Boguslaw, Flecken im Kanewschen Kreise des europ.⸗russ. Gouvernements Kiew an den Flüßchen Possa und Boguslawka, gehörte früher dem poln. Könige Stanislaus August, kam dann 1777 an Stanislaus Poniatowski und wurde von diesem 1799 an die Grafen Branicki verkauft, in deren Besitze es sich noch befindet. B. hat 3 Kirchen, 2 Synagogen, 8 jüd. Gebetschulen, 1 geistliche Kreisschule, 1 Bier- und 1 Metbrauerei, 1 Wachsbleicherei, 1 Talgschmelzerei, 1 Tabaksfabrik, 12 wei Drüätel und 2030 CE., worunter mehr als zwei Drittel Juden. Die Einwohner treiben Handel mit Wolle, Leder, Schaffellen und Schafpelzen. zoguslawski (Adalbert), namhafter poln. Dramatiker, geb. 4. Nov. 1759 zu Glinno unweit Posen, studierte erst im Piaristenkonvikt zu Warschau, dann kurze Zeit in Krakau und betrat 1778 zu Warschau zum ersten mal die Bühne. Als sich 1780 das poln. Theater zu Warschau auflöste, übernahm B. 1783 die Direktion der poln. und deutschen dramatischen uändige Du Won der Ballette und dann die menddes e Direktion eines poln. Theaters. Während des Reichstags spielte er mit seiner Gesellschaft 1784 in Grodno, dann in andern Städten, bis er 1790 die Leitung des königl. Hoftheaters in Warschau übernahm. In dieser Stellung erwarb er 10 die größten Verdienste um das poln. Nationaltheater, als dessen ei entlicher Begründer er anzusehen ist. ahe zahlreiche Übersetzungen und eigene dramatische Leistungen wußte er sich ein Repertoire zu schaffen; war er der erste, welcher die Oper auf die poln. Buühne brachte. Die innern Stürme, welche seit 1794 Polen zerrütteten, vernichteten jedoch die Früchte seines Strebens. Nachdem die Vorstellungen geschlossen, begab sich B. nach Krakau und von da nach Lemberg, wo er im Sommer 1795 das Theater aufs neue einrichtete Run 1799 wieder nach Warschau und von hier nach alisch, wo er das Privilegium erhielt, neben dem bestehenden deutschen Theater poln. Vorstellungen eben zu dürfen. Im J. 1807 wandte er sich nach Posen und bald nachher wieder nach Warschau, wo er mit Unterbrechung aufs neue die Direktion des Theaters führte. due 00 des Kriegs von 1812 sah er sich genötigt, die Vorstellungen abermals zu schließen. Er lebte nun wissenschaftlichen Arbeiten bis zu seinem Tode, der 23. Juli 1829 erfolgte. B. hat durch seine Schri ten wesentlich dazu beigetragen, die poln. Sprache in ihrer Reinheit zu erhalten. Die Zahl seiner Stücke beläuft sich auf 80, von denen die —⁷ —— übersetzungen sind. Am meisten geschätzt ist das Melodrama Krakowiacy i Görale gedruckt Berl. 1841), welches noch Cam auf allen poln. Theatern gegeben wird. Eine ammlung seiner Dziela dramatycznen (9 Bde., Warsch. 1820 — 25) besorgte B. elbst und fügte ihnen eine Geschichte des poln. Nationaltheaters bei. — Auch B.s Sohn, Stanislaw, geb. 1805, gest. im Juni 1870, war dramatischer Schriftsteller. Er gab Komedye originalnen (3 Tle., Warsch. 1848—54) heraus. ö