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ErdkundeBrockhaus 1882

Bigot (frz.) oder bigott ssoviel als frömmelnd, daher Bigoterie, Frömmelei), eifrig in der strupulösen und dabei gedankenlosen Ausübung religiöser Gebräuche, seine Frömmigkeit zur Schau tragend. Das Wort ist deutschen Ursprungs, es besteht aus der Präposition bi (d. i. bei) und Gott, bedeutet also ursprünglich einen Schwur. wärtig offiziell Gayah genannt, ein zu der Division Patna der Lieutenant-Gouverneurschaft der Untern Provinzen (Lower Provinces) der indo-brit. Präsidentschaft Bengalen gehörender Distrikt. B., 12 214 àkm enthaltend, wird nördlich von dem Lahord. atna, östlich von mwenli südlich von Lahordaja und Hazaribad, südwe lic von Mirza90 und nordwestlich von Shahhabad begrenzt. on ider Phal Flüssen, deren beträchtlichster der Son, der Phalgur und die beiden Punpans sind, bewässert, ist B. außerordentlich fruchtbar. Nur im uni und Juli ist die Hitze daselbst sehr groß. aupterzeugnisse sind Reis, Mais, Weizen, Gerste, irse, Zucker, Baumwolle, und in geringerer Menge abak, Indigo, Safflor und Betelpfeffer, sowie in roßer Menge alle Arten einheimischer und europ. emüse. Sehr beträchtlich und für die Regierung einträglich ist auch die Produktion des Opiums. Die Bevölkerung beträgt (1872) 1949 750 C. und beschäftigt sich, außer mit Ackerbau, Binnenhandel und Flußschiffahrt, mit Seiden⸗ und Baumwollweberei, der Verfertigung von Decken, Teppichen, Tauen, Papier, Glas⸗ und Töpfergeschirr, Mauersteinen und Dachziegeln, Eisen⸗ und Stahlwaren, Gold⸗ und Silberarbeit, der Bereitung von Seife und Pottasche, von Parfümerien, hauptsächlich aus Rosen, Jasmin und auptavt d dem Raffinieren von Zucker u. s. w. Hauptstadt des Distrikts B. ist das an dem für heilig gehaltenen Phalgur unter 24 48 nördl. Br. und 85* 4 östl. L. (von Greenwich) gelegene + Gya oder Gaja mit 66843 E. Gayah gilt als Geburtsstadt von Buddha. Dasselbe besteht aus zwei voneinander getrennten Hälften, deren eine von der Masse der Bevölkerung bewohnt und gegenwärtig Sahib-Gundsch genannt wird, früher aber Elahabad oder Ilahabad hieß. Die andere, fast nur von Priestern rei en Hälfte ist von eigentümlicher Bauart und reich an Tempeln und andern Heiligtümern. Von diesen ist der von der Maharattenfürstin Ahalija-Bai von Indore erbaute, mit einem 30 m hohen, pyramidenförmigen, reichverzierten Turme versehene, Wischnupod, d. h. Wischnu-Fußtritt genannte Tempel des UU am uchen ihn jahrii Als berühmten Wallfahrtsort besuchen ihn jahrlich 1200000 Piler. Zwischen beiden Hälften liegt die sog. Ramna, itz der engl. Behörden und anderer Europäer. Die alte, unter 25 10 nördl. Br. und 89 35 östl. L. won Greenwich) gelegene Hauptstadt B. wurde 1774 durch einen Einfall der Maharatten verwüstet und die Bevölkerung Sudte n sowie durch aufeinanderfolgende Hungersnöte fast gänzlich aufgerieben. Der neuentstandene, 44295 E. zählende Ort ist von geringer Bedeutung. Der Distrikt B. in seiner jetzigen Begrenzung bildet nur einen Teil der südwestl. Hälste der alten Soubah oder Provinz B., welche im Mittelalter ein eigenes, sehr mächtiges Königreich ausmachte, 1525 aber dem Reiche von De einverleibt und 1765 von dem Großmogul Schah-Alum an die Englisch-Ostindische Kompagnie abgetreten wurde. Dieses frühere Königreich, die spätere Soubah oder Provinz B., entsprach seiner geogr. Begrenzung nach dem uralten Reiche Megadha, dem ältesten und hauptsächlichsten Sitze des Buddhismus, welches n Dun zeit Alexanders d. Gr. unter dem Namen Pratschi mächtig war. Einige halten die unweit von Patna an der Mündung des Son in den Ganges gelegenen Ruinen bie Überbleibsel von Pataliputra, der Hauptstadt dieses alten Reichs. Andere aber meinen, daß dasselbe an der Stelle des gegenwärtigen Bhagélpur (s. d.) Lraarn habe.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 40Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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