Blattfüßer (Phyllopöda), eine Ordnung meist kleiner, weicher Krebstiere, die in Tümpeln. Tei schen, Seen und Salzlachen leben, auf dem Rücken liegend schwimmen, beim Austrocknen ihrer Wohnplätze sich in die Erde vergraben, dort ebenfalls vertrocknen und nach Jahren vielleicht plötzlich wieder in Mengen nach einem Regen erscheinen. Sie besitzen einen deutlich bnemer zw Körper, bald mit Rückenschild oder selbst einer zweiklappigen Schale, bald ohne Bedeckung, zwei forgan bei d von welschen das zweite oft als Greiforgan bei dem Männchen ausgebildet wird, kräftige Kiefer, große, zusammengehäufte, auf Stielen sitzende Augen und statt Füße häutige Lappen, welche an den Brust- und Bauchringen auf der Unterseite befestigt sind und sowohl zum Schwimmen als zum Atmen statt Kiemen dienen. Die Jungen durchlaufen eine höchst merkwürdige Metamorphose, die mit der allgemeinen Larvenform der niedern Krebstiere Nauplius) beginnt. Am bekanntesten unter den vielen Arten ist der Kiefenfuß (Apus cancriformis), dessen Körper mit einem dünnen, hornigen, eiförmigen, hinten ausgeschnittenen Schilde bedeckt ist, auf dem vorn die Augen stehen, und aus dessen hinterm Ausschnitte das Ende des Hinterleibes mit zwei langen Schwanzborsten heraussieht. Der Kiefenfuß wird etwa 5 em lang. Eine Gattung, die sich zu Millionen in den Salzlachen an den Küsten der südl. Meere befindet (Artemia salina), gehört zu den schildlosen, langgestreckten Kiemenfüßern (Branchipida). Ahnliche Arten bevölkern die meisten Salzseen und in Fezzan wird eine tein aer (Artemia Oudneyi) gedörrt und mit Datteln gemischt gegessen. Die Eier der meisten B. entwickeln sich nur schwer, wenn sie nicht eine Zeit lang, selbst jahrelang, in trockener Erde gelegen haben. ein Fabrikat der Goldschlägerei, welche namentlich in Nürnberg und Fürth betrieben wird. Die Arbeit des Goldschlagens beginnt mit dem 4. Der des Goldes zu einem Stäbchen oder Zain. Der Goldschläger verwendet das Gold in der Regel ganz rein, und zwar in Form von Scheidegold, weil es dann die größte Dehnbarkeit besitzt. Doch kommt es hierbei auf die Sorte des u erzeugenden Fabrikats an. Ordinäres B. schlägt man aus Legierungen von Gold mit ½16 Silber und ½/e Kupfer. Das 05˙ Parisergold oder Franzgold wird entweder bloß mit Silber oder mit /½ Silber und ½0 Kupfer legiert. Das rote Gold wird bloß mit Kupfer legiert. Der Zain wiegt meist 70 — 140 g. Man glüht denselben und überläßt ihn in der Asche dem Erkalten, wodurch er weich und zum Ausschmieden geeigneter wird. Die zweite Arbeit besteht in dem Ausschmieden des Goldes. Der Zain wird dadurch dünner und breiter. Dieses Schmieden geschieht kalt, wobei man jedoch den Zain von Zeit zu Zeit wieder ausglüht. Dann folgt das Walzen zu Goldblech. Der Ihen hindurch. Zain läuft hierbei zwischen zwei Walzen vach welche man mittels Stellschrauben nach und nach immer enger zusammenstellt. Die letzte Arbeit ist das Goldschlagen. Dieses geschieht mit dem Hammer, wobei das Gold wegen seiner großen Dünne nicht mehr in einzelnen Platten, auch nicht so geschlagen werden kann, daß man deren mehrere unmittelbar aufeinander legt. Man legt anfangs zwischen je zwei Goldplättchen ein Blatt Pergament (die Pergamentformen), später Goldschlägerhaut (die Hautformen). Das Schlagen b auf einem Amboß von Marmor oder Granit, dessen Fläche vollkommen 4˙ ist. Nachdem das Gold durch das Walzwerk in Streifen von etwa 3 em verwandelt worden, schneidet man diese mit der Schere in Streifen von 1,5 em Länge. Man legt dann 24 solcher Platten (Quartiere) aufeinander und schmiedet sie auf dem Amboß so weit aus, daß sie Quadrate von 6 em Seite bilden. Solcher Quadrate legt man nun 56 Stück in die erste Peramenthlat- oder Dickguetsche, worin stets zwei Pergamentblätter mit einem Goldblättchen wechseln, und schlägt sie mit dem 15pfündigen Hammer, bis das Gold aus den Formen von 12 em Seitenlänge hervortritt. Die Formen stecken während des Schlagens in Futteralen von Pergament. Endlich werden alle Blätter mit der Schere kreuzweise zerschnitten, wodurch man 224 neue Blätter von 6 gem erhält. Diese schichtet man in zwei Hälften, also zu 112 Stück, abwechselnd mit einem Pergamentblatte zu der zweiten Form (Dünnquetsche) und schlägt sie mit demselben Hammer wieder zu der Größe von Quadraten von 12 em Seite. Diese zerschneidet man mit dem Reißmesser auf einem mit Marienaih eingeriebenen Lederkissen wieder in vier gleiche eile und erhält dann 896 Blätter von 6 em Länge und Breite. In ähnlicher Weise geht nun die Arbeit fort; nur folgen jetzt die Formen aus Goldschlägerhaut von 15 em Länge und Breite, wobei man zuerst mit dem 10pfündigen, zuletzt mit dem öpfündigen Hammer arbeitet. Das fertige Produkt faßt man mit kleinen hölzernen Zangen und legt es zwischen Papier, das die Blätter eines kleinen Buches von 6 em im Quadrat bildet; das Papier ist, um das Anhängen des Goldes zu verhindern, mit Bolus oder Rötel eingerieben. Der Abfall bei der Goldschlägerarbeit beträgt fast die Hälfte des Goldgewichts. Ein Dukaten Gold wird zu 500—1000 Blättern ausgedehnt. Die dickste Sorte B. ist das sog. Fabrikgold, das zum Verolden des Silberdrahts und Plombieren der Zähne benutzt wird und von dem vier Blätter zu le 12 em Länge und Breite einen Dukaten wiegen. Der Abfall vom B. heißt Krätze oder Schawine: er wird wieder eingeschmolzen. Der Abfall vom dünnsten Golde dient zerrieben als Malergold Vuschelgold, Goldbronze). Eine besondere Sorte B. bn L wenn man auf Blattsilber, das in der weiten Pergamentform geschlagen ist, B., das schon in der ersten Hautform geschlagen, also viel dünner ist als das Silber, legt und diese Doppelplatte weiter schlägt; sie ist dann einerseits Silber, andererseits Gold und heißt Zwischgold. Das unechte B. endlich wird aus Tombak geschlagen. Ganz auf dieselbe Weise entstehen echtes Blattsilber, Blattplatin und unechtes Blattsilber, das aus Zinn oder mit Zink und Antimon legiertem Zinn geschlagen wird. Neuerlich kommt auch Blattaluminium vor. Die Verwendung aller dieser Fabrikate zum Vergolden und Versilbern des Holzwerks, in der Portefeuillefabrikation und Buchbinderei u. s. w. ist bekannt. In neuerer Zeit hat man anstatt der Handarbeit Goldschlagemaschinen zum Schlagen des B. einzuführen gesucht, ohne damit jedoch nennenswerte Erfolge zu erzielen.