Blattranken heißen in der Botanik solche Ranken, welche an der Stelle der Blätter oder einzelner Blattteile stehen, also durch Metamorphose des Blattes hervorgegangen sind. Solche B. kommen bei den Erbsen, Wicken und verwandten Gattungen aus der Familie der Schmetterlingsblütler häufig vor, doch ist hier bloß ein Teil des Blattes zur Ranke ausgebildet. Ähnliches findet sich bei einigen Smilaxarten, bei denen die Nebenblätter (s. unter Blatt) zu Ranken umgewandelt sind. In vielen Fällen ist es nicht sicher festzustellen, ob die Ranken aus einem Blatt oder einer Stammachse hervorgegangen sind, so z. B. bei den Ranken des Kürbis und der Weintraube. (S. Ranke.)
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 141Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei