B. gelegen, an der Mündung des schott. Grenzflusses Tweed in die Rorth. Knotenpunkt der North-British⸗ und der North-Eastern-Eisenbahn, ist — gebaut, besitzt sechs Kirchen und hat auch in dem Guildhall ein stattliches Gebäude mit Turm und Glockenspiel. Die Zahl der Bevölkerung beträgt (1881) mit den Vorstädten Tweedmouth und Spittal, beide südlich des Tweed,‚ 13995 E. Die Stadt war als wichtiger Grenzort früher eine starke Festung. Die alten Festungswerke stehen noch und sind in gutem Stande. Gegen die Landseite APatt sich fünf Bastionen und den Hafen verteidigen Batterien. Die Einfahrt auf dem Tweed ist durch einen großen Steindamm mit einem Leuchtturm gesichert. Schiffe von 500 t legen an den Quais an. Über den Tweed führen drei Brücken und ein großartiger, von Stephenson erbauter Viadukt für die London-Edinburgher Eisenbahn. Der Fluß ist fischreich, und in Eis verpackte Salme bilden nebst Krabben, Hummern, Korn, Kohlen und Whisky die Hauptausfuhrgegenstände. Die Stadt besitzt Schiffswerfte, Eisengießereien, Dampfmaschinen⸗, Hut⸗ und andere Fabriken.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 884Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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