Betschuanen, nach Bleek richtiger (ohne das Präfix Be⸗) Tschuanen, der Name eines starken und ausgedehnten, den Kaffern verwandten Volksstamms (s. Bantuvölker), welcher in Südafrika von dem Hai-Garip oder dem Gelben Strom nördlich und nordöstlich bis jenseit des Wendekreises des Steinbocks wohnt; ihre Sprache, das Se-tschuana, nähert sich teils dem Congo, teils dem Käfir. Sie zerfallen in die Westbetschuanen und in die Ostbetschuanen, und diese beiden Hauptstämme wiederum in solgende teilweise unabhängige Unterstämme, die sich häufig untereinander bekämpfen. A. Westbetschuanen (von Süden nach Norden: die Ba-tlapi, Ba-rolong, Ba-matlaru, Ba-meri, Ba-wanketsi, Ba-khatla, Ba-kwena, Ba-mangwato, Ma-kalaka (oder Ba-kaa), Ma-kololo, Ba-kalahari. B. Ostbetschuanen lebenso von Süden nach Norden): die Ba-suto, Ba-tau, Ba-puti, Ba-kolokue, Ba-phiring, Li-khoya, Ba-mapela, Ba-tloung, Badier Ba-isetse. Die oöstlichen B. gehören dem Geiet der beiden südafrik. Freistaaten an und sind, soweit sie nicht ausgewandert sind, diesen unterworfen. Ihr Gebiet ist im Süden besonders von dem Malopoflusse bewässert und von dem schöne Thäler bildenden Kamanigebirge durchzogen. Das Gebiet liegt innerhalb der Grenze der europäischen südl. Getreidearten, und es wird daher Ackerbau, noch mehr aber Viehzucht betrieben. Die Bearbeitung des Eisens, Kupfers, Elfenbeins, der Tierfelle hat zu Bildung von großen Ortschaften geführt, in denen jedes Haus mit einem Walle geschützt ist, sodaß sie also nicht, wie die Kaffern, nur in tleinen Kraalen, sondern in Ortschaften bis 5000, selbst bis 12000 E. beisammenwohnen. Von religiösen Ansichten gibt es nur geringe Spuren. Die europ. Missionare haben seit 1816 in Kuruman oder Neu-Litaku, etwa 150 km nördlich von der Grenze des zord landes, ihre Hauptstation. Etwa 330km im No nordosten davon liegt das jetzt verlassene Kolobeng, die 5 Reswemen Station Livingstones. Beide Städte sind Residenzen von Häuptlingen der Eingeborenen. Vgl. G. Fritsch, Die Eingeborenen Südafrikaso (Bresl. 1872); Holub, „Sieben Jahre in Südafrika (2 Bde., Wien 1880—81).