Blomsield (Charles James), Lord-Bischof von London, geb. 29. Mai 1786 zu Bury St.⸗Edmonds in der Grafschaft Suffolk, studierte seit 1804 zu Cambridge. Nachdem er seit 1810 mehrere Pfarreien verwaltet hatte, ernannte ihn 1819 der auf erh zu London zu seinem Hauskaplan; bald darauf erhielt er die Pfründe der St.⸗Botolphskirche, 1824 den bischöfl. Sitz zu Chester und endlich 1828 den zu London. Seinen ½½ Ruf verdankte er seiner Bearbeitung des Kallimachus (Lond. 1815) und mehrerer Stücke des Äschylus, namentlich des „Prometheuso (Cambr. 1810; 5. Aufl. 1829), der „Sieben gegen Theben» (Cambr. 1812; 5. Aufl., Lond. 1847), der Perserd (Cambr. 1814; 2. Aufl. 1818), der „Choephoreno (Cambr. 1824) und des „Agamemnono (Cambr. 1825). In seiner amtlichen Eigenschaft erwarb sich B. große Verdienste um den Bau von Kirchen, hatte aber wegen der ihm schuld gegebenen Hinneigung zum Puseyismus viele Anfechtungen zu erleiden. Indessen sprach er sich nach Erscheinen der päpst. Bulle wegen Einsetzung einer kath. Hierarchie in England im Herbst 1850 entschieden — die des and wenete ismus verdächtigen Sektierer aus und nötigte den neit, seinsS Pfarrer von St.⸗Barnabas, Bennett, seine Stelle niederzulegen. Im Sept. 1856 zog er sich in den Ruhestand zurück und starb 5. Aug. 1857 im Palaste zu Fulham. Sein Leben ist von seinem Sohne Alfred B. beschrieben worden (2 Bde., Lond. 1863). sten vläm. Schriftsteller, geb. zu Gent 27. Aug. 1808, trat bereits 1834 in der Zeitschrift Letterae feningeno mit Gedichten hervor, die jedoch wegen der etwas rauhen Form wenig Glück machten. Wichtigere Dienste leistete er der Litteratur und den patriotischen Bestrebungen der Vlämen durch Herausgabe älterer vläm. Dichtungen, wie des „Theophiluso (Gent 1836) aus dem 14. Jahrh. und der «Oude vlämische gedichteno (3 Bde., Gent 1838—51) aus dem 12., 13. und 14. Jahrh. Beide Werke sind mit Glossaren und gelehrten Anmerkungen reichlich ausgestattet. Mehrere andere alte Dichtwerke sind von B. in der Sammlung der pläm. Bibliophilen herausgegeben worden. Auch Ind voa B. mit Vorliebe die altnordischen Sagen, und von seinem Interesse für Whtrschnng der Litteratur zeugt seine teilweise Übersetzung der „Nibelungeno in rein iambischen Versen. Sein vorzüglichstes Werk ist jedoch die Kloude geschiedenis der Belgen of Nederduitscherso (Gent 1849). In demselben vertritt er die Ansicht, daß die niederdeutschen Stämme trotz ihrer polit. Zerrissenheit doch noch als Volkseinheit zur Erfüllung einer hohen kulturhistor. Mission berufen seien. Außerdem war B. Mitarbeiter an mehrern belg. Zeitschriften, besonders aber am Messager des Sciences historiquesv, und nebst Willems 1840 der Haupturheber der Petitionen zu Gunsten der vläm. Sprache. B. lebte stets im Privatstand und starb zu Gent 14. Aug. 1871.