Bigorre, eine Grenzlandschaft im südwestl. Frankreich, in der ehemaligen Gascogne, bildet jetzt den größern Teil des Depart. Hochpyrenäen und hat, wie dieses, Tarbes zur Hauptstadt. Die alte Grafschaft B. war begrenzt im S. von Aragonien, im W. von Bearn, im N. von den Grafschaften Armagnac und Pardiac, im O. von Astarac, Magnoac, Nestez und Aure, und zerfiel in drei Teile: die Ebene (La Plaine oder Rivière-Basse) mit Tarbes, das Ländchen 977 1 um St.⸗Sever und das Gebirge mit den drei Thälern Lavedan, Campan und Bareges. Im Altertum bewohnte das aquitan. Volk der Bigerriones das Land; ihr Hauptort war Turba. Aus den Steinmassen von dessen Burg Bigorra oder Lastrum Bigerranum entstand später Tarbes. Unter den röm. Kaisern gehörte das Land zu Novempopulania. Nachdem es später von den Westgoten an die den Fre gekommen, bildete es seit Kaiser Ludwig dem Frommen eine eigene Grafschaft, deren Herren Vasallen der Herzöge von A uitanien oder Guyenne, seit 1062 der Kirche Sta. Maria zu Puy Rapen. „Bei einem Erbstreit sequestrierte König t 59 IV. das Land 1298 und gab seinem Sohne rarl dem .0 den Titel eines Grafen von B. König Eduard III. von England verlieh 1368 als Herzog von Guyenne das Land an Johann von Grailly. Nach der Wiedereroberung durch die Franzosen schenkte es Karl VII. 1425 dem Grafen Jean de Grailly von Foix. Durch Heirat kam es 1484 mit der Grafschaft Bearn an das Haus Albret. König Heinrich IV. erbte beide von seiner Mutter und vereinigte sie 1607 mit der Krone.