FeedBlattfarbstoffe
NaturlehreBrockhaus 1882

Blattfarbstoffe nennt man diejenigen Farbstoffe, welche in den Blättern vorkommen. Sie sind sämtlich sorptionspettra⸗ (aber nur hinsichtlich ihrer Absorptionsspektra) genauer bekannt; über ihre chem. Zusammensetzung dagegen, ebenso über die Art und Weise —. Entstehung in der Pflanze, weiß man noch sehr wenig. Man unterscheidet in den Laubblättern gewöhnlich drei solcher Farbstoffe: einen grünen, einen gelben und einen roten. Der erstere, das Chlorophyll oder Blattgrün, spielt in dem Ernährungsprozeß der Pflanzen eine äußerst wichtige Rolle, denn nur durch ihn wird die sog. Kohlenstoffassimilation (. unter Assimilation und Chlorophyll) ermöglicht. Der gelbe Farbstoff, das XRanthothrophyll, bedingt dagegen das Rotwerden mancher Blätter vor ihrem Abfallen. Das Chlorophyll sowohl wie das Xanthophyll und das Erythrophyll sind in Weingeist, nicht aber in Wasser löslich. Außerdem kommt noch als steter Begleiter des Chlorophylls ein gelber, ebenfalls in Weingeist löslicher Farbstoff, das Etiolin, vor, von dem verschieden ist. Noch weniger wie von den Farbstoffen in den Laubblättern, weiß man von denen der Hochblätter. Man unterscheidet hierbei gewöhnlich zwei Farbstoffe: einen gelben, das Xanthin, und einen blauen, das Anthocyan. Da letztere soll zugleich als violetter und roter Farbstoff auftreten, je nachdem es mit schwächern oder ärkern Säuren verbunden ist. Beide sind ebenalls in Weingeist löslich. (Vgl. den Artikel flanzenfarbstoffe.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 135Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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