Bock (Karl Ernst), ausgezeichneter Anatom und populär-mediz. Schriftsteller, geb. 21. Febr. 1809 zu Kül ohn des als anatom. Lehrer und Schriftsteller bekannten Karl August B. (geb. 25. März 1782, gest. 30. Jan. 1833 zu Leipzig als Prosektor am Anatomischen Institut), besuchte die Nikolaischule und die Universität seiner Vaterstadt und ging nach dem Ausbruche der poln. Revolution nach Warschau, wo er erst in poln., dann in russ. Diensten einige Monate lang als Hospitalarzt wirkte. Nach seiner Rückkehr nach Leipzig ward er akademischer Docent an der dortigen Universität und 1839 außerord. Professor. Einen schnellen Ruf erwarb er sich durch sein praktisches cHandbuch der Anatomie des Menschen mit Berücksichtigung der Physiologie und chirurgischen Anatomie (2 Bde., Ipz. 1838; 4. Aufl. 1849), das gleich seinem Anatom. Taschenbuchv (Lpz. 1839; 5. Aufl. 1864) ins Dänische und aths übersetzt wurde. Ferner gab er einen «Handatlas der Anatomie des Menschen, nebst einem tabellarischen Handbuche der Anatomiev (7 ndail Lpz. 1840—41; 6. Aufl. 1871), einen „Handatlas der pathol. Anatomien (Opz. 1855) und „Gerichtliche Sektionenv (Lpz. 1843) heraus. Sein „Lehrbuch der pathol. Anatomie und Diagnostiko (2 Bde., Lpz. 1848; 4. Aufl. 1864), welches die Resultate der neuern (wiener) Schule in praktischer und klarer Weise darlegt, erfreute 1 eines großen Erfolgs. Für den Sieg dieser wi enschaftlichen Richtung und für die Medizinalreform in Sachsen kämpfte B. erfolgreich; um Leipzig machte er sich durch Einführung des Turnwesens (1845) besonders verdient. Seit 1837 leitete er die pathol. Sektionen am leipziger Krankenhause und die für diesen Zweig vom Ministerium angeordneten praktischen Prüfungen. Sein großes Talent für die populäre Darstellung mediz. Gegenstände bekundete er besonders in icher sichgn Aufsäßen für die «Gartenlauber, in welcher sich auch seine Autobiographie befindet (Jahrg. 1874), sowie in dem „Buch vom gesunden und kranken Menschen » (12. Aufl., Lpz. 1878), welches in viele fremde Sprachen übersetzt worden ist. In den letzten Jahren seines Lebens beschäftigte er sich meist mit der Gesundheitspflege des Volks und der Schule, wie seine populären Schriften: «Der Volksgesundheitslehrero (Lpz. 1865; 6. Aufl. 1874), «Pflege des Schulkindes (Lpz. 1871) sowie das Schulbuch 4Bau, Leben und Pflege des menschlichen Körperso (Lpz. 1868; 14. Aufl. 1880) bezeugen. B. starb nach längerm Leiden zu Wiesbaden 19. Febr. 1874.