FeedBlümlisalp oder Frau
ErdkundeBrockhaus 1882

Blümlisalp oder Frau, ein Bergstock des Berner Oberlandes, 16 km südlich vom Thunersee zwischen dem Kienthal, dem Gschinenthal und dem Becken des Kandergletschers gelegen, gehört der Zone von Jurakalk an, welche vom Kanderthale bis zum Hasli der krystallinischen Hauptmasse der Berner Alpen nördlich H+πι ist. Diejenige Kette dieser Zone, welcher die B. als mächtigste Erhebung entsteigt, erstreckt sich vom Gasterenthal, dem Quellthal der Kander, nordöstlich bis Wa Lauterbrunnenthal und wird von dem die asserscheide zwischen Rhöne und Aare bildenden Hauptkamm der Berner Alpen durch die ausgeaetalet Firn⸗ und Eismulde des Kander⸗ und Tschingelgletschers getrennt. Die Hauptgipfel sind außer der B. das Doldenhorn, 3647 m, und das wildzerrissene Gspaltenhorn, 3482 m. Die B., die zwischen beiden au ut, trägt sieben arhnnz von denen die vier höchsten, das Oschinen-oder Kanderhorn 3490 m, das Blümlisalphorn 3670 m, die Weiße 11 3661 m und das Morgenhorn 3625 m, den südl. Gipfelgrat bilden, die niedrigern dagegen, das Rothorn 3300 m, der Blümlisalpstock 3219 m und die Wilde Frau 3259 m, aus dem Eis⸗ und Firnmantel des Nordabhangs aufsteigen. Der größte Gletscher ist der Blümlisalpgletscher, der sich vom Gipfelgrate nach NW. und dann nach W. gegen das Oschinenthal senkt; kleine Eisströme steigen von der Westflanke des Bergs gegen den Oschinensee, von der gegen S. fällt die B. in kahlen steilen Felsmauern zum Kandergletscher ab. Obwohl die B. von manchem Hochgipfel der Alpen an Höhe übertroffen wird, steht sie doch, was lle Onsel des! anbetrifft, hinter keinem zurück. Alle Gipfel des Bergs sind von der Nordseite her zugänglich. Die erste Besteigung des Blümlisalphorns wurde 1860 von den Engländern Leslie Stephen, Liveing und Stone, die der Weißen Frau 1862 von den schweiz. Klubbisten Fellenberg und Roth ausgeführt. Zur Erleichterung der Besteigungen wurde 1875 eine Klubhütte am Hohthürligrat, 2750 müber dem Meere, zwischen dem Gschinen⸗ und dem Kienthal errichtet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 195Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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